Indirekt

Meine Tochter hat vor einer Weile ein paar Folgen des Mangas Death Note gelesen (oder als Anime geschaut, weiß ich nicht mehr). Die Grundidee der Serie geht so: Es gibt ein bestimmtes Schreibheft, das Death Note heißt. Wenn man den Namen eines Menschen dort hineinschreibt und sich dabei dessen Gesicht vorstellt, stirbt dieser Mensch.

Wie wäre es, hat sie dann neulich laut gedacht, wenn man auch die Todesart dazuschreiben könnte und die Zielpersonen dann Den Rest des Beitrags lesen »

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Schnitzel und Feldwege

Es gibt Vergleiche und Redewendungen, die ich einfach schön finde. Heute habe ich eine gute und eine schlechte, hm, naja, nicht Nachricht. Aber einen Vergleich über das Freuen und einen über die Dummheit. Fangen wir mit der Dummheit an:

Dumm wie Brot ist schon ganz gut, dumm wie Knäckebrot ebenfalls, genau wie dumm wie’n Baseballschläger. Das ist aber doch alles etwas blass gegen dumm wie fünf Meter Feldweg – das ist eine durchweg befriedigende Art, jemanden oder etwas für dumm zu erklären.

Und damit Den Rest des Beitrags lesen »


Homöopathie auf neuen Wegen

Eines der Grundprinzipien der Homöopathie ist die Potenzierung: Stoffe, die an gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorrufen, werden nach bestimmtem Ritual verdünnt und geschüttelt und sollen dadurch in ihrer Wirkung verstärkt werden. Dadurch hofft man, sehr wirksame und dabei nebenwirkungsfreie Arzneimittel zu erhalten. Je mehr Verdünnungs- und Verschüttelungszyklen das Mittel dabei durchlaufen hat, desto wirksamer („potenter“) soll es nach homöopathischer Lehre sein.

Ein anderes Grundprinzip der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip: Stoffe, die im Rahmen einer homöopathischen Arzneimittelprüfung bestimmte Symptome hervorrufen, sollen dann als homöopathische Mittel dann ebendiese Symptome lindern oder ganz kurieren. Ein Stoff, der Kopfschmerzen, Fieber oder Schläfrigkeit hervorruft, wird also in homöopathisch aufbereiteter Form Den Rest des Beitrags lesen »


Tütensuppe

Gerrit Jan Appel schreibt auf Wortgepüttscher unter dem Titel Verachtet, verehrt und unvergänglich ausnahmsweise nicht auf Platt über Musiker, die bestimmte ihrer eigenen Stücke gehasst haben. Manche haben diese verhassten Stücke dann aus Gründen doch noch auf Platte gesungen, oft nachlässig und hörbar lieblos. Gerrit mag diese Stücke oft lieber als die allzu glattpolierten Erzeugnisse unserer Tage:

Vermutlich klingen auch deswegen die Aufnahmen unter aktuellen Produktionsbedingungen in meinen Ohren so verdammt langweilig und seelenlos wie Tütensuppen.

Ein schönes Bild, finde ich – Tütensuppen schmecken ja oft auch gar nicht mal schlecht, und man muss nicht lange Den Rest des Beitrags lesen »


Massengeschmack

Immer wieder bemängeln welche, die deutsche Bierlandschaft sei zu einförmig und werde von ein paar großen Herstellern mit weitgehend verwechselbaren Massenbieren dominiert. Öde, langweilig, mit Scheuklappe gebraut. Keine Experimente, nichts falschmachen. Hauptsache billig und viel. Der typische Verbraucher saufe widerspruchslos, was man ihm im Fernsehen empfehle, nix da Bierkultur und so.

Mag ja stimmen. Aber warum soll ich mich an sowas stören? Es gibt ja neben den Fernsehbieren schon seit langem einige Vielfalt. Man muss nicht Den Rest des Beitrags lesen »


Godot ist schon weg

Ich stehe am Bahnsteig und warte auf meinen Zug. Auf dem Gleis gegenüber steht eine Regionalbahn nach Anderswo bereit. Doppelstockwagen, innen ziemlich trübe Beleichtung. Im Zug sitzen ein oder zwei Dutzend Leute. Die Anzeige am Bahnsteig sagt: „RB nach Anderswo, Verspätung ca. 20 Min.“

Im Zug wird wohl was durchgesagt. Alle Türen gehen auf, die Fahrgäste steigen aus, verlassen den Bahnsteig und zerstreuen sich in alle Winde. Im Zug wird die Innenbeleuchtung ausgeschaltet, nur vorne beim Lokführer ist noch Licht.

Fünf Minuten später Den Rest des Beitrags lesen »


Lernen vom Meister

Dass bei der AfD trotz ihrer Bemühungen um einen bürgerlichen Auftritt und ihrer Beteuerungen, keine Nazis zu sein und mit nicht mit Nazis zusammenzuarbeiten, der eine oder andere bräunliche Fleck auf der Weste durchscheint, ist kein Geheimnis. Was man so aus den Reihen dieser Partei hört, lässt in der Hinsicht wenig Fragen offen.

Die Geschichte der Partei ist eigentlich eine Aneinanderreihung von Rechtsrucken. Seit Jahren treten Mitglieder vom gemäßigteren Rand aus oder werden rausgeekelt, und die radikaleren Figuren gewinnen mehr und mehr Gewicht. Der Laden wird lauter und radikaler. Ein wiederkehrendes Muster ist: Jemand aus der AfD macht eine provozierende Äußerung, darauf folgt allenthalben Empörung der Demokraten, dann rudert die- oder derjenige zurück oder will es nicht so gemeint haben, will missverstanden worden oder auf der Maus ausgerutscht sein.

Ich finde das besorgniserregend und abstoßend und halte diese Partei für eine Gefahr für unsere Rechtsordnung. Mittlerweile denkt der Verfassungsschutz darüber nach, ob die AfD beobachtet gehört, und es spricht einiges dafür.

Nun können nicht alle Den Rest des Beitrags lesen »


Filigran (2)

Es ist wieder ein bisschen kalt geworden. Pfützen frieren zu, das Wasser unterm Eis versickert, die Eisschicht zerbricht oder wird zerbrochen, und an den Kanten wachsen feine Eisnadeln in der feuchten Luft. Von oben Den Rest des Beitrags lesen »


Garnknäuel

Neulich hat mir im Zug eine Frau schräg gegenübergesessen, die gestrickt hat. Mehrmals ist ihr das Garnknäuel heruntergefallen, und sie musste sich das dann wiederholen. Manchmal hat sie am Faden gezogen und das Knäuel kam wie ein kleines Kätzchen angesprungen, sie musste es dann nur noch aufheben. Andere Male ging das nicht und sie musste auf die Knie und auf dem Boden nach dem Knäuel suchen. Ähnliches habe ich schon oft bei Strickenden beobachtet, das scheint ein häufiges Problem zu sein.

Da das Knäuel beim Stricken lose liegen muss, damit die Nadeln ohne Kraftanstrengung immer genug Faden nachziehen können, kann man das leider nicht irgendwie befestigen. Man könnte höchstens Den Rest des Beitrags lesen »


Abgehangen

Anders als Serrano-Schinken oder Salami werden Schuhe nicht aromatischer davon, dass man sie zum Reifen eine Weile unter die Decke hängt. Wenn man das trotzdem tut, muss man normalerweise immerhin kein Fettnäpfchen drunterstellen, über das dann jemand stolpern könnte.

Egal, dieses Paar Schuhe hängt übrigens am anderen Ende der kaputten Lampe von neulich. Überhaupt Den Rest des Beitrags lesen »