Geräuschkulissen

Derzeit sind bei uns wieder mal Irgendein-Depp-bohrt-irgendwo-immer-Tage. Im Nachbarhaus wird eine Wohnung entkernt und neu aufgebaut. Gut, das sind keine Deppen sondern Handwerker. Aber bohren tun sie dort ausgiebig. Tagelang haben sie Fliesen von den Wänden und Fußböden geschlagen und seit Beginn der Arbeiten ein Dutzend Anhänger Schutt abgefahren.

Der fiese Sound der dabei verwendeten Bohrhämmer findet in dem Stahlbeton der beiden Wand an Wand stehenden Häuser ideale Ausbreitungsbedingungen und ist mühelos in der Lage, die Ohren fast vollständig zu umgehen. Ohrstöpsel und aktiv lärmunterdrückende Kopfhörer halten den Krach nicht fern, aber mit Musik in den Kopfhörern kann man Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (47)

… die Frau, die vor einem Hotel steht und mit jemandem telefoniert: Ja, wir sind hier gegenüber vom Bahnhof, ähm, vor einem Hotel… was? … Ja, äh, das Radeberger-Hotel.

(Der Name des Hotels steht mehrmals in großen Goldbuchstaben auf der Fassade. Über einem Seiteneingang, wo es zur Hotelbar geht, hängt ein kleines Radeberger-Leuchtschild. Prost.)


Mysteriös

Leuchtende Zeile seltsamer Zeichen auf einer dunklen Holzbohle

Es gibt sie noch, die lange Bank. Diesmal Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (46)

… die Frau, die keine Maske hatte, aber unbedingt in den Laden wollte und sich dann ein auseinandergefaltetes Papiertaschentuch zwischen die Zähne klemmte und reinging.

Manchmal möchte man schreien…


Strombelebung

Über belebtes Wasser hatte ich vor einer Weile mal geschrieben. Unser Leitungswasser ist wegen der langen Reise durch enge Metallrohre mausetot und sprituell welk, wenn wir es aus dem Hahn zapfen. Das Wasser hat keine Kraft und ist lange nicht so lebensspendend wie Naturwasser direkt aus dem Bach. Zum Glück gibt es da so kleine sauteure Kästen, die man sich an die Wasserleitung schrauben kann, die dieses matte Wasser zu unser aller Nutzen schön wiederbeleben.

Jetzt ist mir im Rahmen einer Twitter-Konversation der Gedanke gekommen, ob das mit Strom nicht ähnlich sein müsste und ob man nicht auch Strom beleben könnte. Der hätte das nämlich noch viel nötiger, da er von vornherein schon viel weiter von der Natur entfernt ist als Wasser.

Der über die Steckdose zur Verfügung gestellte Strom wird ja auf verschiedene Art und Weise hergestellt, traditionell in Kohle- und Kernkraftwerken. Die ersteren verbrennen tote Bäume und machen Strom draus, die letzteren metzeln Atome – die Urbestandteile allen Lebens – grausam in Stücke, setzen sie zu ganz anderen Atomen wieder zusammen und verarbeiten die übrigbehaltenen Trümmer zu Strom. Bei beiden Kraftwerksarten Den Rest des Beitrags lesen »


Komplementärfliegerei

Heute mal ganz was anderes: Teppichfliegerei. Weit verbreitet, bei den einen beliebt, bei den anderen verhasst. Gelobt und kritisiert, vehement verteidigt und aggressiv angegangen. Hier nun ein paar Zeilen über eine faszinierende Methode, die seit tausendundeiner Nacht polarisiert wie kaum eine andere.

Seit Prinz Husain das Teppichfliegen entdeckte (Quelle), hat diese erstaunliche Technologie weite Kreise gezogen und eine große Anhängerschaft gefunden. Unzählige Berufs- und Hobbypiloten, Reiseveranstalter, Logistiker und Passagiere nutzen Fliegende Teppiche.

Dabei gibt es bis heute keine Erklärung der Funktionsweise Fliegender Teppiche. Genau genommen gibt es auch keine Belege dafür, dass sie Den Rest des Beitrags lesen »


Sommerliches

Wisst ihr, was mich am Sommer nervt? Also neben der manchmal ziemlich klebrigen Hitze, den oft reichlich bescheuerten Sommerhits und Nachbarn, die zweimal wöchentlich einen halben Kanister Grillanzünder ohne Vorwarnung unter meinem Fenster in Ruß verwandeln?

Erstens, dass viel zu viele Leute es nicht schaffen, beim Gehen die Füße vom Boden zu heben und stattdessen durch die Welt schlurfen. Das Geräusch nervt. Im Winter hört man’s nicht ganz so, im Sommer umso mehr. Bei alten oder kranken Leuten will ich ja nichts sagen, aber die Mehrheit der Schlurfenden ist weder alt noch krank, die haben einfach nur keinen Bock, und ich muss jedesmal nach Ohrstöpseln kramen oder Den Rest des Beitrags lesen »


Außenwirkung

Mal angenommen, jemand betreibt einen kleinen aber ambitionierten Möbel- und Innendesignladen, der das wohlhabendere Ende der nicht wirklich Reichen im Visier hat. Da gibt es Beistelltischchen ab 500 Euro, Nippes für ähnliche Beträge, als Deko Stereoanlagen von Bang & Olufsen und so Sachen, aber nichts wirklich richtig Teures. Man schielt wohl auf eine, sagen wir, bürgerliche High-End-Klientel.

Man pflegt dort eine wohl selbstbewusst und unsentimental gemeinte Eleganz, die stellenweise ins deutlich Abgehobene spielt. Die Sachen sind nicht hässlich genug für wirkliche Großkotzigkeit, nicht hübsch genug für normales Wohnen. Man gibt sich viel Mühe mit aufwändig gestalteten Schaufenstern, zeigt dort gediegene Wohnsituationen und passende Accessoires.

Gleichzeitig Den Rest des Beitrags lesen »


Konstruiert

Etikett einer Dose Kidneybohnen mit der Beschreibung "herzhaft, mild"

Was denn jetzt, herhaft oder mild? Die beiden Vokabeln kollidieren bei mir im Kopf, sie wollen nicht recht Den Rest des Beitrags lesen »


Rezensionen

Bei vielen Online-Shops kann man die gekauften Produkte bewerten und kommentieren. Wenn möglichst viele Kunden was zu den Produkten schreiben, hilft das anderen Kunden, das richtige zu finden bzw. einzuschätzen, was das richtige und was das falsche für sie ist. Und es gibt verschiedene Arten von Rezensionen, die diese Aufgabe unterschiedlich gut erfüllen.

Rezensionen des Strickmusters „Alles Scheiße, ich gebe nur deshalb überhaupt einen Stern, weil Null oder minus Fünf nicht geht.“ sind wenig hilfreich. Das andere Extrem „Wah, voll super, bin ab-so-lut begeistert!einself! Warum kann man nicht mehr als 5 Sterne geben!?“ bringt auch wenig. In beiden Fällen fehlt eine nachvollziebare Begründung des Urteils, und ohne die kann der Leser gar nicht Den Rest des Beitrags lesen »