Wasserkühlung

Bei großer Hitze macht es (mir jedenfalls) keinen großen Spaß, am heißen Herd zu stehen. Man schwitzt sowieso schon, und sich dann noch von dampfenden Töpfen und brutzelnden Pfannen beheizen zu lassen ist wirklich kein Vergnügen, da kann das Essen hinterher noch so gut sein. Wir kochen deshalb während Hitzewellen eher bescheiden. Sachen, wo man einen Topf für braucht, nicht drei. Sachen, die sich möglichst von selbst kochen, ohne dass man da ständig irgendwas rühren, wenden, regulieren, dazuschütten oder abgießen muss.

Backen ist ab 30 Grad im Schatten auch eher nicht angesagt, weil das die Küche unweigerlich aufheizt. Ein Kilogramm Brot bringt locker fünf Grad Temperaturanstieg, und Lüften ist bei schwüler Hitze auch keine Lösung. Da wird Müesli plötzlich attraktiver als frisches Brot.

Manchmal kommt man aber nun um eine Kocherei wirklich nicht herum – man kann ja nicht nur Den Rest des Beitrags lesen »

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Gute Frage (3)

Korridor, eine der Hauptverkehrsadern des Gebäudes, wo ein guter Teil der Belegschaft jeden Tag auf dem Weg zur und von der Kantine langkommt. Zu beiden Seiten Bürotüren, ungefähr alle fünf Meter. In neun der zwölf sichtbaren offenen Türen steht ein Ventilator, der das jeweilige Büro ventiliert.

Fragt ein Kollege im Vorbeigehen: Warum blasen die eigentlich die verbrauchte warme Luft aus dem Korridor in ihre Büros?


Backen nach Emoto

Anlässlich eines Geburtstags habe ich neulich ein Rezept für Biskuit-Tortenboden gesucht und bin auf Chefkoch fündig geworden: Grundrezept Biskuitboden.

Das Rezept ist soweit gut geschrieben. Die Autorin führt Schritt für Schritt durch das Programm, ohne Lücken, Sprünge oder Zeitschleifen. Letztere sind ärgerlich, wenn man etwa eine aufwändig vorbereitete Masse schnell in etwas einrühren muss, das man vorher hätte fertigmachen müssen, das aber erst an dieser Stelle im Rezept erwähnt wird.

(Die x-Masse JETZT ZÜGIG in die vorher angerührte und in der Backform mindestens eine Stunde kaltgestellte y-Masse rühren, dann SOFORT Den Rest des Beitrags lesen »


Geschichte

Im Geschichtsunterricht habe ich vieles gelernt. Insgesamt drei engagierte Geschichtslehrer haben mir im Gymnasium eine Menge beigebracht. In den unteren Klassen viel Grundlagenwissen – Orte, Daten, Zahlen zum Auswendiglernen. Gründung Roms, Karl der Große, Westfälischer Friede, Reichssicherungshauptschluss und so. Später dann mehr Zusammenhänge und Hintergründe, z.B. zur NS-Diktatur und zum 2. Weltkrieg. Wie es dazu kommen konnte, wie das überhaupt möglich wurde und wieso es nicht verhindert wurde.

Eine der eindrücklichsten Lektionen zu dieser Zeit stammt aber aus dem Musikunterricht. Mein Musikgrundkurs in der Oberstufe war sehr klein, nur eine handvoll Leute, die fast alle beträchtliche musikalische Vorbildung mitbrachten. Deshalb konnten wir dort Den Rest des Beitrags lesen »


Homöopathie als Nanomedizin?

Kürzlich ist mir auf Twitter ein Link auf einen Text der französischen Homöopathen Florence Courtens, Jean-Louis Demangeat und Mourad Benabdallah unter dem Titel Could the Olfactory System Be a Target for Homeopathic Remedies as Nanomedicines? begegnet (Link zum Paper, gefunden via).

Die Frage klingt interessant: Könnten homöopathische Arzneimittel nanomedizinisch wirksam sein? Könnte das olfaktorische System Ziel für diese Mittel sein? Die Autoren – alle drei promovierte Mediziner – präsentieren einige Überlegungen, ob und wie das der Fall sein kann. Ich bin kein Mediziner und kein Naturwissenschaftler, womöglich kann ich das Paper also nicht in allen fachlichen Feinheiten erfassen. Aber ein paar grundsätzliche Gedanken mache ich mir trotzdem dazu.

In der Einleitung steht:

Homeopathic remedies (HRs) contain plant, animal, mineral, and metal products with specific odors such as flavonoids and terpenes in plant extracts, for example, (…)
(„Homöopathische Arzneimittel enthalten pflanzliche, tierische, mineralische oder metallische Substanzen mit spezifischen Geruchsstoffen wie Flavonoide oder Terpene in Pflanzenextrakten.“ Meine Übersetzung.)
(Ich übersetze die zitierten Passagen, damit niemand beim Lesen am Englischen scheitert. Da ich kaum Erfahrung mit medizinischen und wissenschaftlichen Texten habe, dürften die Übersetzungen nicht in allen Fällen dem in Fachkreisen üblichen Sprachgebrauch entsprechen, sollten den Inhalt aber trotz der eher oberflächlichen Recherche für den Zweck dieses Beitrags angemessen wiedergeben. Diese und alle anderen Passagen stammen aus dem eingangs verlinkten Artikel. Auf genauere Stellenangaben verzichte ich, da der Artikel nur wenige Seiten umfasst und durchsuchbar ist.)

Das stimmt so pauschal nicht. Viele gängige homöopathische Arzneimittel sind so hoch verdünnt, dass sie nur noch das zum Verdünnen verwendete Lösungsmittel (mit allen seinen unvermeidlichen zufällig dort hineingeratenen Verunreinigungen) enthalten oder – wenn das Mittel in Form von Globuli dargereicht wird – aus reinem Zucker (mit allen seinen unvermeidlichen zufällig dort hineingeratenen Verunreinigungen) bestehen.

Ab einer Verdünnung von 1:1.000.000 (auf homöopathisch: D6 oder C3) übersteigt die Menge der Verunreinigungen im Lösungsmittel die Menge der noch vorhandenen Urtinktur (Quelle). Bei 1:1.000.000.000.000.000.000.000.000 (D24/C12) Den Rest des Beitrags lesen »


Sauberhalten

In den Toiletten in vielen ICEs der Deutschen Bahn steht am unteren Rand des Spiegels folgender Text:

Die Mitreisenden möchten sich wohl fühlen. Sie auch? Bitte helfen Sie mit, dieses WC sauber zu halten.

Die Mitreisenden möchten sich wohl fühlen. Sie auch?
Bitte helfen Sie mit, dieses WC sauber zu halten.

Die Argumentation ist völlig einleuchtend, aber ich stolpere trotzdem über den Text. Auf die Frage, ob ich mich wohlfühlen will, mit der Aufforderung fortzufahren, dieses WC sauber zu halten ist ein bisschen unpassend – wenn ich das sauberhalte, fühle ich mich ja nicht wohl, sondern nur die Mitreisenden, die das Örtchen nach mir benutzen. (Nichts dagegen, es sei ihnen gegönnt!) Und wenn ich in einer Stunde nochmal hierher muss, hat vielleicht jemand anders trotz meiner Mitwirkung alles vollgesaut, sodass ich von meiner eigenen (für die Gelegenheit mal behaupteten) Mustergültigkeit nichts hätte.

Anders gesagt, die Sequenz Den Rest des Beitrags lesen »


Renovierung

Das äußere Erscheinungsbild von gnaddrig ad libitum hat sich jetzt seit Jahren nicht wesentlich geändert, und mittlerweile gefällt mir das Design nicht mehr so. Das 2011 eingeführte WP-Theme Clean Home wird auf WordPress.com seit einiger Zeit nicht mehr angeboten und ist vermutlich auch technisch veraltet. Keine Ahnung, ob das irgendwie DSGVO-relevant ist. Ob irgendwelche aktuellen Themes DSGVO-konformer als das alte sind, weiß ich natürlich auch nicht. Ein bisschen absurd ist es, dass man sich da überhaupt Gedanken drüber machen muss, aber egal.

Das alte Design begeistert mich also nicht mehr wirklich, deshalb habe ich mir ein neues gesucht: Nucleare. Das hat mit dem bisherigen einiges gemein – mittig die breite Spalte für Blogbeiträge, rechts eine schmale Spalte für Links: Aktuelle Beiträge, meistgelesene Beiträge, neueste Kommentare, Suche, Zugriff auf das Archiv usw. Ansonsten wenig Schnickschnack, alles schön unverkramt und hell.

Die Farben sind jetzt etwas anders. Das Grün für den Titel hätte ich mir so nicht ausgesucht, finde es aber ganz ok. Das wirkt nicht ganz so klotzig wie das (von meinem Blogbild übernommene) Schwarzblau von vorher (die Farbe des Titels konnte ich vor Jahren noch ändern, jetzt geht das nicht mehr, die Option hat WordPress in dem alten Theme irgendwann stillschweigend gestrichen). Viel Spielraum lässt das Theme nicht, wer mag kann Den Rest des Beitrags lesen »


Schiebetüren

Vor einer Weile hatte ich über die halbautomatischen Schiebetüren zwischen den einzelnen Wagen deutscher Intercitys geschrieben und über das Dilemma, wo denn die entsprechenden Warnschilder am besten hingeklebt werden sollten: Wenn einer eine Reise tut…

Die Schweizer Bundesbahnen lösen das Problem ganz elegant, indem sie Den Rest des Beitrags lesen »


Bingen

Neulich im Intercity Richtung Norden. Der Zug ist recht gut besetzt, aber wir haben reserviert und richten uns ein. Vor uns zwei Stunden Nichtstun, Träumen, Musikhören, Lesen.

Am nächsten Halt kommt eine sehr fidele Seniorentruppe in den Zug, sieben oder acht Leute. Die haben ein paar Reihen weiter die beiden Sitzgruppen mit Tisch reserviert und nehmen ihre Plätze jetzt in Besitz. Das ist eine größere Unternehmung als man denken sollte.

Die Herren sind charmant und wollen das Gepäck versorgen, die Damen sind charmiert und wollen Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (29)

… der Mann – vielleicht Ende fünfzig, volle Figur, guter Anzug, weißes Hemd, keine Krawatte – der am Abend mit einem vollen Schnapsglas durch den Zug läuft. So ein schmales, hohes Schnapsglas vom Typ Wodkazylinder. Die Flüssigkeit hat etwas Farbe, sieht aus wie Aquavit. Nach ein paar Minuten kommt er mit leerem Glas zurück.