Ausnahme

Eigentlich ist hier für Kraftfahrzeuge gesperrt, es ist eine Beinahe-Fußgängerzone. Es dürfen nur Taxen, Linienbusse und Radfahrer durch. Und natürlich der beste Autofahrer Deutschlands, der sein Oberklasse-Coupè sehr schwungvoll hier durchorgelt und dabei gleich noch eine Radfahrerin von der Bahn hupt.

Da schwebt mir ein passiv-aggressiver Tagtraum zu. Ich bin gerade dabei, genau an der Stelle die Straße zu überqueren. Leider geht mir dort, direkt vor seinem Kühler, ahem, der Schnürsenkel auf. Ich beuge mich runter und fange an, den Schuh wieder zuzubinden. Der Sportliche hupt ungeduldig, und das bringt mich aus dem Konzept. Ich muss Den Rest des Beitrags lesen »


Raucher

Wohl im Vorbeigehen an die Wand gesprüht, vielleicht um einen Rest Farbe aufzubrauchen. Es muss nicht immer was Elaboriertes sein…

Bin mir nur nicht sicher, welcher Bildausschnitt mir besser gefällt. Oben ist es schön plakativ, unten Den Rest des Beitrags lesen »


Orientierungsfragen

Politik ist kompliziert. Es ist nicht immer so ohne weiteres zu durchschauen, wer was will und das auf welchem Weg erreichen zu können glaubt. Manchmal kann einem direkt schwindelig werden. Die einen beklagen beispielsweise einen angeblichen Linksruck der Regierung Merkel oder postulieren eine generelle Linksdrift der CDU, schon seit Jahren. Das kommt wohl v.a. aus dem konservativen Lager, für die richtig Rechten ist die CDU ja sowieso schon immer viel zu links.

Andere finden so eine Linksdrift durchaus begrüßenswert. Wieder andere streiten ab, dass es einen Linksruck gebe. Noch wieder andere fühlen sich berufen, gegen einen angeblichen Rechtsruck der Regierung anzugehen. Eine internationalistisch orientierte marxistisch-leninistische Partei plakatiert etwa Gegen den Rechtsruck der Regierung und würde am liebsten gleich Revolution machen.

Und dann Den Rest des Beitrags lesen »


Pixelig

Um diese Anzeige lesen zu können, müsste man wohl Cyborg sein. Eine Kamera als Drittes Auge an der Stirn oder ein Chip als Implantat am Sehnerv könnte Den Rest des Beitrags lesen »


Der richtige Zug

Der ICE war schon mit fünf Minuten Verspätung losgefahren, wegen „verspäteter Bereitstellung“, und hatte diese Verspätung bis Mannheim durchgeschleppt. Dort hätte er planmäßig 9 Minuten Aufenthalt (warum auch immer so lange), gönnt sich aber 12. In Frankfurt/Main Hbf macht er auch nochmal ordentlich Pause und fährt dort mit 16 Minuten Verpätung ab. Übrigens ohne dass die Bahn das irgendwie kommentiert oder erklärt.

Hanau wird mit unveränderter Verspätung passiert. Kurz vor Fulda sagt die Zugchefin durch, ein Anschluss-ICE (den viele Mitreisende erreichen wollen) stehe noch im Bahnhof, es sei denkbar, dass der noch erreicht werde, man könne das aber nicht versprechen. Der Anschlusszug fährt dann genau in dem Augenblick los, als unser Zug mit seinen 16 Minuten Verspätung am selben Bahnsteig gegenüber zum Stehen kommt.

Weiterfahrt nach Kassel Wilhelmshöhe. Dort Den Rest des Beitrags lesen »


Warnung

WARNUNG
vor jeder Berührung der
Drähte und Isolatoren
und der Annäherung an
herabhängende Drähte.
LEBENSGEFAHR!

Ein schön sauber und präzise formuliertes Warnschild. Auf dem Gang quer über die Gleise könnte man unter Umständen Den Rest des Beitrags lesen »


Mein Leben mit Milch

Milch. Immer wieder Milch. Am Anfang direkt von der Mutter. Später künstlicher Ersatz aus der Flasche, im Lauf der Zeit dann weniger Flaschenmilch und mehr Brei und der Umstieg auf die hierzulande übliche Kuhmilch. Damals immer Vollmilch mit 3,5% Fett. Gelegentlich Vorzugsmilch, wenn die Oma zu Besuch war und uns was Gutes tun wollte. Der Umstieg auf fettarme Milch kam später, da war ich schon erwachsen.

Anfangs in – wenn ich mich recht erinnere – Halbliterflaschen vom Milchmann, das Leergut abends vor die Tür gestellt. Wenn in den nächsten Tagen mehr oder weniger Milch als gewöhnlich benötigt wurde, kam ein Zettel mit der entsprechenden Bestellung an die Flaschen. Später kam dann der unsägliche Ausgießschlauch, im Prinzip ein Gefrierbeutel mit einem Liter Volumen, den man in einen speziellen Becher stellte, die Ecken abschnitt und beim Eingießen fast zwangsläufig die Hälfte verschüttete, weil das ganze so labberig war. Das war wahrscheinlich ein raffinierter Schachzug, um den Markteinstieg des anfangs auch nicht besonders benutzerfreundlichen Tetrapaks zu erleichtern. Noch später kam die Glasflasche zurück, diesmal vorwiegend als Literflasche, blieb aber in einer kleinen Nische.

Als Kind habe ich Milch geliebt und in großen Mengen getrunken, bis man mir das Zeug rationierte. (Fleisch auch, konnte ich nicht genug von kriegen, gab es aber viel zu selten und immer zu wenig, aber das ist eine andere Geschichte.) Irgendwann Den Rest des Beitrags lesen »


Schwedisches Elend

Vor einer Weile hat das Schicksal mir die Wallander-Romane von Henning Mankell vor die Nase gespült – in einem offenen Bücherschrank standen alle Romane der Serie in der dtv-Ausgabe. Nachdem mir seit Jahren immer wieder Erwähnungen Wallanders über den Weg gelaufen waren, überwiegend Empfehlungen, habe ich die Gelegenheit ergriffen, da mal einen Blick hineinzuwerfen.

Angefangen habe ich mit Wallanders erster Fall, eine Sammlung von kürzeren Geschichten aus der Zeit von Wallanders Jugend. Ich habe die ersten beiden Geschichten gelesen. Schlecht waren sie nicht, aber vom Hocker haben sie mich auch nicht gerissen. Ein Rezensent bei Amazon schreibt, man merke, dass dieser Band nach den übrigen Romanen entstanden sei und quasi rückdatiert daherkomme. Für Wallander-Fans sei das ganz nett, aber es sei sicher nicht das beste Wallander-Buch. Man möge egal welchen der übrigen Romane zum Einstieg nehmen, der Wunsch nach mehr werde sich dann von selbst einstellen.

Gut, ich also den Band beiseite gelegt und Die weiße Löwin angefangen. Dort derselbe Befund: Nicht schlecht, aber Den Rest des Beitrags lesen »


Zwei, vier, neun

Vor einer ganzen Weile bin ich auf einen Artikel auf Mental Floss, gestoßen (via), in dem es um das Zahlwort zwei geht. Jemand hatte da die Zahlworte für zwei in einer Reihe indoeuropäischer Sprachen zusammengetragen und nach Sprachfamilien geordnet aufgeschrieben. Der Artikel endet mit dem Fazit, es gebe viele mögliche Gestalten, die das Wort für zwei annehmen könne. In den dort zusammengestellten indoeuropäischen Sprachen seien sich die Wörter aber sehr ähnlich, vor allem wenn man mit den ganz anders klingenden Wörtern für zwei in Sprachen wie Türkisch, Finnisch oder Japanisch vergleiche. Wenn man es so zusammengestellt sehe, falle es einem nicht schwer, bezüglich der Verwandtschaft dieser Sprachen *dwóh und *dwóh zusammenzuzählen.

Schön und gut, das Zahlwort für zwei klingt in praktisch allen diesen Sprachen sehr ähnlich, es braucht tatsächlich nicht allzuviel Fantasie, die Parallelen zwischen di, du, due, dwa, dwo, twee, zwei, two usw. zu sehen. (Für drei ist das, glaube ich, ähnlich.) Aber das ist, lacht nicht, purer Zufall. Wenn man so will eine Marotte der indoeuropäischen Sprachgeschichte.

Wenn man nämlich andere Zahlwörter auf diese Art betrachtet, sieht es lange nicht so schön aus. Vier zum Beispiel. Ich habe nicht allzulange recherchiert, ich habe aus dem Stand auch keinen Zugriff auf eine wissenschaftliche Bibliothek und kann auch Den Rest des Beitrags lesen »


Verspiegelt

Schicke Regionalbahn mit schicker Innenausstattung. Die Details wirken durchaus so, wie das auf Architekturzeichnungen immer aussieht: Hell, luftig, großzügig dimensioniert, elegant. Als ganzes betrachtet ist der Innenraum aber ziemlich zerklüftet und zusammengewürfelt, ein bisschen wie eine große Abstellkammer, die mit ein paar Sitzmöbeln und anderem Inventar vollgestellt wurde.

In der Mitte des Wagens ist ein großer ebenerdiger Raum für Fahrräder und großes Gepäck, mit Sitzen entlang der Fenster, durch eine riesige Toilette ungünstig unterteilt. An den Enden des Wagens, über den Radsätzen, sind die gewohnten Vierersitzgruppen, allerdings nur über mehrere Stufen zu erreichen. Die Sitze sind im Prinzip die gleichen, die man aus anderen Regionalzügen kennt. Insgesamt finde ich die Züge eher ungemütlich. Aber immerhin funktionieren sie, und ich muss in so einem Wagen ja nicht Den Rest des Beitrags lesen »