Countdown

Meine Jüngste kann es kaum abwarten, bis die Grundschule vorbei ist. Sie langweilt sich bei dem ganzen Kinderkram dort und freut sich schon darauf, nach den Sommerferien endlich an einer „richtigen“ Schule richtig was lernen zu können.

Neulich habe ich ihr in dem Zusammenhang von dem schönen alten Wehrpflichtigenbrauch erzählt, sich für die letzten 100 Tage bei der Bundeswehr ein Maßband zu besorgen und jeden Tag einen Zentimeter abzuschneiden. Man sieht dann immer, wieviele Tage man noch vor sich hat bis zur Erlösung.

Sie fand die Idee gut und wollte Den Rest des Beitrags lesen »

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Hä?

Standardvokabel, die in vielen Lebenslagen sehr nützlich ist.


Eigentlich egal

Viele Leute sagen Café ([kaˈfeː]), wenn sie das Getränk meinen. Besonders in der Werbung wird das oft gemacht, so ziemlich bei allen klassischen in Deutschland vertriebenen Kaffeemarken war das jedenfalls üblich, Dallmayr, Eduscho, Hag, Jacobs, Melitta und was es sonst noch alles gibt. Man glaubt wahrscheinlich, das klinge distinguiert und betone die Exklusivität, Verzeihung, Exclusivität des so beworbenen Stoffs, auch wenn es sich um ein industriell gefertigtes Massenprodukt handelt, das allermeistens auf Knopfdruck aus immer den gleichen Vollautomaten läuft.

Ich bin mit der Aussprache Kaffee ([ˈkafeː]) aufgewachsen, gelegentlich hieß es auch Kaffe mit kurzem e ([ˈkafə]) und manchmal fast ins Stimmhafte spielenden f. Nur manche, aus meiner damaligen Sicht feinen Leute sagten Café ([kaˈfeː]). Vielleicht klingt deshalb diese Aussprache in meinen Ohren immer noch ziemlich affektiert.

Dabei wird Kaffee laut Duden zumindest in Österreich immer auf der letzten Silbe betont. Das dürfte sich bis weit nach Bayern hinein bemerkbar machen, und im restlichen deutschen Sprachraum ist diese Aussprache auch nicht wirklich selten.

Falsch ist es also nicht. Kann es eigentlich auch nicht sein – anders als die Rechtschreibung lassen sich Sprachgebrauch, Grammatik und Aussprache kaum Den Rest des Beitrags lesen »


Mütze, Bart, Pfeife

Soweit ich weiß hat jetzt zum erstenmal überhaupt jemand meinen Avatar kommentiert (die karfunkelfee in diesem Kommentar, danke!), und da dachte ich, ich erzähle mal kurz, wie der Avatar zustandegekommen ist.

Vor Jahren hat mir jemand eine kleine Holzfigur von einem pfeiferauchenden Seebären geschenkt:

Als sich beim Einrichten des Blogs auf WordPress.com die Frage nach einem Avatar stellte, habe ich mit der Figur geliebäugelt. Ich habe ein bisschen fotografiert und ausprobiert, aber das war mir alles zu wischiwaschi, zu kontrastarm und letztlich nicht so gut geeignet. Also habe ich angefangen, eine von dem Seebären inspirierte Figur zu zeichnen.

Nach mehreren Versuchen Den Rest des Beitrags lesen »


Rotbart

Ab morgen muss die (vor zwei Jahren in Kraft getretene) Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) angewendet werden. Diese Verordnung erlegt auch kleinen Bloggern wie mir umfangreiche Dokumentations-, Auskunfts- und Löschpflichten auf, von denen nicht einmal Fachleute genau sagen mögen, wer da genau was leisten muss, wie Versäumnisse oder Verstöße gewertet werden und was für Folgen das dann haben wird.

Verweise der Autoren, dass man kleinen Bloggern nicht an den Karren fahren wolle, dass im Umgang mit privaten Kleinst-Datenverarbeitern eher beraten als bestraft werden solle usw. klingen hübsch, dürften aber vor Gericht irrelevant sein. Die Anforderungen stehen auf dem Papier, sie gelten, und die Gerichte werden Den Rest des Beitrags lesen »


Bombenfest

Neulich unfreiwillig aber fasziniert mitgehört: Ein stämmiger Endfünfziger erzählt seinem Sitznachbarn ausgiebig von seinen Heimwerkereien.

Er habe vor ein paar Jahren ein Haus gekauft, Baujahr späte 60er Jahre, in dem die Erstbesitzer bis zum Umzug ins Pflegeheim gewohnt hatten. Das Ding sei schon etwas verwohnt gewesen, er habe es über mehrere Jahre hinweg überwiegend in Eigenarbeit wieder auf Vordermann gebracht.

Dabei sei auch soweit alles gut gegangen, nur mit dem Bad habe er immer Probleme gehabt. Der Abfluss der Badewanne sei ständig verstopft gewesen und habe sich auch nicht nachhaltig freimachen lassen. Der daraufhin beauftragte Installateur habe da „nur Scheiß gebaut“, das sei immer ganz schnell kaputtgegangen bzw. wieder verstopft, und auch nach mehrmaliger Reklamation und Nachbesserung habe das nicht richtig funktioniert. Also Den Rest des Beitrags lesen »


Verfrüht

Neulich nachmittags. Tochter und ich sitzen im Kino, wir wollen Sherlock Gnomes sehen. Erst läuft der übliche Vorspann, ein bisschen Werbung, ein Trailer von Christopher Robin, mehr Werbung, noch ein Trailer. Dann geht das Licht wieder an, eine Eisverkäuferin macht die Runde und es passiert eine gefühlte Ewigkeit nichts.

Zwei Reihen hinter mir Den Rest des Beitrags lesen »


Gastgeber und Fahrdienstleiterinnen gesucht

Die Bahn sucht Personal und hängt derzeit Plakate mit Stellenanzeigen in den Bahnhöfen aus. Auf diesen Plakaten spricht sie die gesuchten Berufsgruppen gezielt an:

Fahrdienstleiter: Du willst selbst den Ton angeben. Wir brauchen Taktgeber für tausende Züge.

Mechatroniker: Du willst, dass alles rund läuft. Wir bringen ein ganzes Land ins Rollen.

Elektriker: Du willst einen Job mit mehr Spannung. Wir haben 15.000 Volt zu bieten.

Zugbegleiterin: Du willst Gastgeber sein. Wir haben 7 Mio. Gäste täglich.

Alle Stellenanzeigen wenden sich ausdrücklich an Männer und Frauen, es heißt jeweils Den Rest des Beitrags lesen »


Skizze einer Neuen Medizin™

Jetzt ist der March for Science vorbei, da können wir diesen lästigen Wissenschaftskram beiseitelegen und wieder zum Alltag übergehen. Anders gesagt: Die Diät ist vorbei, räumt den Heimtrainer schnell wieder in den Keller, packt Schokolade, Chips und Bier aus!

Also, es gibt so viele Heilmethoden, die als Komplementärmedizin oder Alternative Medizin laufen, und so viele davon sind haarsträubend absurd. Und die meisten dieser Methoden passen nicht mit den meisten anderen Methoden zusammen oder schließen sich sogar gegenseitig aus. Will heißen: Wenn Methode A funktioniert und die vorgebrachte theoretische Grundannahme stimmt, kann Methode B nicht auch funktionieren und korrekt sein. Das gilt etwa für Bachblüten, Schüßlersalze und Homöopathie.

Trotzdem gibt es haufenweise Leute, die sich nicht auf eine der genannten Methoden beschränken, sondern mehrere praktizieren oder wenigstens als sinnvolle Behandlungsmethoden akzeptieren. Die drei oben genannten Methoden etwa gehören zum Standardrepertoire der Heilpraktikerei, viele Heilpraktikerschulen bieten alle drei an. Apotheken verkaufen nebeneinanderher homöopathische Zubereitungen, Schüßler-Salze, Bachblütentropfen, spagyrischen und anderen Firlefanz. Das ist, als ob man gleichzeitig behauptet, die Erde sei eine Scheibe, sie sei eine Kugel, die um die Sonne rotiert und sie sei ein Hohlkörper, auf dessen Innenseite wir herumlaufen und uns Sonne, Mond und Sterne zusammenhalluzinieren. Mit solchen Phantastereien ist nicht zu spaßen.

Da diese Widersprüchlichkeiten aber im echten Leben offenbar nicht weiter stören und man sich augenscheinlich bestens einreden kann, dass alle diese „Medizinen“ gleichzeitig funktionieren und korrekt sind, kann eine weitere solche „Medizin“ nicht schaden. Ich will auch sowas. Vielleicht werde ich Den Rest des Beitrags lesen »


#HomöopathieUmsonst

Der 10. April ist offenbar der World Homeopathy Day und Beginn der World Homeopathic Awareness Week. War mir bisher nicht bekannt, ich finde im Internet auch nicht allzuviel dazu, es gibt nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Dieser Tag scheint nur in Indien einige Bekanntheit zu haben. Anlass ist wohl der Geburtstag des Erfinders der Homöopathie, Samuel Hahnemann.

(In Argentinien feiert man an diesem Tag übrigens den Geburtstag des argentinischen Medizin-Nobelpreisträger Bernardo Alberto Houssay als Día de la Ciencia y la Técnica – Tag der Wissenschaft und Technik.)

Gestern morgen hat @littlewisehen auf Twitter einen Artikel über eine Aktion spanischer Skeptiker verlinkt, die diesen Tag auf ihre Art begehen. Sie veralbern die Homöopathie:

Die Aktion lief schon im vergangenen Jahr. Sie kommt vom Verein Farmaciencia und liegt ganz auf meiner Linie – mit Zetteln an Wasserspendern, Trinkbrunnen u.ä. Den Rest des Beitrags lesen »