Und dann war da noch… (38)

… der Mann mit den drei Smartphones.

Die drei Telefone stecken jeweils in aufklappbaren Hüllen. Er hat sie nebeneinander auf der flachen linken Hand liegen, immer ein Telefon auf der Deckklappe des nächsten. Das Handy ganz rechts liegt auf den Fingerspitzen, die Deckklappe des Handys ganz links liegt auf dem Unterarm. Die Unterkanten der drei Handys stützt er gegen den Brustkorb.

Während er ruhig den Bahnsteig entlang läuft, tippt er mit der rechten Hand er irgendwas in die Telefone, immer abwechselnd. Erinnert mich an dieses Erlebnis.

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Zweitakter

Wenn ich was nicht abkann, sind das Laubbläser. Und Mopeds. Überhaupt Zweitaktmotoren – meistens laute, stinkende Nervensägen. Aber vor allem Mopeds und Laubbläser.

Wo wir von Zweitaktern sprechen, Rasenmäher gehen ja noch, wenn sie nicht zu nahe sind. Die machen zwar auch Lärm, aber die klingen oft eher sonor und laufen meistens ziemlich monoton, bis das aktuelle Stück Rasen gemäht ist. Das Geräusch kann ich deshalb meistens ganz gut ausblenden. Gelegentliche Drehzahländerungen an Bodenwellen oder besonders hartnäckig bewachsenen Stellen sind verschmerzbar, ebenso die regelmäßigen Pausen zum Ausleeren der Grasschnittauffangvorrichtung. Insgesamt kann das Geräusch einen ähnlich entspannend-einschläfernden Effekt haben wie ferne Flugzeugmotoren am wolkenlosen Sommerhimmel im Freibad. (Obwohl, weniger Rasen und mehr Blumenwiese ist sowieso besser. Die muss man auch nur ein- oder zweimal im Jahr mähen, und dafür ist die klassische Sense ohne Motor oder Internet das bessere Werkzeug.)

Mopeds sind da andere Kost, da ist schon das dünne, nervöse Geräusch des laufenden Motors für sich nervtötend, und wenn die Leute dann zwiebacksägend die Straßen rauf- und runterkacheln, bei jeder Gelegenheit das Gas bis zum Anschlag aufreißen, um sich an der enormen Beschleunigung zu berauschen überhaupt irgendwie vom Fleck zu kommen, und dann an jedem Gullydeckel wieder bremsen müssen, um nicht abgeworfen zu werden, ist das für mich ein Gipfel an Nervigkeit (Fahrradfahren ist sowieso in jeder Hinsicht besser).

In nervensägemäßig ähnlicher Preisklasse Den Rest des Beitrags lesen »


Seitenabrufe

Neulich bietet meine Statistik morgens dieses Bild:

Screenshot eines Teils der WordPress-Statistik mit den Seitenabrufen für den Tag nach Ländern geordnet. Insgesamt 32 Zugriffe, davon 27 aus Deutschland, 3 aus Österreich und 2 aus der Schweiz

32 Seitenabrufe insgesamt, davon 27 aus Deutschland, 3 aus Österreich und 2 aus der Schweiz. Das Verhältnis der Abrufe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entspricht dabei fast der Zahl der deutschen Muttersprachler in den drei Ländern – wenn ca. 76 Millionen deutsche Muttersprachler aus Deutschland 27 Seitenabrufe produzieren, sind von den ca. 7,57 Millionen deutschen Muttersprachlern aus Österreich 2,69 und von den ca. 5 Millionen deutschmuttersprachigen Schweizern 1,78 Abrufe zu erwarten. Auf ganze Zahlen gerundet ergibt sich das oben gezeigte Bild.

An diesem einen Morgen Den Rest des Beitrags lesen »


Nebenbei bemerkt … (3)

… war es witzig, als ich neulich von einem Laden, wo ich seit einer handvoll Jahren nichts mehr gekauft habe, plötzlich persönlich adressierte Werbung für eine Sonderverkaufsaktion mit einem Treuebonus kriegte. Treuebonus, haha. Ich hab’s ausgehalten, dort nicht hinzugehen.


Halbautomatisiert

Die allermeisten Läden, die Pfandflaschen zurücknehmen, haben dafür seit Jahren Automaten. Das spart den Läden viel Zeit, weil nicht mehr ständig jemand am schmuddeligen Durchgang zum Lager stehen und die leeren Pfandflaschen der Kunden entgegennehmen, einsortieren und in die Kasse tippen muss. Dafür muss immer mal wer Störungen am Automaten beheben oder den vollen Flaschenbehälter leermachen, aber das braucht wohl insgesamt weniger Zeit.

Als Kunde füttert man den Automaten also mit leeren Pfandflaschen und kriegt am Ende einen Bon ausgedruckt. Mit dem geht man dann an die Kasse und lässt sich Den Rest des Beitrags lesen »


Lücken

Ich finde es irritierend, wenn ich Wörter nicht kenne. Nicht irgendwelche ausgefallenen Sonderlocken, sondern eher normale Wörter, Alltagskram. Klar kann man nicht alle Wörter einer Sprache kennen, nicht einmal der eigenen Muttersprache, sogar abseits von Fachsprachlichem. Aber trotzdem, es wurmt.

Hier das, ahem, Tagebuch einer lexikalischen Irritation, mit nützlichen Anmerkungen versehen:

Gestern: Vorhin habe ich mir den Finger an dem Ding verletzt, das Türen zuhält. Aber wie heißt das? Die Klinke ist es nicht, das ist ja der Griff, mit dem man die Tür öffnet oder schließt. Es ist dieser an einer Seite angeschrägte Riegel, der die Tür zuhält und der im Türblatt verschwindet, wenn man die Klinke herunterdrückt oder die Tür zufallen lässt. Wie heißt das blöde Ding? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht einmal, ob ich es eigentlich weiß und nur grad nicht auf das Wort komme, oder ob ich das Wort jemals gewusst habe.

Morgen werde ich Den Rest des Beitrags lesen »


Trocken

Auffallend trockenes, rissiges Stück Asphalt am Rand einer regenfeuchten Straße ist ein

Es hatte morgens etwas geregnet und die Straße war gleichmäßig feucht. Nicht nass, keine Pfützen oder so, einfach feucht. Nur diese rissigen Stellen nicht.

Warum das so ist? Weiß ich nicht – dass überschüssiges Wasser durch die Risse abgelaufen ist und diese Stellen darum schneller trocknen, glaube ich nicht, denn dafür hatte es nicht genug geregnet. Außerdem hätte ich dann erwartet, dass Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (37)

… die Kaffeebude. Einzige Bezugsmöglichkeit für Kaffee in weitem Umkreis. Der Espresso: Verbrannt, bitter, ohne Körper, keinerlei erkennbares Kaffeearoma. Optisch wie schwarze Tinte mit einem Schuss Motoröl. Geschmacklich ungefähr wie Salmiakpastillen in Flugzeugbenzin aufgelöst. Schauderhafter Stoff, aber immerhin war Koffein drin.

(Aber man weiß ja, dass Kaffee unterwegs so eine Sache ist.)


Geschichte vom Räuber

Eine der Gutenachtgeschichten, die ich meinen Kindern früher improvisiert und in vielen Wiederholungen ausgesponnen habe, ist die Geschichte vom Räuber. Die will ich jetzt mal aufschreiben, solange ich sie noch weiß. Also.

Es gab da einen großen, dichten Wald. Durch diesen Wald führte eine Straße, wo immer wieder Reisende langkamen. Nicht weil sie so gern durch den Wald fuhren (zu der Zeit war das noch gefährlich), sondern weil der Weg um den Wald herum viel weiter war. Wenn man sich beeilte, schaffte man den Wald an einem Tag. Für den Weg am Wald vorbei brauchte man mindestens drei Tage. Darum fuhren, ritten oder liefen trotz Räubergefahr viele Reisende durch den Wald.

In dem Wald lebte ein Räuber. Der hatte eine geheime Hütte abseits der Straße. Die war in einem dichten Gebüsch versteckt, damit sie niemand finden konnte. Vom normalen Wald führte nur ein schmaler, gewundener Weg durch das Unterholz zur Hütte, der war aber kaum zu sehen, und dort kam sowieso niemand vorbei.

Zur Arbeit ging er jeden Tag an die Straße. Dort kletterte er auf einen Baum direkt an der Straße und setzte sich auf einen Ast, der über die Straße ragte. Wenn eine Kutsche kam, sprang er vom Ast auf den Kutschbock, hielt dem Kutscher und den Fahrgästen seine Pistole vor die Nasen und raubte sie aus. Dann erschreckte er die Pferde durch einen Pistolenschuss, und während die Pferde durchgingen, verschwand er ungesehen im Unterholz.

In der Gegend wussten natürlich alle, dass in dem Wald ein Räuber sein Unwesen trieb, aber niemand traute sich, etwas zu unternehmen. Man wusste ja nicht, mit wem man es zu tun hatte oder ob da vielleicht eine ganze Bande im Wald hockte. Die Leute von der einen Seite des Waldes sagten, die auf der anderen Seite sollten Den Rest des Beitrags lesen »


Regulierbare Bettdecke

Schlafen ist so eine Sache. Also, gut schlafen. Da muss vieles zusammenpassen, dass es klappt. Da ist etwa die Wärmeregulierung. Im Sommer ist es grundsätzlich zu heiß, aber ohne Zudecke geht es auch nicht. Im Winter ist es anfangs zu kalt, man nimmt dann gern eine Decke mehr, später ist es deshlab dann zu warm. Mal ist dann eine weitere Decke zuviel, eine weniger zu wenig.

Blöd ist es auch, dann nachts wachzuwerden, weil es gerade eben zu kalt ist, man friert nicht richtig, hat es aber auch nicht warm genug, kann sich dann nicht entscheiden, ob es sich lohnt, noch eine Decke zu holen. Ganz unangengehm.

Was hier gebraucht wird ist eine anpassbare Decke. Wie wir von der (leider noch nicht realisierten) variablen Allwetterjacke wissen, kann man Den Rest des Beitrags lesen »