Sonnenuntergang (2)

Tiefstehende Sonne über dunklem, scherenschnittartigem Horizont; neben der Sonne ein kahler Baum. Die Krone ist wie abgeschnitten und bildet nicht - wie erwartet einen Halbkreis über dem Horizont, sondern nur einen Viertelkreis, füllt sozusagen den Bereich zwischen 12 und 3 auf einem analogen Ziffernblatt. Die Sonne steht im "fehlenden" Teil der Krone zwischen 9 und 12.

Eine Viertelstunde nach dem Landschafts-Architektur-Schnappschuss von gestern Den Rest des Beitrags lesen »


Lückenhaft

Blick durch eine löcherige, aus rechteckigen und trapezförmigen Betonelementen zusammengesetze Fassade eines Parkhauses auf kahle Bäume unter grauem Himmel, vor einem bewaldeten Höhenzug Horizont

Das fotografische Gegenstück zum Lückentext. Aber ist das jetzt Landschaft oder Architektur?

Das Bild habe ich neulich in einem Parkhaus aus der Hüfte geschossen, praktisch im Vorbeifahren. Naja, angehalten hatte ich schon, aber es musste schnell gehen.


Wörter, die drölfzigste

Nach Jahr und Tag nun wieder ein paar sortierte Wörter, die gefühlt drölfzigste, tatsächlich erst vierte Folge.

Wörter die ich nicht ausstehen kann:

Pubertier für pubertierende Heranwachsende. Das mag witzig klingen und ist als launische Verbalisierung des pubertätsbedingten Leidensdrucks in der Eltern-Kind-Beziehung auch durchaus verständlich. Aber trotzdem, meine Kinder sind keine Tiere, und ich mag sie nicht so nennen, auch nicht zum Spaß und schon gar nicht in angespannten Zeiten.

vermögen für können: Er hat dies oder das zu tun vermocht o.ä. Das ist so eine Marotte in journalistischen Texten, ähnlich wie das allgegenwärtige & Co., wenn jemand die Möglichkeit andeuten möchte, dass die davor erfolgte Aufzählung womöglich nicht ganz vollständig sein könnte, v.a. wenn der Text in dem beliebten locker-flockig-humorigen Tonfall gehalten ist, der Feierabendtauglichkeit und Nahbarkeit signalisiert.

Aber zurück zu vermögen – ich weiß gar nicht, wo man Den Rest des Beitrags lesen »


Pentatonisches

Vor einer Weile hatte ich ja ein schon etwas älteres Gedankenspiel zur Übertragung der grundlegenden Idee der Zwölftonmusik auf die Sprache wieder aufgenommen. Und jetzt frage ich mich pünktlich zum heutigen Internationalen Tag der Muttersprache, ob man nicht auch in die andere Richtung gehen und ein sprachliches Äquivalent zur Fünftonmusik bauen könnte, sozusagen als Muttersprachgymnastik.

Anderswo wird nur wieder (und oft reichlich larmoyant) über den unmittelbar bevorstehenden Untergang der deutschen Sprache wegen Anglizismenschwemme und Gendersprech gejammert. Das halte ich für völlig verfehlt – Den Rest des Beitrags lesen »


Tunnel (4)

Blick in einen Fußgängertunnel, der eine Bahnlinie unterquert; fotografiert bei Nacht, nur eine Glühbirne mitten im Tunnel und eine am fernen Ende werfen trübe Lichtinseln in das ansonsten ganz dunkle Bild.

Will man wirklich wissen, wo es da hingeht? Oder, viel wesentlicher, will man Den Rest des Beitrags lesen »


Geländer

Dunkler Platz mit hell erleuchtetem Treppenschacht, der in eine Tiefgarage führt; die Stäbe des Geländers, das den Schacht umgibt, werfen Schatten nach außen, dem Betrachter entgegen; in einer Pfütze zwischen Geländer und Betrachter spiegeln sich die Geländerstäbe; die Richtung der Schatten und der Spiegelungen stimmen nicht überein.

Mitten im Park ein Geländer. Die zugehörige Treppe führt zu einer Tiefgarage. Und bei Dunkelheit Den Rest des Beitrags lesen »


Stille Wasser

Blick über eine stille Wasserfläche gerade auf eine Betonmauer, die das Gewässer begrenzt; auf halber Höhe der Aufnahme läuft quer die Linie, wo der Wasserspiegel die Mauer berührt; in der Wasseroberfläche spiegelt sich die Mauer mit ihren waagerechten Ablagerungslinien fast perfekt.

Mal ein völlig unmotivierter Sprung zurück in den frühen Herbst. Die Aufnahme ist ganz in der Nähe von dieser hier entstanden (die so übrigens nicht mehr möglich wäre, weil Den Rest des Beitrags lesen »


Lichtspuren (2)

Straße in der Stadt bei Dunkelheit, mit 1 Sekunde Belichtungszeit absichtlich verwackelt - die Straßenlaternen, Ampeln und Rücklichter sind zu hakenförmigen Kringeln verzerrt.

Nachdem ich neulich versehentlich eine verwackelte Aufnahme bei Dunkelheit produziert hatte, ist mein Spieltrieb erwacht. Deshalb bin ich nochmal los und habe ein bisschen mit Absicht gewackelt.

Mit etwas Glück bin ich an einer Stelle gelandet, wo ich die Illusion eines dunklen Rahmens um die Leuchtspuren erwecken konnte. Den Rest des Beitrags lesen »


ZZ Top?

Rissiger dunkelgrauer Betonpfeiler; Risse formen eine Sonnenbrille und darüber eine Mütze, helle Ablagerungen um die "Brille" herum sehen wie Haar und langer Bart aus.

Da gehe ich völlig harmlos und nichtsahnend durch die Stadt, und plötzlich sehe ich an einem Steinpfeiler ein Gesicht. Bei genauerem Hinsehen Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann waren da noch… (50)

… die zwei Nachwuchs-Verkehrsteilnehmer (ca. 2, auf dreirädrigem Laufrad, und ca. 4, auf „richtigem“ Laufrad, beide in kräftigfarbiger Regenkleidung und mit Helm), die vom Gehwegrand aus fachkundig und mit offensichtlicher Faszination beobachten, wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite einer Wohnstraße zwei Leute einen Pkw mit viel vor und zurück in eine sehr enge Parklücke manövrieren – einer fährt, der andere weist ein, mit Handzeichen und Zurufen und mehreren Beratungspausen.

Ein solches Schauspiel kann man sich natürlich nicht entgehen lassen. Zum Glück scheint die Mutter es mit den beiden nicht sehr eilig zu haben.