Kalendersprüchlichkeit

Dass ich Kalendersprüche nicht besonders mag, ist hier ja schon gelegentlich angeklungen. Über die Masche, irgendwelche (irgendwie witzigen) alten Fotos mit irgendwelchen oft in kräftigen Farben handgeschriebenen (irgendwie witzigen) Kommentaren zu versehen, habe ich mich dagegen noch nicht geäußert. Die finde ich auch eher nervig, spätestens seit an jeder Ecke solche Postkarten verkauft werden.

Gut, grundsätzlich sehe ich den Witz, aber praktisch finde ich die Dinger dann doch fast durchweg doof. Ganz aufhören tut es für mich dann, wenn die mehr oder weniger witzigen Kommentare zu den alten Fotos durch Kalendersprüche ersetzt werden, wie hier: kalenderspruechlichkeiten So eine bescheuerte Sammlung von Unsinn, nur um ein sechzig Jahre altes Bild einer leichtbekleideten jungen Frau zeigen zu können! Den Rest des Beitrags lesen »


Fotos und Kalendersprüche

Spaziergang am Rhein, romantischer Sonnenuntergang. Klassische Jagdsituation für Fotografen. Genauer: Typisches Motiv für kitschlastige Fotokalenderbilder. Meine Handyknipse ist der Situation natürlich nicht wirklich gewachsen, aber einen Hauch der schönen Abendstimmung fängt sie dann doch irgendwie ein:

fotografische_spielerei_handy

Nun hatte ich zufällig die Möglichkeit, direkt anschließend das gleiche Bild mit einer richtigen Kamera zu schießen. Es handelt sich dabei um eine Canon EOS 1100D mit einem gängigen Objektiv von Canon mit einer Brennweite von, glaube ich, 35 bis 70mm.

Ich habe einfach mal ganz unbedarft draufgehalten. Von Hand geregelt habe ich nur den Bildausschnitt, den Rest hat die Kamera vollautomatisch gemacht: Den Rest des Beitrags lesen »


Kein Trinkwasser

Steineinfassung eines Springbrunnens im Park, darauf ein abgewetztes Blechschild aus mehreren Schichten, die am Rand unterschiedlich aufgebogen und zerknittert sind; von der Aufschrift "Kein Trinkwasser" ist nur noch "sser" zu entziffern, das "kwa" davor gerade zu erahnen.

Dass in den Becken von Springbrunnen kein Trinkwasser ist, sollte man eigentlich sowieso wissen. Und selbst wenn nicht, dürfte normalerweise ein Blick auf das Wasser Den Rest des Beitrags lesen »


Scherenschnitt (3)

Scherenschnittartige Linie von Dächern mit einzelnen Baumkronen vor hellem, nach oben dunkler werdendem Abendhimmel mit Abendstern

Die Stadt steht schwarz und schweiget…

Angefangen hatte es mit Den Rest des Beitrags lesen »


Zimtsterne

Hey, gnaddrig…

Hm?

Wäre es nicht langsam mal wieder Zeit für ein Stück Text?

Hmja, vielleicht, warum?

Immer nur Fotos ist doch nichts auf Dauer.

Ja, schon. Weiß nicht. Ist doch auch Text bei.

Aber nicht richtig. Viel zu wenig, das zählt doch nicht. Mal wieder n richtigen Text, bisschen länger, mit Tiefgang und so.

Hmm, und worüber jetzt? Den Rest des Beitrags lesen »


Von der Dunkelheit

Neulich gesehen:

Das klingt – wie viele solche Kalendersprüche – erstmal beeindruckend. Und dann kommen erste Zweifel – die Sterne scheinen ja auch, wenn es drumherum hell ist. Eine Kerze verbreitet ihr Licht völlig unabhängig davon, ob sie in einem dunklen Keller brennt oder im prallen Sommersonnenlicht.

Ob man das Licht sieht, ob man das so oder so vonstatten gehende Scheinen also wahrnimmt, ist eine andere Frage, und darauf zielt der vermutlich jugendliche Filzstiftartist mit seinem Sternenspruch sicher ab. Wenn’s hell ist, Den Rest des Beitrags lesen »


Lohnt sich Einweg?

Jean Paul soll mal geäußert haben: Ein Buch, das nicht wert ist, zweimal gelesen zu werden,
ist auch nicht wert, dass man’s einmal liest.

Eine bedenkenswerte These, möchte man meinen. Leuchtet erstmal ein, glaubt man. Tut man ja immer, wenn jemand Gebildetes einen Kalenderspruch in die Runde wirft, da sind wir entsprechend konditioniert. Muss eigentlich was dran sein, wenn all die klugen Köpfe das so abnicken.

Aber warum eigentlich? Ich habe meterweise Bücher gelesen, wo die Lektüre Spaß gemacht hat. Bücher, die spannend waren, oft witzig, wo ich bestens unterhalten war und es nicht bereue, sie gelesen zu haben, wo ich die darauf verwendete Zeit gut angelegt finde. Bücher allerdings, von denen ich viele so bald nicht wieder lesen werde, wenn überhaupt je.

Bücher (und Filme), die wesentlich auf dem Spiel mit dem Unerwarteten beruhen, die mit überraschenden Wendungen und Doppeldeutigkeiten arbeiten, sind typische Kandidaten für nur einmaliges Lesen. Die funktionieren nämlich oft nicht mehr so gut, wenn man die Pointe schon kennt. Deshalb müssen sie aber nicht schlecht sein.

Natürlich könnte man Den Rest des Beitrags lesen »


Sisyphos lässt grüßen

Aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, werden immer wieder Kalendersprüche öffentlich geäußert und für der (oft östlichen, fast immer uralten und darum natürlich todsicheren) Weisheit letzter Schluss gehalten. Dabei ist es oft, eigentlich fast immer, ausgemachter Blödsinn, der den Leuten die Gehirne aufweicht, sie von der Lösung ihrer Probleme ablenkt und generell als Krankheit zu werten ist…

Der Weg ist das Ziel

Sagt man solange, bis einem der Computer abstürzt, während er dabei ist, eine große, aufwändige Arbeit abzuspeichern. Ganz eindeutig, bevor das Speichern auch nur annähernd fertig ist. Man hat natürlich, Den Rest des Beitrags lesen »


Vorurteile

Moni Nielsen hat in ihrem Blog einen Artikel über blinde Flecken geschrieben. Darin denkt sie über Vorurteile nach, bei denen sie sich selbst ertappt, und überlegt, wie sie mit mit diesen Vorurteilen umgehen soll. Der Artikel endet mit diesen Sätzen:

Schämte ich mich an dem Abend? Ich schlug mir innerlich gegen den Kopf – gaats no! Aber schämen? Nein. Meine Vorurteile sind nicht schlecht, SOLANGE ICH SIE BEMERKE, nochmals hinschaue und revidiere. Und nur das Bewusstsein meiner blinden Flecken bringt mich dazu, mich regelmässig selber zu überprüfen.

Wer ganz sicher ist, keine blinden Flecken zu haben – schaut der denn nochmals hin?

Diese Schlussfolgerung gefällt mir sehr gut – keine Vorurteile zu haben ist wahrscheinlich gar nicht möglich. Vorurteile destillieren sich aus der eigenen Lebenserfahrung, die aus eigenen Erlebnissen, dem Verhalten der Eltern, Lehrer und sonstigen Bezugspersonen usw. besteht. Man wendet erworbenes Weltwissen ohne nachzudenken an und kommt dadurch zu nicht bewusst reflektierten Schlüssen, die mal mehr, mal weniger zutreffen.

Selbst wenn diese Vorurteile zu richtigen Schlussfolgerungen führen, ist das problematisch, weil man eben einfach regelbasiert Leute in Schubladen steckt, in denen sie dann oft genug fehl am Platz sind. (Wie unangenehm sich schon die Möglichkeit einer solchen Fehletikettierung anfühlt, habe ich neulich erst selbst erfahren.) Gerade zu negativen Urteilen über Leute sollte man, meine ich, durch möglichst informiertes und kritisches Abwägen gelangen, nicht durch den unbewussten Abgleich von ein paar oberflächlichen Merkmalen mit einer Tabelle im Kopf. Da dieses regelbasierte Einsortieren die konkreten Individuen nicht betrachtet, sollte man sich auf die Ergebnisse nicht blind verlassen.

Alle haben Vorurteile, das lässt sich nicht ändern. Aber man kann Den Rest des Beitrags lesen »


Noch ein schöner Tag

Neulich in der Buchhandlung ist mir auf einem der vielen Tische mit Krams – zumindest die großen Buchhändler mit ihren riesigen Läden in den Innenstädten verkaufen ja neuerdings neben Büchern alles mögliche, Küchenutensilien, Lego, Playmobil, Merchandise zu Prinzessin Lillifee, den Olchis, den Drei Fragezeichen usw. Also, auf einem der Tische mit sortiertem Kram gab es zwischen verschiedenen glücklichgrünen Artikeln, teils auch mit lächelnden Gänseblümchen drauf, glücklichgrüne Plastiktäschchen mit der folgenden Aufschrift:

Bitte Lächeln! Beginne den Tag mit einem Lächeln. Meistens lächelt er zurück.

So ein Quark! Wer ist denn das, der Tag? Wie lächelt ein Tag? Habe ich noch nie gesehen. Das gegen Ende der 80er Jahre allgegenwärtige Lied zur Idee ist mir damals auch maßlos auf die Nerven gegangen. Sonnenuntergänge mögen manchmal Den Rest des Beitrags lesen »