Zauberwörter

Manchmal werden Wörter aus ihrer ursprünglichen Wortart in andere Wortarten verpflanzt und sind dann mit gleichem Aussehen und Klang parallel in mehreren Wortarten vertreten. Das kommt vor allem im Englischen häufig vor, und dort treibt es manchmal kuriose Blüten, etwa to adhocimprovisieren oder to gaslight – jemanden durch psychologische Spielchen verunsichern und verrückt machen (Definition).

Auf Deutsch geht das nicht ganz so leicht, ist aber grundsätzlich auch möglich. Zaubern etwa muss kein Verb sein, es kann auch Den Rest des Beitrags lesen »


Apropos Islamisierung

Jetzt bin ich ganz zufällig über etwas gestolpert, das mich über den Haufen gekegelt hat. Ich bin noch ganz fassungslos. Wir wissen ja alle, wie schlimm das mit der Islamisierung unseres deutschen Vaterlandes ist. Die kommen her, stellen überall Minarette in die SkylinesSilhouetten unserer schönen Städte, verstopfen die Fleischtheken mit ihrem Halal-Zeug, können (oder wollen) die Finger nicht von unseren Frauen und Töchtern lassen, sind schon bei harmlosen Dingen gleich mit dem Messer dabei. Überall Bärtige mit Transparenten und Koranstapeln in den Fußgängerzonen und so. Man erkennt ja die eigene Heimat kaum wieder!

Schlimm genug, aber was ich jetzt gesehen habe, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Islamisierung gewinnt an Schwung, geht in die nächste Stufe, tritt sozusagen (Gruß an nömix!) auf den Turbo. Das hat eine ganz andere Qualität jetzt. Man sehe sich das an:

islamisierung

Da fällt mir echt nichts mehr ein, da kann ich nur noch Den Rest des Beitrags lesen »


Riesig

bigbrother

Es gibt doch Riesen, und hier hat einer unvorsichtigerweise einen Fingerabdruck hinterlassen, auf einem Stück Presspappe, das am Ende eines Bahnsteigs lag. Vielleicht hatte er staubige Finger (bestimmt vom Kaputtmachen von irgendwas!) und die Rückseite der (sicher mal irgendwo verbauten oder angeklebten) Pappe war klebrig, sodass die Abdrücke schön deutlich geworden sind. Keine Ahnung. Ist auch egal, hiermit ist jedenfalls bewiesen: Es gibt noch Riesen, und sie sind hier!


Picknick 2.0

Neulich beim Essen haben wir uns über Märchensachen unterhalten. Unter anderem kam die Rede auf das Tischlein-deck-dich. Sehr praktisch, sehr nützlich, aber doch eher unhandlich. Ich meine, wer schleppt schon überall ein Tischchen mit sich herum, und wenn es nur ein kleiner Beistelltisch ist. Das ist so 18. Jahrhundert, das geht heute nicht mehr.

Wir haben dann gemeinsam eine neue Version entwickelt. Man hätte statt eines Tisches den Korb von Rotkäppchen. Auf den Zuruf Körbchen fülle dich würde sich das Ding mit den Speisen füllen, die sonst auf dem Tischlein zu stehen gekommen wären. Man hätte also immer ein gepflegtes Fünf-Sterne-Picknick inklusive Decke, Geschirr und Besteck dabei und wäre damit von Einzel und Gastronomie unabhängig. Man könnte auf die Weise sogar die Polizeistunde in Baden-Württemberg umgehen und auch nach 22 Uhr noch Den Rest des Beitrags lesen »


Take me to your leader

Immer wieder wird berichtet, Außerirdische hätten die Erde besucht, um mit der Menschheit Kontakt aufzunehmen. An allen Ecken und Enden wird außerirdische Einmischung vermutet oder herbeifantasiert. Auch deutet man gern historische und prähistorische Ereignisse so um, dass sie irgendwie mit Außerirdischen zu tun haben. Man findet etwa Darstellungen von Astronauten an jahrhundertealten Kathedralen, findet Ufos und Außerdische auf Hieroglyphen, Laptops im antiken Griechenland und so weiter und so fort. Der Eingeweihte kennt die einschlägigen Stichwörter, etwa Area 51, Roswell, die Pyramiden in Ägypten und in Zentralamerika, Tibet, Neuschwabenland im hohlen Erdinneren, Ufo-Sichtungen.

Ganze Geschäftsmodelle basieren auf diesem Unfug. Erich von Däniken und andere verdienen mit einschlägigen Büchern und Vorträgen ihr Brot, die Raelianer glauben, die Menschheit sei von Außerirdischen gebastelt worden, und eine blühende Industrie wuchert um das Geschäft mit dem Außerirdischen, sei es, dass man sich an sie ranwanzen will, sei es dass man sich vor ihnen schützen will.

Die Außerirdischen, heißt es oft, seien technisch und auch sonst in jeder Hinsicht unendlich viel weiter fortgeschritten als die Menschheit, hätten eine allerhöchstentwickelte Zivilisation und Den Rest des Beitrags lesen »


Grau-rot-gold

grau-rot-gold

Interessante Interpretation der bundesdeutschen Nationalfarben. Normalerweise verblasst ja Rot am Stärksten…


Rettet das Abendland!

Seit der Erfindung der Schrift versucht der Mensch, seine Sicht der Dinge aufzuschreiben. Auch wenn die frühesten bekannten Schriftzeugnisse wohl Rechnungen und buchhalterische Dokumente waren, dicht gefolgt von Gesetzen und Verboten, entstanden bald verschiedene literarische Genres mit einer Fülle von Texten, die uns einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt unserer Altvorderen ermöglichen.

Nun ist es schon schwierig genug, die Dinge gut zu beschreiben, die wir sehen – man versuche, beispielsweise Birke, Buche, Eiche und Linde in Worten so zu beschreiben, dass der Leser die Bäume hinterher tatsächlich auseinanderhalten kann (dazu gehört übrigens auch, das so zu schreiben, dass man es mit vertretbarem Zeitaufwand überhaupt einigermaßen lesen kann).

Ebenfalls schwierig ist die schriftliche Darstellung von Ereignissen, schon weil nie jemand alles gesehen hat, was passiert ist, und weil außerdem die Erinnerung unzuverlässig ist. Wer jemals versucht hat, ein Ereignis aus Zeugenaussagen zu rekonstruieren, wird Den Rest des Beitrags lesen »


Erste Risse

Wenn ich einer von diesen Reichsideologen wäre, also glauben würde, dass die Bundesrepublik Deutschland mangels Verfassung gar kein Staat ist, sondern eine Firma oder ein von den Alliierten ins Leben gerufene Verwaltungskonstrukt, mit dem sie das deutsche Volk kleinhalten, ruhigstellen, ausbluten wollen, damit niemand merkt, dass das eigentliche, echte Deutsche Reich unbemerkt doch noch existiert und eigentlich ganz groß mitreden könnte in der Welt und ich darum keine Steuern zahlen müsste. Wenn ich also Reichsideologe wäre, würde ich jetzt feiern. Ich säße vielleicht in der Reichswirtschaft Zur Deutschen Eiche am Tresen und würde die große Neuigkeit verkünden.

Die Bundesrepublik ist ja bekanntlich gar kein Staat, würde ich einleitend erklären. Alle Bundes- und Landesbehörden sind nur Scheinbehörden, die gar keine hoheitlichen Befugnisse besitzen und demzufolge auch keine hoheitlichen Aufgaben wahrnehmen dürfen. Alle vorgeblichen Amtspersonen sind in Wirklichkeit Angestellte der BRiD GmbH oder freiberufliche Hochstapler, die Den Rest des Beitrags lesen »


Verbrennungsmotoren

Neulich hat wieder wer einen Verbrennungsmotor erfunden (oder gebaut oder ausprobiert, oder von einem gehört oder gelesen, der einen erfunden, gebaut oder ausprobiert hat), der statt mit Benzin o.ä. mit Wasser läuft. Benzin war gestern war der Bericht überschrieben, glaube ich. Der Motor soll in ein Moped eingebaut gewesen sein, das dann mit einem Liter Wasser fünfhundert Kilometer gefahren sein soll. Es war jemand dabei, es stimmt also!

Das ist nun beileibe nicht der erste Wasserverbrennungsmotor auf der Welt. Es kommen ja ständig irgendwelche Tüftler mit solchen Geräten an, und jedesmal wird die Erfindung bei den Freie-Energie-Jüngern, den Ufo-Gläubigen, generell esoterisch-verschwörungstheoretisch Geneigten groß gefeiert. Die Berichte machen dann auf den einschlägigen Blogs die Runde (der oben erwähnte übrigens auch) und alle freuen sich, bald nie wieder Geld an der Tankstelle lassen zu müssen.

Eigentlich müsste die Welt Den Rest des Beitrags lesen »


Aus fremden Welten

Wir leben in interessanten Zeiten. Die moderne Technik ermöglicht uns immer detailliertere Einblicke in die Welt, im Kleinen wie im Großen. Während man durch raffinierte Methoden physikalische Grenzen umgehen und mit dem Lichtmikroskop kleinere Dinge sichtbar machen kann, als nach dem (nach wie vor gültigen!) Abbe-Limit möglich sein sollte, fliegen menschengemachte Objekte immer weiter in den Weltraum hinaus und liefern mit immer besseren Instrumenten immer detailliertere Daten von Orten, die noch vor Hundert Jahren völlig unzugänglich waren.

Eine sehr schöne Darstellung dessen, was man so beobachten kann, gibt es übrigens in The Scale of the Universe 2, da kann man sich bis zur Planck-Länge hineinzoomen und in der anderen Richtung so weit zurücktreten, dass das gesamte beobachtbare Universum im Bild ist. Es gibt überall Erklärungen, was man sieht. Sehr unterhaltsam, sehr empfehlenswert. (Und die Musik kann man ausschalten!)

Die Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 etwa funken lange nach Ende der ursprünglich geplanten Missionen immer noch beständig Daten zur Erde. Voyager 2 ist übrigens das Gerät, das laut Pressemeldungen seit vielen Jahren praktisch jährlich das Sonnensystem „dieses mal aber wirklich“ verlässt, ein wenig zum Ärger von Leuten, die sich damit auskennen.

Die Sonde Rosetta umkreist den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko irgendwo in den Weiten des Weltalls und hat den Lander Philae dort abgesetzt – einen Apparat mit Messgeräten und Kamera, der wegen Problemen mit der Stromversorgung derzeit nicht aktiv ist, aber irgendwann doch genug Strom zusammenkriegen könnte, um Bilder herzufunken. Rosetta liefert jedenfalls ständig Daten.

Die Sonde Dawn liefert Bilder vom Jupitermond von Ceres (das ist ein Zwergplanet im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, der Himmelskörper mit den auf den Fotos entdeckten mysteriösen hellen Flecken). New Horizons – ein anderer Schrank voll Messgeräte – ist gerade an Pluto vorbeigeflogen und funkt seitdem spannende Bilder zur Erde. Verschiedene Teleskope liefern mithilfe verschiedener technischer Kniffe immer bessere Bilder vom Weltall, und sogar Hobbyfotografen können mit vergleichsweise simplen technischen Mitteln erstaunliche Ansichten auf die Platte bannen.

Nach einer längeren Pause hat jetzt auch das Weltraumteleskop Holzauge wieder ein spektakuläres Bild geliefert:

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