Unvollständig verherbstet

 

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Kritisches

Neulich hatte es ja vorübergehend so ausgesehen, als müsste ich überraschend die Anschaffung einer neuen Kamera schultern (war dann zum Glück doch nicht nötig). Ich hatte angefangen, mich schlau zu machen, habe Rezensionen und Testberichte gelesen (online: Chip, Trusted Reviews, DxOMark et al.), Spezifikationen verglichen, mir in einschlägigen Fachgeschäften verschiedene Kameras angeschaut und, soweit das ging, angetestet.

Dabei waren mir sachliche, schnörkellose und gründliche Rezensionen immer lieber als humorig oder flapsig geschriebene, wo alles mögliche erwähnt aber nicht genau ausgeführt wird und wo dann sogar die Rezensionen derselben Redaktion kaum vergleichbar sind, weil alles in gewollt witzigem Wortbrei versinkt und jedem Autor andere Dinge wichtig sind oder auffallen, während andere – für manche potenzielle Käufer möglicherweise wichtige – Details nicht erwähnt werden.

Viele Rezensionen fand ich hilfreich, andere waren aus meiner Sicht völlig für die Katz. In einer Fachzeitschrift Den Rest des Beitrags lesen »


Kerzenreste

Schonmal versucht, einen Kerzenrest aus einem becherförmigen Kerzenhalter zu entfernen? Nicht gut. Wir nehmen oft kleine Gläser als Kerzenhalter, ungefähr 5cm Durchmesser, 80 oder 90 Milliliter Volumen. Oder diese kegelstumpfförmigen Teelichtgläser von Ikea. Da stellen wir dicke Kerzen rein, unten mit ein paar Tropfen Wachs festgemacht, und lassen sie brennen, bis sie alle sind.

Nur sind sie dann leider nicht alle, sondern der Docht kippt ins geschmolzene Wachs. Dann hat man noch knapp einen Fingerbreit Wachs unten drin. Und das da rauszukriegen ist so eine Sache.

Ich habe ja alles mögliche versucht:

Das ganze mit heißem Wasser anwärmen – da kann man nur Den Rest des Beitrags lesen »


Flüssiges Frühstück

Samstagmorgens in einer Bäckerei mit Stehcafé drinnen und ein paar Straßencafétischen vor dem Schaufenster. Im Laden steht eine lange Schlange Kunden. Die eine Verkäuferin verkauft Brot und Brötchen, die andere arbeitet zwei größere Bestellungen am Kaffeespezialitätenvollautomaten ab.

Während sie da Kaffee zapft, fragt sie laut in die Runde: Noch jemand was zu trinken, wo ich hier schon dabei bin? Den Rest des Beitrags lesen »


Dööfnis

Dööfnis – das Wort gibt es noch nicht, bzw. bisher nur bei uns in der Familie. Ausgedacht hat es sich meine Frau zur Beschreibung von etwas, das v.a. mich und meine älteste Tochter häufig heimsucht. Wenn etwa der Tee nicht heiß genug ist (ich); die Schuhe beim Gehen auf dem glatten Steinfußboden knatschen (Tochter); die Bedienungsanleitung missverständlich formuliert ist (ich); irgendwas wackelt, was nicht wackeln sollte (ich).

Das Wort mag neu sein, das zugrundeliegende Konzept ist aber in Deutschland weit verbreitet, es ist meiner Meinung nach ein wesentlicher Baustein des deutschen Nationalgefühls.

Deutsche sind, im Grunde genommen, Handwerker. Nicht Händler, nicht Unternehmer, nicht Söldner, nicht Bauern, auch nicht Künstler, sondern Handwerker. Unsaubere, fehlerhafte Arbeit tut weh, macht bekümmert. Ich habe mal einen Bericht gelesen, wo Sowjetbürger von der hervorragenden Arbeit deutscher Kriegsgefangener schwärmten. Die würden Den Rest des Beitrags lesen »


Schwarz

Aktivkohle ist der neue Bubble Tea. 2021 kennt das Zeug schon niemand mehr, außer Apothekern, Chemikern und Ingenieuren, aber bis dahin ist Aktivkohle wohl der kommende Fidget Spinner der Lifestylefood- und Kosmetikindustrie.

Neulich habe ich im Kühlregal mit den Smoothies eine Flasche mit tiefschwarzer Brühe gesehen. Das Zeug wird als Power Drink vermarktet und enthält nicht nur Obst (Apfel, Banane, Traube und Kirsch), sondern auch 0,4% Aktivkohle. Keine Ahnung, wozu. Der Smoothie wird (natürlich) nicht Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (26)

… die Flasche Farbe aus dem Bastelladen. Der Klappverschluss ist versiegelt, man muss zum Öffnen ein Plastikteil abbrechen. Man weiß bei intaktem Siegel also, dass die Flasche noch nicht angebrochen ist.

Nur kann man den ganzen Deckel mit intaktem Siegel einfach abschrauben.


Feierabendbier

Und nach dem ganzen Trubel ein Spaziergang mit Brille und ein Feierabendbier.


Alle Jahre wieder

Manche Sachen macht man nie rechtzeitig. Man rafft sich nicht auf, schiebt es vor sich her und fängt dann immer zu spät an. Dann wird es eng, knapp und stressig.

Es gibt die Art gerade noch rechtzeitig, wo man genau weiß: Jetzt muss jeder Handgriff sitzen, darf kein Fehler passieren, dann reicht es punktgenau. Wie bei der Formel 1, wo der ideale Motor das Rennen über volle Leistung bringt und auf der Ziellinie zerfällt.

Die Steuererklärung zum Beispiel. Jedesmal denke ich, nächstes Jahr fängste rechtzeitig an. Im Frühjahr, sobald die Bescheinigung vom Arbeitgeber da ist. Ist ja eigentlich auch kein Ding – den nötigen Papierkram sammele ich ja sowieso immer an einer Stelle, das ist also alles griffbereit. Das Elster-Update ist auch in Minuten runtergeladen. Ein Bier, eine CD, mein PC und ich, und das Ding ist im März im Kasten. Also, könnte. In echt schaffe ich die Steuererklärung manchmal sogar vor Ende Mai, öfter aber zu spät (obwohl, in aller Regel vor der ersten Mahnung).

Oder der Urlaub. Diesmal Den Rest des Beitrags lesen »


Immer wieder

Manchmal gibt es in einem Buch Wörter oder Ausdrucksweisen, die zu oft vorkommen. Ein flapsiger Ausdruck, eine phantasievoll treffende Formulierung, ein eher seltenes Wort – beim ersten Mal ist sowas oft klasse. Beim zweiten Mal, naja. Beim dritten Mal fällt es auf, danach fängt es an, mir den Lesefluss zu stören. Schlimmstenfalls sehe ich der nächsten Verwendung augenrollend beim ungeschickten Anschleichen zu.

Beispiel? Ich lese eben Children of the Revolution von Peter Robinson. Das ist der 21. Band der Serie mit DCI Banks als Hauptfigur. Banks, Kriminalpolizist in den Yorkshire Dales, wohnt allein in einem abseits gelegenen Haus. Der schon etwas wackelige Wintergarten dient ihm als Wohn- und Arbeitszimmer. Das eigentliche, auch als solches eingerichtete Wohnzimmer kommt praktisch nur als Standort der Stereoanlage vor und läuft im Buch als entertainment room.

Der Ausdruck ist mir schon bei der ersten Verwendung aufgefallen – es ist eine vergleichsweise junge und nicht besonders häufige Bezeichnung für ein Zimmer in einer englischen Wohnung. Der Zusammenhang legt nahe, dass es bei der Benennung tatsächlich um Entertainment im Sinne von Heimkino (bzw. -konzertsaal) geht und nicht um das, was auf Englisch auch to entertain heißt – jemanden zu sich einladen, bewirten, unterhalten. Banks wohnt allein und hat eher nicht so oft Besuch. Partys o.ä. scheint er keine zu geben. Entertainen in diesem Sinn tut er also selten bis nie.

Natürlich könnte man Den Rest des Beitrags lesen »