Wörter, die drölfzigste

Nach Jahr und Tag nun wieder ein paar sortierte Wörter, die gefühlt drölfzigste, tatsächlich erst vierte Folge.

Wörter die ich nicht ausstehen kann:

Pubertier für pubertierende Heranwachsende. Das mag witzig klingen und ist als launische Verbalisierung des pubertätsbedingten Leidensdrucks in der Eltern-Kind-Beziehung auch durchaus verständlich. Aber trotzdem, meine Kinder sind keine Tiere, und ich mag sie nicht so nennen, auch nicht zum Spaß und schon gar nicht in angespannten Zeiten.

vermögen für können: Er hat dies oder das zu tun vermocht o.ä. Das ist so eine Marotte in journalistischen Texten, ähnlich wie das allgegenwärtige & Co., wenn jemand die Möglichkeit andeuten möchte, dass die davor erfolgte Aufzählung womöglich nicht ganz vollständig sein könnte, v.a. wenn der Text in dem beliebten locker-flockig-humorigen Tonfall gehalten ist, der Feierabendtauglichkeit und Nahbarkeit signalisiert.

Aber zurück zu vermögen – ich weiß gar nicht, wo man Den Rest des Beitrags lesen »


Pentatonisches

Vor einer Weile hatte ich ja ein schon etwas älteres Gedankenspiel zur Übertragung der grundlegenden Idee der Zwölftonmusik auf die Sprache wieder aufgenommen. Und jetzt frage ich mich pünktlich zum heutigen Internationalen Tag der Muttersprache, ob man nicht auch in die andere Richtung gehen und ein sprachliches Äquivalent zur Fünftonmusik bauen könnte, sozusagen als Muttersprachgymnastik.

Anderswo wird nur wieder (und oft reichlich larmoyant) über den unmittelbar bevorstehenden Untergang der deutschen Sprache wegen Anglizismenschwemme und Gendersprech gejammert. Das halte ich für völlig verfehlt – Den Rest des Beitrags lesen »


Von zwingender Anziehungskraft

Als Kind hatte ich zwei oder drei Bände von Geheimagent Lennet von einem Cousin geerbt und gern gelesen. Vergangenes Jahr ist mir in einem offenen Bücherschrank in der Nachbarschaft der erste Band der Reihe wieder in die Hände gefallen, Geheimagent Lennet wird ausgebildet. In einer langweiligen Stunde habe ich angefangen, meiner Tochter das Buch vorzulesen, und sie fand die Geschichte auch spannend. Leider war das Buch viel zu schnell zuende, und deshalb haben wir uns über das ZVAB (sehr nützliche Einrichtung!) noch ein paar Bände der Serie besorgt.

Seitdem lesen wir immer mal wieder Geheimagent Lennet, und da fallen mir verschiedene Dinge auf. Der erste Band liest sich sehr gut, die Sprache ist flüssig, die Geschichte im Rahmen der üblichen erzählerischen Freiheiten einigermaßen stimmig. Der zweite Band ist sprachlich teilweise sehr holperig, obwohl von derselben Übersetzerin ins Deutsche gebracht wie der erste, und Den Rest des Beitrags lesen »


Versalzen

Früher hat man ja gegen Eis auf dem Gehweg gern Salz gestreut. Das ist zwar nur so mittelwirksam und hat viele schädliche Nebenwirkungen, aber egal. Es war einfach und billig, und man konnte mit überschaubarem Aufwand der Pflicht nachkommen.

Mittlerweile ist Salzstreuen auf Gehwegen in Deutschland fast überall ausdrücklich verboten. Anwohner müssen die Bürgersteige anderweitig schnee- und eisfrei machen. Erstaunlich viele Läden verkaufen trotzdem Streusalz (und man könnte Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (49)

… die Gruppe junger Mädchen auf dem Weg zum Schloss. Eine bleibt stehen, lässt die anderen ein paar Meter vorausgehen und hebt das Handy. In dem Moment, als die anderen das bemerken und stehenbleiben, versucht die erste, das Schloss zu fotografieren und meckert anschließend halb belustigt, halb erbost: „Ihr steht mir sowas von im Bild“


Formen

Form folgt Funktion ist ein berühmter Designgrundsatz. Klar – was nützt mir die schönste Form, wenn sie der Funktion entgegensteht? Funktionieren muss es, die Form ist da nachrangig bzw. ergibt sich aus der Funktion. Deswegen ist die Form von Dingen aber nicht notwendigerweise egal, erst recht nicht, wenn es um Dinge geht, bei denen mehr als nur die Funktion wichtig ist. Musikinstrumente zum Beispiel.

Natürlich können nach rein funktionalen Gesichtspunkten gebaute Instrumente großartig klingen, sich hervorragend spielen lassen und damit eigentlich perfekt sein. Aber wenn sie dabei hässlich sind? Es gibt sicher Leute, die Den Rest des Beitrags lesen »


Schloss nicht eindrücken!

Aufgesetztes Schloss auf einer postgelb lackierten Blechoberfläche (Werkzeugkasten eines Lkw), darüber ein Aufkleber mit dem Text "Schloß nicht eindrücken!"

Auch bei größter Ungeduld bitte nicht eindrücken, sondern ordnungsgemäß mit dem Schlüssel öffnen. Danke.


Befristet

Schlange auf dem Gehweg vor dem Bäckerladen. Hält ein orangefarbener Lkw irgendeines städtischen Betriebs, ein Mann vielleicht Ende 50 in grelloranger Arbeitskleidung mit Mund-Nasen-Schutz vor dem Gesicht steigt aus und stellt sich an. Nach ein paar Augenblicken Den Rest des Beitrags lesen »


Menschen

Irgendwo in Hörweite läuft das Radio, der regionale Sabbel- und Dudelfunk (womit ich den Höreindruck beschreibe und kein Urteil über die Qualität des Programms abgeben will). Als Hintergrundgeräusch ist das manchmal ganz nett – immer nur Totenstille überall ist ja auch nicht so schön. Manche Leute stört das mehr als mich, und die schalten dann das Radio ein. Wenn es dann läuft, kann ich es meistens ganz gut ausblenden, wenn nicht gerade besonders nervige Musik läuft (und für solche Fälle gibt es Kopfhörer).

Aber jetzt Den Rest des Beitrags lesen »


The Quick Brown Fox

Pangramme, also Sätze, die jeden Buchstaben des Alphabets enthalten, sind hübsch. Echte Pangramme (sogenannte Isogramme), die jeden verfügbaren Buchstaben genau einmal enthalten, sind hübscher. Das in der Überschrift angesprochene englische Pangramm ist mit 35 Buchstaben recht lang und enthält mehrere Buchstaben mehrmals: The quick brown fox jumps over the lazy dog. Es gibt elegantere englische Pangramme, also kürzere, mit weniger doppelten Buchstaben, trotzdem ist der schnelle braune Fuchs wohl das bekannteste englische Pangramm.

Auf Deutsch gibt es laut Wikipedia mindestens drei echte Pangramme mit Umlauten und ß, davon zwei in neuer Rechtschreibung, die wenn schon nicht inhaltlich sinnvoll dann doch wenigstens grammatisch korrekt Den Rest des Beitrags lesen »