Genauso schnell

Zwei so fünf- oder sechsjährige Kinder auf Rollern liefern sich ein Rennen auf dem Gehweg. Sie segeln in halsbrecherischem Tempo virtuos an mir vorbei, machen an der nächsten Kreuzung kehrt und rappeln fröhlich zurück, wieder an mir vorbei und bis hinter die nächste Ecke.

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Über Kreuz

Eine Freundin meiner Tochter sinnierte neulich: Komisch, dass Fruchtfleisch Fleisch heißt, aber vegan ist. Meeresfrüchte heißen Früchte und sind überhaupt nicht vegetarisch…


Adelige Blume

Das Gespräch beim Abendessen dreht sich um Blauschimmelkäse. Die Kinder finden ihn eklig, nicht weil er schlecht schmeckt (soweit kommen sie gar nicht erst), sondern weil er eklig aussieht und sehr gewöhnungsbedürftig riecht. Dabei haben wir mit einem Stück Bergader Edelpilz ein von Aussehen und Geruch doch recht harmloses Exemplar auf dem Tisch, einen Blauschimmel für Einsteiger sozusagen. Da gäbe es ja noch ganz andere Blauschimmelkäse…

Aber egal, das Zeug sieht schon etwas haarsträubend aus, vor allem wenn das Stichwort Schimmel den Inhalt eines letztens bei Ferienanfang im Schulranzen vergessenen Pausenbrots nach zweiwöchiger Reifezeit in Erinnerung ruft oder die Zombiebrote im Brotkasten nach dem Urlaub. Meine Älteste hätte lieber eine schimmelfreie Bezeichnung für diese Art Käse – man müsse ja nicht schon Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (24)

… der Mann in der Fußgängerzone, der mit viel Verve eine durchaus ernstzunehmende Version von Vivaldis Sommer auf dem Akkordeon zu Gehör brachte.

 


Sprachverwirrtes

Die AOK hat einen Zuschuss von 25.000 Euro für einen Film über Zucker in Aussicht gestellt. Das hat jemanden auf die Idee gebracht, einen Film über homöopathische Zuckerkügelchen zu drehen. Weil sowas auch einen griffigen Titel braucht, werden auf Twitter derzeit unter dem Hashtag #Hahnemovie Vorschläge gemacht. Da konnte ich natürlich auch nicht zurückstehen und habe ein bisschen mitgespielt.

Soweit so gut. Bis Twitter einen meiner Tweets irrtümlich als in estnischer Sprache geschrieben interpretierte und einen Link für die Maschinenübersetzung anbot:

Selbstverständlich musste ich Den Rest des Beitrags lesen »


Kein Fahrradständer

Schild: Bitte nehmen Sie Rücksicht - Bäume sind keine Fahrradständer!

Dieses Schild macht mich etwas ratlos. Zunächst mal: Ja, Bäume sind keine Fahrradständer. Aber die Leute haben ihre Fahrräder auch nicht am Baum angeschlossen, sondern an dem Schutzgitter. Das Schutzgitter ist natürlich auch kein Fahrradständer, aber den Gittern dürfte das Anschließen von Fahrrädern nicht weiter schaden. Dass das Vollstellen mit Fahrrädern für Bäume u.U. nicht so gut sein könnte, glaube ich mal.

Vielleicht ist aber auch gemeint, dass man die Rücksicht nicht auf die Bäume nehmen soll sondern Den Rest des Beitrags lesen »


Schnurpsig

Neulich im Supermarkt. Vater und (vielleicht sechsjähriger) Sohn in der Gemüseabteilung:

Papa, was sind festkochende Kartoffeln?

Die sind dann so schnurpsig, wenn sie gekocht sind, wie Kartoffelsalat oder so. Wir nehmen aber stattdessen „vorwiegend festkochende“, die sind dann nicht ganz so schnurpsig.

Ich bin einigermaßen ratlos. Das Wort habe ich noch nie gehört. Eine kurze Recherche fördert schnurbsig/schnurpsig zutage, das soll in Ost-Mitteldeutschland gebräuchlich sein und lautmalerisch für knackig oder krachend stehen. Das macht aber im Zusammenhang mit gekochten Kartoffeln keinen Sinn. Von Kartoffelchips war ja nicht die Rede, von Rohessen auch nicht. Den Rest des Beitrags lesen »


Pragmatisch

Ich laufe einen dieser schmalen Fußwege entlang, die manchmal zwischen zwei bebauten Grundstücken hindurchführen. Zwei, vielleicht zweieinhalb Meter breit, zu beiden Seiten Gartenzäune und Hecken.

Von hinten ruft es: Tüt-tüt, können wir mal vorbei!

Ich trete an die Seite und ein Rudel Kinder stiebt vorbei. Fünf Kinder, wohl zwischen vier und sieben, auf drei Fahrräder verteilt. Die älteste ruft mir im Vorbeifahren erklärend zu: Weil wir nämlich keine Klingeln haben!


Und dann war da noch… (23)

…der Mann in, sagen wir, müder Bürokleidung, der beim Überqueren eines großen Parkplatzes unvermittelt anfing, schwungvoll Tanzschritte zu üben.


Umgeschlagen

Im Eingangsbereich eines Ladengeschäfts steht ein kleines Kind, zwischen ein und zwei Jahren alt, und klopft von innen an die Glastür. Das ist übrigens eine ganz altmodische Tür, die man selbst öffnen muss, keine von diesen sensorgesteuerten Schiebetüren. Der Zwerg klopft also begeistert an die Tür und flirtet mit dem Vater, der draußen steht. Er winkt, das Kind reagiert, er reagiert zurück, eine lebhafte Interaktion mit Johlen, Klopfen, Grimassenschneiden.

Plötzlich dämmert es dem Kind, dass es ja allein drinnen ist, der Vater draußen steht und zwischen ihnen ein Ding ist, wo man nicht durchkommt. Die Stimmung schlägt um, die Gesichtszüge entgleisen, die Augen laufen über, der Vater öffnet die Tür und rettet sein Kind aus der plötzlich empfundenen Isolation. Noch etwas schluchzend aber sichtlich geborgen lässt sich der Zwerg zum Auto tragen.