Bus verpasst

Mit Busfahrern habe ich immer mal zu tun. Gelegentlich schreibe ich auch drüber. Jetzt ist wieder was fällig

Also: Ich bin auf dem Weg zum Bahnhof spät dran (und man sollte sich nicht drauf verlassen, dass der Zug zu spät ist). Ich komme um die Ecke und sehe, wie der Bus an der Haltestelle 100 m weiter hält. An der Haltestelle wartet niemand, aber es steigen ein paar aus. Ich laufe los und erreiche die hintere Tür, als die gerade anfängt zuzugehen. Ich greife in die Lichtschranke, drücke die Tür wieder auf und steige ein. Gehe gleich nach vorn, um meine Fahrkarte zu zeigen.

Busfahrer: Was war denn das eben für eine Aktion?

ich: Na, ich wollte Den Rest des Beitrags lesen »

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Wörter (2)

Es hat sich wieder was angesammelt.

Wörter, die ich auch nicht mag:

Umtrunk (das Wort, nicht die Veranstaltung, die kann alles zwischen unerträglich und recht nett sein)

Knolle (wenn das Wort in journalistischen Texten als Synonym für Kartoffel verwendet wird, noch schlimmer und eigentlich unsäglich ist tolle Knolle oder so. Noch schlimmer finde ich es nur, ergänzt meine Frau, wenn sie -ideen oder, noch viel schlimmer, & co. an was dranhängen. Kartoffel & co – pfiffige Rezeptideen für die tolle Knolle. Das ist mein Cleaning Woman!, da werde ich zum Hulk.)

Nuff said (den Ausdruck, nicht das damit Ausgedrückte, wenn man nämlich meint, das bisher Gesagte reicht aus bzw. spricht für sich und muss Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (36)

… der Zugbegleiter, der sich aus seinem eigenen Zug ausgesperrt hatte.

Ein IC hält an einem Provinzbahnhof. Fahrgäste steigen aus und ein, dann ist es Zeit zum Weiterfahren. Der Zugbegleiter am einen Ende steht noch auf dem Bahnsteig, als die Türen zufallen. Seine eigene auch. Es dauert zwei Augenblicke, bis bei ihm der Groschen fällt. Dann schwenkt sein Blick langsam zum anderen Ende des Zuges. Dort muss er hin, bis ganz nach vorn, wo sein Kollege in der offenen Tür steht und ihn während des Sprints durchaus enthusiastisch anfeuert.

Jetzt überlege ich, was passiert, wenn beide nach dem Zufallen der Türen auf dem Bahnsteig gestanden hätten…


Die Lösung

Seit vielen Jahren treiben viele Industrieländer auf den Verkehrsinfarkt zu. Deutschland ist da als dicht besiedeltes Transitland ganz vorn mit dabei. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge steigt ständig, und die Folgen sind nicht so schön: Dreck und Lärm auf dauernd staugeplagten Autobahnen und in immer verstopfteren Städten. Mittlerweile ist immer überall alles vollgeparkt. Bürgersteige, Radwege und Einfahrten werden gewohnheitsmäßig als Kurzparkplätze zweckentfremdet. Der vorgeschriebene 5-m-Abstand zu Kreuzungen wird zumindest in Wohngebieten auch immer häufiger ignoriert, Parken in zweiter Reihe ist mancherorts auch praktisch üblich.

Immer mehr Kraftfahrzeuge benötigen immer mehr Platz. In der Folge asphaltieren wir immer mehr Land zu und stellen Autos drauf ab, die im Schnitt 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumstehen und die übrige Stunde Den Rest des Beitrags lesen »


Schlürfen und nippen

Gelegentlich lese ich in Zeitungen Artikel, die von irgendwelchen bestimmten Milieus handeln oder wo solche Milieus zumindest gestreift werden. Als Journalist soll oder will man sich mit dem Objekt der Berichterstattung nicht gemein machen, sondern professionelle Distanz wahren. Außerdem will man – unterstelle ich – nach Möglichkeit als weltläufig, erfahren, abgeklärt gelten, schreibt deshalb oft schwungvoll, ein bisschen witzig, ein bisschen ironisch und jedenfalls über den Dingen stehend.

Im Rahmen solcher Berichterstattung wird gern beschrieben, was die Leute so tun. Und dabei kommt dann gelegentlich auch die Rede darauf, was für Getränke die beschriebenen Leute so zu sich nehmen und wie sie Den Rest des Beitrags lesen »


Giftgrün

Grünschillernde Fliege auf einem grünen Blatt in einem Gebüsch am Wegrand

Die saß einfach so träge da in der Sonne, auf diesem Blatt auf einem Busch am Wegrand, während drumherum Bienen und Hummeln die Blüten versorgten (die waren aber zu hektisch für meine etwas langsame Kamera, die Schnappschüsse von neulich waren ein Glückstreffer).


Doch kein Projekt

Neulich hatte ich ja ein bisschen geträumt. Leider war das wirklich nur eine Träumerei. Ob das in echt so funktionieren könnte, irgendwo zwischen Hippiekommune und Gartenzwergspießerparadies, selbst wenn es das Grundstück gäbe und die Leute dabei wären, weiß ich natürlich nicht. Ob ich die Gelegenheit wahrnehmen würde, wenn sie sich böte, weiß ich auch nicht. Kinderlos oder mit Kleinkindern eher. Oder später, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Jetzt, in der Zeit dazwischen, müssten sie ja mit uns ihr Umfeld verlassen, und das würde ich ihnen vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung mit sowas nicht einfach zumuten wollen.

Die anderen haben sicher ihre Gründe dafür, nicht so ein Projekt auf die Beine gestellt zu haben. Insofern ist es wirklich nur eine Utopie. Und um ehrlich zu sein, es war ja abzusehen, das Leben ist kein Werbeclip.

Deshalb Den Rest des Beitrags lesen »


Erlebnisse

Irgendwie kann man kaum irgendwo irgendwas einkaufen, ohne dass man irgendwelchen Kram angeboten aufgedrängt kriegt. Das mancherorts übliche Gummibärchen für’s Kind an der Supermarktkasse ist ja ok, aber alles andere muss nicht sein.

Beinahe an jeder Kasse muss man mitteilen, dass man keine Paybackpunkte sammelt. In einer Reihe von Ketten wird man jedesmal gefragt, ob man die Kundenkarte hat; wenn nicht, ob man sie vielleicht will. Wenn man nicht sehr schnell und entschieden mit nein antwortet, werden oft auch gleich noch schnell die vielen allgemeinen Vorteile der Kundenkarte sowie die brandaktuellen Neukundenrabatte zum Sofortmitnehmen aufgezählt.

In den Filialen einer großen Drogeriekette wird man bei fast jedem Bezahlvorgang gefragt, ob man vielleicht noch eine Kleinigkeit aus dem Grabbelglas neben der Kasse mit irgendwelchem Ramsch für 50 Cent kaufen will. Wenn dort gerade Badekugeln oder Tagescremepröbchen angeboten werden, kriege ich als Mann die allerdings nie vorgeschlagen, womit wir dann gleich noch stereotype Rollenbilder auf der Meckerliste haben.

Oft gibt es Sonderaktionen, auf die man an der Kasse natürlich hingewiesen wird. Da lauern sie einem im Laden auf und man kriegt Dinge zum Probieren angeboten – Salamischeiben, Schokoladenstücke, Biokäsecracker. Oder sie drücken einem ungefragt Pröbchen in die Hand – Duftwasser, Handcreme, Biokäsecracker. Im Coffeeshop Den Rest des Beitrags lesen »


Das Projekt

Ich träume mir jetzt mal was zusammen. Also: Ich habe mit einer Handvoll Freunde aus Unizeiten zusammengeschmissen und ein Grundstück am Rand einer Kleinstadt gekauft. Teil eines alten Bauernhofs, ca. 5.000 Quadratmeter mit einer Scheune, teils Backstein, teils Holz, und einem langer Backsteinschuppen. Erstaunlich billig weil etwas vergammelt. Das zugehörige Bauernhaus ist anständig zurechtgemacht, steht vorn an der Straße ca. 50 m entfernt und gehört wem anders.

Wir konvertieren die Scheune und den Schuppen in Wohnraum für sechs, sieben Familien. Obwohl, was heißt Familien, es ist gemischter Haufen – ein paar Singles, kinderlose Paare, und eben Familien. Mehrere Großeltern kreisen um das Projekt, die werden möglicherweise auch Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (35)

… der Falschparker, der seinen Karren so dämlich abgestellt hatte, dass zwei Straßenbahnlinien umgeleitet werden mussten, bis ein Abschleppdienst dieses Stück ruhenden Verkehr weggeräumt hatte. So konnten zwei wichtige Linien den Hauptbahnhof während der abendlichen Hauptverkehrszeit eine gute Dreiviertelstunde lang nicht anfahren.

Dem Fahrzeughalter sollten ziemlich die Ohren geklingelt haben, so gut war die Stimmung an der Haltestelle…