Brause aus der Tüte

Zu meinen angenehmen Kindheitserinnerungen gehört Ahoj-Brause. Diese kleinen Tüten mit Getränkepulver, die mit Leitungswasser aufgegossen Limonade ergaben. Das schäumte kurz auf, dann trank man das Zeug und unten blieb immer Zucker übrig. Es gab die Geschmacksrichtungen Zitrone, Orange, Himbeere und Waldmeister.

Man konnte das Brausepulver auch sehr schön trocken essen. Das schäumte im Mund, war geschmacklich viel intensiver und irgendwie zutiefst befriedigend. Hinterher hatte man von der Säure immer ganz stumpfe Zähne. Das fand ich zwar unangenehm, habe es aber immer wieder in Kauf genommen, weil es vorher so toll war. Maoam hat direkt danach übrigens immer eine Weile lang irgendwie anders geschmeckt als normal.

Vor Jahren Den Rest des Beitrags lesen »

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Pilzdorf

Erinnert mich irgendwie entfernt an diese verwinkelten Bergdörfer, wo die Häuser so um- und ineinander verkeilt gebaut sind, dass man sie kaum auseinanderhalten kann. Gibt es in der einen oder anderen Form rund ums Mittelmeer, z.B. in Andalusien. Klar, die Farbe stimmt nicht ganz…


Dimensionsübergreifende Inventur

Ich habe im Lauf meines Lebens so einige Ferienwohnungen in einer Reihe von Ländern erlebt. Die Wohnungen waren mal größer, mal enger, mal besser ausgestattet, mal weniger gut. Es waren schöne und weniger schöne dabei, gepflegte und vergammelte, ziemlich neue und reichlich runtergerittene. Eins haben fast alle gemeinsam: Die merkwürdige Ausstattung mit Geschirr, Besteck und Küchenutensilien, und zwar je länger die Wohnung schon als Ferienwohnung in Betrieb ist, desto wilder.

Dass in einer ausdrücklich als Nichtraucherwohnung vermarkteten Wohnung mehrere Aschenbecher stehen ist kurios genug. Ob eine Bowlenschale mit 12 passenden Gläsern sinnvoll ist, kann man diskutieren. Wenn das Inventar einer von Privatleuten vermieteten einzelnen Ferienwohnung nicht aus nagelneuer Designerware besteht, sondern die Eigentümer dort eigene Altbestände aufbrauchen, ist das auch nicht weiter ungewöhnlich.

Wenn aber in einer für maximal vier Personen ausgelegten Wohnung Den Rest des Beitrags lesen »


Waschgelegenheit

Alles da, was man zum Händewaschen braucht, aber trotzdem ist die Installation nicht recht. Entweder hätte der Seifenspender an die rechte Seite gehört, oder der Wasserhahn hätte für rechtshändige Bedienung ausgelegt sein müssen. Wie man’s auch dreht und wendet, mit der Installation in dieser Form ist die Händewaschgelegenheit kaum unverkrampft nutzbar.

Man muss nur Den Rest des Beitrags lesen »


Spiegelung

Der Zug hält irgendwo in der Provinz, einer dieser Kleinstadtbahnhöfe mit einem knappen Dutzend Gleisen, wo Personen- und Güterverkehr munter durcheinandergeht. Von mir aus gesehen rechts steht am übernächsten Gleis ein Zug mit Doppelstockwagen, und in der oberen Fensterreihe spiegelt sich ein Schriftzug. Ich schaue mich um und entdecke denselben Schriftzug auf den Güterwagen, die links über den Bahnsteig auf dem nächsten Gleis stehen. Ok, alles klar.

Aber, Moment mal, die oberste Fensterreihe dieser Doppelstockwagen ist doch geneigt, die Wagen werden oben schmaler. Also müsste etwas, das sich in der oberen Fensterreihe spiegelt, viel höher hängen als ein normaler Güterwagen. Bei Spiegelungen gilt Einfallwinkel gleich Ausfallwinkel, aber in Richtung Ausfallwinkel gibt es da nichts, wo so ein Logo dranhängen könnte. Da ist kein achtstöckiger Bau, nur ein niedriger Lagerschuppen und dann Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (25)

… die mumifizierte Ratte im Rinnstein. Direkt vor dem Elektroladen, der gerade leergeräumt wurde, weil der Inhaber aus Altersgründen aufgehört hatte. Die wird ihr Leben vor Jahren unter oder hinter irgendeinem Regal im Lager ausgehaucht haben.

Spätestens jetzt dürfte klar sein, warum es grundsätzlich eine gute Idee ist, gelegentlich gründlich auch unter den Möbeln zu fegen…


Formeln, Komplexe, Technologien, Systeme

Körperpflege- und Kosmetikprodukte bevölkern eine ganz eigene Welt. Ihre Vermarktung ist eine besonders ergiebige Spielwiese für Wortschöpfer und Augenwischer. Was da so auf den Etiketten landet ist oft skurril.

Neulich ist mir aufgefallen, dass praktisch auf allen im Haushalt vorhandenen Gebinden mit irgendwelchen Formeln, Komplexen oder Systemen geprahlt wird, habe ich einen kurzen, völlig unsystematischen Streifzug durch zwei Drogeriemärkte gemacht und haufenweise Material geerntet. Bei sorgfältigerem Abgrasen der Regale hätte ich sicher noch ein paar interessante Funde gemacht, aber für den Anfang reicht es wohl auch so. (Außerdem wird man irgendwann schräg angeschaut, wenn man mit der Kamera durch die Gänge läuft und Produkte abfotografiert, darum habe ich die Aktion nicht allzusehr in die Länge ziehen wollen.)

Fangen wir mit Formeln an. Damit scheint übrigens nicht die nach bestimmten Regeln verdichtet dargestellte Information zur Zusammensetzung oder zum chemischen Aufbau bestimmter Inhaltsstoffe gemeint zu sein, sondern der betreffende Inhaltsstoff (oder die jeweilige, sagen wir, chemische Baugruppe) selbst. Jedenfalls kann man Den Rest des Beitrags lesen »


Zerlegt

Kleinstadtbahnhof, Abenddämmerung. Am Ende der Bahnsteige steht die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen direkt am Gleis, daneben die Polizei und etwas abseits der schwarzgraue Kombi eines Bestatters. Der halbe Bahnhof ist mit rotweißem Band abgesperrt. Feuerwehrleute klauben mit Greifzangen Den Rest des Beitrags lesen »


Einwirken und trocknen lassen

Irgendwie kann ich ja kaum mal einen Textbrocken lesen, ohne dass ich über irgendwelche Unstimmigkeiten stolpere. Fast egal wo, fast egal was, fast immer haben Texte Macken, meine eigenen inklusive, ziemlich oft. Mich stört das.

Aus der Anwendungsanleitung eines Desinfektionssprays: Kappe abnehmen, Oberfläche einfach einsprühen, 30 Sekunden einwirken und trocknen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »


Stark übertrieben

Meine Kamera ist wieder da. Neulich hatte sie ja nach nur zweieinhalb Jahren unverhofft schlappgemacht. Nachdem der von mir konsultierte Reparaturmensch den Daumen gesenkt hatte, stand also die Anschaffung einer neuen Kamera an. Eigentlich hatte ich deshalb dem Hersteller einen bösen Brief schreiben wollen. Bei der Suche nach der Adresse bin ich dann aber über einen Hinweis auf autorisierte Reparaturbetriebe gestolpert. Der Vollständigkeit halber habe ich dort angefragt, ob die das Wrack vielleicht doch wieder flottkriegen könnten. Die meinten, sie könnten. Ich habe die Kamera also eingeschickt und zwei Wochen später voll funktionstüchtig wiedergekriegt.

Das war nicht ganz billig, aber Kaufpreis und Reparatur zusammen liegen immer noch unter dem Listenpreis bei Markteinführung. Und es ist immer noch sehr viel billiger als eine vergleichbare neue Kamera. Insofern ist die Episode zwar immer noch ärgerlich und teuer, es hätte aber schlimmer kommen können. (Und wenn das Ding sich in ein, zwei Jahren wieder verabschieden sollte, schreibe ich den bösen Brief wirklich, und zwar mit Schmackes!)

Der Bericht über meinen Tod wurde stark übertrieben, lege ich der Knipse jetzt mal Mark Twains berühmtes Zitat in den Mund. Damit könnte ich Den Rest des Beitrags lesen »