Maischerz

Der heutige erste Mai, Tag der Arbeit, gelegentlich auch Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse genannt, seit einer Weile gesetzlicher Feiertag in Deutschland, fällt diesmal auf einen Samstag. Der sonst immer gern mitgenommene zusätzliche Urlaubstag wird dieses Jahr in sein Gegenteil verkehrt:

Nicht nur ist der Samstag in Deutschland seit den 50er Jahren normalerweise sowieso arbeitsfrei, sodass der gesetzliche Feiertag 2021 dem einzelnen Erwerbstätigen in dieser Hinsicht gar keinen Nutzen bringt.

Sondern im Gegenteil, Den Rest des Beitrags lesen »


Wahrscheinlich

Wahrscheinlich ist man urlaubsreif, wenn man Tee kochen möchte, aber Kandiszucker statt Teeblättern ins Teesieb löffelt und mit kochendem Wasser aufgießt. Egal, immerhin ist bald Wochenende und zugleich Tag der Arbeit, das ist dann sicher doppelt erholsam.

P.S.: Abgelenktheit durch ein fesselndes Buch kann ich in diesem Fall zuverlässig ausschließen. Das hole ich aber u.U. am Wochenende nach.


Und dann war da noch… (52)

… der Mann vorm Supermarkt. Steht mit seinem Einkaufswagen da, einen Fünf-Euro-Schein zwischen den Zähnen wie ein Pirat sein Entermesser, und sortiert irgendwelches Kleingeld in seine Geldbörse.

(Ich habe normalerweise eher wenig Berührungsängste bei Papiergeld. Allerdings habe ich auch schon Leute erlebt, die Den Rest des Beitrags lesen »


Wieder kein Aprilscherz

Wenn 2021 ein Schaltjahr wäre, hätten wir heute den 1. April.

Anscheinend haben Randall Munroe von xkcd und ich diesen Gedanken unabhängig voneinander gehabt, aber er ist damit schneller rausgekommen. Und wer glaubt mir jetzt, dass ich nicht einfach abgeschrieben habe? Egal, die Interferenzen dürften minimal sein.

Ich will jetzt die ganzen alten Überlegungen nicht wieder aufnehmen, wie man den Kalender so umgestalten könnte, dass er, hm, vernünftiger wäre, geordneter, weniger durcheinander, und ob man das tun sollte. Der Versuch, eine entschieden nicht dezimale Welt ohne Rundungsfehler oder irgendwelche krummen Zahlen dezimal darzustellen, muss scheitern – das Jahr hat nun einmal keine glatte Zahl von Wochen, nicht einmal von Tagen, es bleibt immer ein Rest. Das Jahr kann auch Den Rest des Beitrags lesen »


Wesentliche Vermeidungseffekte

Vor einer Weile hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sich öffentlich für ein allgemeines Tempolimit von 130km/h auf deutschen Autobahnen ausgesprochen. Damit würde die gegenwärtige Praxis ins Gegenteil verkehrt: Statt dass wie bisher Geschwindigkeitsbegrenzungen auf einzelnen Autobahnabschnitten konkret gerichtsfest begründet werden müssen, müssten nach dieser Empfehlung örtlich begrenzte Ausnahmen vom Tempolimit Den Rest des Beitrags lesen »


Kamerascheu

Neulich stehe ich abends auf einer Verkehrsinsel am Rand der Innenstadt und versuche, aus einer beleuchteten Straße ein paar Fotos zu machen. Mich hat das V gereizt, das die über der Straße hängenden Lampen bilden:

Blick von Straßenmitte aus entlang einer Straße bei Dunkelheit; die an Kabeln über der Straße aufgehängten Straßenlaternen bilden eine Art V, dessen Spitze am Horizont auf die Straße trifft.

Während ich da mit der Kamera herumprobiere, überquert in vielleicht 50 m Entfernung eine schwarze Katze die Straße, läuft mir also etwa auf Höhe der Weiche quer durch das Bild oben. Aus den Augenwinkeln sehe ich sie kurz darauf am Straßenrand an mir vorbeischleichen. Ein Fuchs wäre spannender gewesen, ein Wildschwein aufregender, aber Besuch von Katzen ist auch nett, solange die Den Rest des Beitrags lesen »


Einverleibungen

Es gibt im Deutschen ja eine beständig wachsende Menge Anglizismen, was öffentlich zu beklagen sich manche berufen sehen, wofür sie dann wiederum von anderen öffentlich kritisiert werden.

Anglizismen sind  also allgegenwertig in der heutigen deutschen Sprache, und Anglizismen zu erfinden muss ein beliebtes Hobby sein. In der Werbung wird sowas geradezu zwanghaft gemacht, und in Managementkreisen wird auch häufig ein bisweilen schwerverdauliches Denglisch gesprochen. Schwer zu verstehen, wenn man entweder mit der Denkweise oder dem Fachgebiet der jeweiligen Wortimporteure nicht vertraut ist und darum nicht ohne weiteres erschließen kann, was die ausdrücken wollten, oder weil man die importierten englischen Wörter gar nicht erst kennt.

Und einfach nachschlagen kann man so etwas auch nicht so ohne weiteres, weil erstens das Englische ein paar Laute hat, die im Deutschen nicht vorkommen, zweitens der Zusammenhang zwischen Schreibweise und Aussprache im Englischen recht unübersichtlich ist, und weil drittens so mancher Denglischsprecher seine Importware in der Aussprache derart vermurkst, dass vom Klang nicht immer ganz einfach auf die Schreibweise geschlossen werden kann.

Dabei haben wir noch gar nicht davon angefangen, dass manchen Wörtern beim Import die Bedeutung ziemlich verdreht wird oder englisch klingende Wörter gelegentlich gleich ganz erfunden werden (das berühmte urdenglische Handy lässt grüßen). Bis die im Duden auftauchen, gibt es nichts, wo man die nachschlagen könnte. Obwohl, im Internet Den Rest des Beitrags lesen »


Wörter, die drölfzigste

Nach Jahr und Tag nun wieder ein paar sortierte Wörter, die gefühlt drölfzigste, tatsächlich erst vierte Folge.

Wörter die ich nicht ausstehen kann:

Pubertier für pubertierende Heranwachsende. Das mag witzig klingen und ist als launische Verbalisierung des pubertätsbedingten Leidensdrucks in der Eltern-Kind-Beziehung auch durchaus verständlich. Aber trotzdem, meine Kinder sind keine Tiere, und ich mag sie nicht so nennen, auch nicht zum Spaß und schon gar nicht in angespannten Zeiten.

vermögen für können: Er hat dies oder das zu tun vermocht o.ä. Das ist so eine Marotte in journalistischen Texten, ähnlich wie das allgegenwärtige & Co., wenn jemand die Möglichkeit andeuten möchte, dass die davor erfolgte Aufzählung womöglich nicht ganz vollständig sein könnte, v.a. wenn der Text in dem beliebten locker-flockig-humorigen Tonfall gehalten ist, der Feierabendtauglichkeit und Nahbarkeit signalisiert.

Aber zurück zu vermögen – ich weiß gar nicht, wo man Den Rest des Beitrags lesen »


Pentatonisches

Vor einer Weile hatte ich ja ein schon etwas älteres Gedankenspiel zur Übertragung der grundlegenden Idee der Zwölftonmusik auf die Sprache wieder aufgenommen. Und jetzt frage ich mich pünktlich zum heutigen Internationalen Tag der Muttersprache, ob man nicht auch in die andere Richtung gehen und ein sprachliches Äquivalent zur Fünftonmusik bauen könnte, sozusagen als Muttersprachgymnastik.

Anderswo wird nur wieder (und oft reichlich larmoyant) über den unmittelbar bevorstehenden Untergang der deutschen Sprache wegen Anglizismenschwemme und Gendersprech gejammert. Das halte ich für völlig verfehlt – Den Rest des Beitrags lesen »


Von zwingender Anziehungskraft

Als Kind hatte ich zwei oder drei Bände von Geheimagent Lennet von einem Cousin geerbt und gern gelesen. Vergangenes Jahr ist mir in einem offenen Bücherschrank in der Nachbarschaft der erste Band der Reihe wieder in die Hände gefallen, Geheimagent Lennet wird ausgebildet. In einer langweiligen Stunde habe ich angefangen, meiner Tochter das Buch vorzulesen, und sie fand die Geschichte auch spannend. Leider war das Buch viel zu schnell zuende, und deshalb haben wir uns über das ZVAB (sehr nützliche Einrichtung!) noch ein paar Bände der Serie besorgt.

Seitdem lesen wir immer mal wieder Geheimagent Lennet, und da fallen mir verschiedene Dinge auf. Der erste Band liest sich sehr gut, die Sprache ist flüssig, die Geschichte im Rahmen der üblichen erzählerischen Freiheiten einigermaßen stimmig. Der zweite Band ist sprachlich teilweise sehr holperig, obwohl von derselben Übersetzerin ins Deutsche gebracht wie der erste, und Den Rest des Beitrags lesen »