Motorhaube

Ist das ein ein schnell hingekritzeltes Diagramm auf der Motorhaube, Teil eines auf dem Parkplatz improvisierten Meetings? Oder doch ein Roboter?

Für R2D2 ist der zu eckig und vielleicht nicht kompakt genug. Ich muss eher an WALL·E denken, obwohl der ja die beiden Kamera-Augen nicht „im Kasten“ hat sondern oben drüber.

Egal, passt so oder so ganz gut – moderne Autos sind schon lange nicht mehr einfache fahrbare Untersätze sondern fast eher Roboter. Spätestens die seit einer Weile regelmäßig für „in ein paar Jahren“ angekündigten vollautomatischen autonomen Autos als Grundlage eines carsharingartigen Mobilitätskonzepts für alle werden Den Rest des Beitrags lesen »

Werbeanzeigen

Probeabo

Vor Jahren habe ich im Urlaub ein Probeabonnement bei einer dortigen Lokalzeitung abgeschlossen. Das kam so: An unserem ersten Urlaubstag hatte das Blatt einen Stand am Ausgang „unseres“ Supermarktes. Sie boten zwei Wochen Probeabo umsonst, endet automatisch. Vorgesehene Bearbeitungszeit (d.h. Zeit bis zur Zustellung der ersten Zeitung) drei bis vier Arbeitstage, höchstens eine Woche. Klasse, dachte ich, lokale Tageszeitung in der zweiten Urlaubswoche, warum nicht. Mein Hinweis, dass ich nur Urlauber war und das Blatt sowieso nicht dauerhaft abonnieren würde, wurde mit einem freundlichen Macht nichts quittiert. Vermutlich wurden die Anwerber pro Probeabo bezahlt. Wieviele reguläre Abonnements daraus am Ende wurden, hat die darum nicht interessiert. Mir kam’s zupass.

Was allerdings den ganzen Urlaub lang nicht kam, war die Zeitung. Fand ich ein bisschen schade, war aber auch kein großer Verlust – wir hatten ja nichts bezahlt, und wenn die Zustellung nach unserer Abreise zustandekäme könnte der nächste Urlaubsgast Den Rest des Beitrags lesen »


Blech

Vor Jahren habe ich mal einem Bekannten beim Umzug geholfen. Wir sind mit einem Lieferwagen voller Möbel und Kartons auf der Autobahn unterwegs, als ein Reifen unerwartet ziemlich schnell plattgeht. Also ab auf den Standstreifen zum Reifenwechsel. Eigentlich, denn es stellt sich heraus, dass unser Wagenheber nicht funktioniert. Irgendein wichtiges Teil fehlt. Der Wagen ist nicht mehr ganz frisch, den hatte ein Freund von einem anderen Bekannten organisiert, also ein klarer Fall von selbst Schuld. Jedenfalls kein Reifenwechsel ohne Wagenheber und wir im Ausland mit einem reichlich beladenen Sprinter an der Autobahn gestrandet.

Wir stehen ratlos rum, weil wir es mit dem Reifen keine fünf Kilometer zur nächsten Ausfahrt schaffen, und von da noch wer weiß wie weit zur nächsten Werkstatt schon gar nicht. (Wir hatten ziemlich lange gebraucht, den Standstreifen zu erreichen: Mit 110 auf der mittleren von drei urlaubsanfangsvollen Fahrspuren, als der Kasten anfängt zu rappeln wie blöd. Der Fahrer geht vom Gas, schaltet die Warnblinker ein und versucht, sich nach rechts zu drängeln. Wegen der vielen Lkw Den Rest des Beitrags lesen »


Indirekt

Meine Tochter hat vor einer Weile ein paar Folgen des Mangas Death Note gelesen (oder als Anime geschaut, weiß ich nicht mehr). Die Grundidee der Serie geht so: Es gibt ein bestimmtes Schreibheft, das Death Note heißt. Wenn man den Namen eines Menschen dort hineinschreibt und sich dabei dessen Gesicht vorstellt, stirbt dieser Mensch.

Wie wäre es, hat sie dann neulich laut gedacht, wenn man auch die Todesart dazuschreiben könnte und die Zielpersonen dann Den Rest des Beitrags lesen »


Schnitzel und Feldwege

Es gibt Vergleiche und Redewendungen, die ich einfach schön finde. Heute habe ich eine gute und eine schlechte, hm, naja, nicht Nachricht. Aber einen Vergleich über das Freuen und einen über die Dummheit. Fangen wir mit der Dummheit an:

Dumm wie Brot ist schon ganz gut, dumm wie Knäckebrot ebenfalls, genau wie dumm wie’n Baseballschläger. Das ist aber doch alles etwas blass gegen dumm wie fünf Meter Feldweg – das ist eine durchweg befriedigende Art, jemanden oder etwas für dumm zu erklären.

Und damit Den Rest des Beitrags lesen »


Homöopathie auf neuen Wegen

Eines der Grundprinzipien der Homöopathie ist die Potenzierung: Stoffe, die an gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorrufen, werden nach bestimmtem Ritual verdünnt und geschüttelt und sollen dadurch in ihrer Wirkung verstärkt werden. Dadurch hofft man, sehr wirksame und dabei nebenwirkungsfreie Arzneimittel zu erhalten. Je mehr Verdünnungs- und Verschüttelungszyklen das Mittel dabei durchlaufen hat, desto wirksamer („potenter“) soll es nach homöopathischer Lehre sein.

Ein anderes Grundprinzip der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip: Stoffe, die im Rahmen einer homöopathischen Arzneimittelprüfung bestimmte Symptome hervorrufen, sollen dann als homöopathische Mittel dann ebendiese Symptome lindern oder ganz kurieren. Ein Stoff, der Kopfschmerzen, Fieber oder Schläfrigkeit hervorruft, wird also in homöopathisch aufbereiteter Form Den Rest des Beitrags lesen »


Tütensuppe

Gerrit Jan Appel schreibt auf Wortgepüttscher unter dem Titel Verachtet, verehrt und unvergänglich ausnahmsweise nicht auf Platt über Musiker, die bestimmte ihrer eigenen Stücke gehasst haben. Manche haben diese verhassten Stücke dann aus Gründen doch noch auf Platte gesungen, oft nachlässig und hörbar lieblos. Gerrit mag diese Stücke oft lieber als die allzu glattpolierten Erzeugnisse unserer Tage:

Vermutlich klingen auch deswegen die Aufnahmen unter aktuellen Produktionsbedingungen in meinen Ohren so verdammt langweilig und seelenlos wie Tütensuppen.

Ein schönes Bild, finde ich – Tütensuppen schmecken ja oft auch gar nicht mal schlecht, und man muss nicht lange Den Rest des Beitrags lesen »


Massengeschmack

Immer wieder bemängeln welche, die deutsche Bierlandschaft sei zu einförmig und werde von ein paar großen Herstellern mit weitgehend verwechselbaren Massenbieren dominiert. Öde, langweilig, mit Scheuklappe gebraut. Keine Experimente, nichts falschmachen. Hauptsache billig und viel. Der typische Verbraucher saufe widerspruchslos, was man ihm im Fernsehen empfehle, nix da Bierkultur und so.

Mag ja stimmen. Aber warum soll ich mich an sowas stören? Es gibt ja neben den Fernsehbieren schon seit langem einige Vielfalt. Man muss nicht Den Rest des Beitrags lesen »


Godot ist schon weg

Ich stehe am Bahnsteig und warte auf meinen Zug. Auf dem Gleis gegenüber steht eine Regionalbahn nach Anderswo bereit. Doppelstockwagen, innen ziemlich trübe Beleichtung. Im Zug sitzen ein oder zwei Dutzend Leute. Die Anzeige am Bahnsteig sagt: „RB nach Anderswo, Verspätung ca. 20 Min.“

Im Zug wird wohl was durchgesagt. Alle Türen gehen auf, die Fahrgäste steigen aus, verlassen den Bahnsteig und zerstreuen sich in alle Winde. Im Zug wird die Innenbeleuchtung ausgeschaltet, nur vorne beim Lokführer ist noch Licht.

Fünf Minuten später Den Rest des Beitrags lesen »


Lernen vom Meister

Dass bei der AfD trotz ihrer Bemühungen um einen bürgerlichen Auftritt und ihrer Beteuerungen, keine Nazis zu sein und mit nicht mit Nazis zusammenzuarbeiten, der eine oder andere bräunliche Fleck auf der Weste durchscheint, ist kein Geheimnis. Was man so aus den Reihen dieser Partei hört, lässt in der Hinsicht wenig Fragen offen.

Die Geschichte der Partei ist eigentlich eine Aneinanderreihung von Rechtsrucken. Seit Jahren treten Mitglieder vom gemäßigteren Rand aus oder werden rausgeekelt, und die radikaleren Figuren gewinnen mehr und mehr Gewicht. Der Laden wird lauter und radikaler. Ein wiederkehrendes Muster ist: Jemand aus der AfD macht eine provozierende Äußerung, darauf folgt allenthalben Empörung der Demokraten, dann rudert die- oder derjenige zurück oder will es nicht so gemeint haben, will missverstanden worden oder auf der Maus ausgerutscht sein.

Ich finde das besorgniserregend und abstoßend und halte diese Partei für eine Gefahr für unsere Rechtsordnung. Mittlerweile denkt der Verfassungsschutz darüber nach, ob die AfD beobachtet gehört, und es spricht einiges dafür.

Nun können nicht alle Den Rest des Beitrags lesen »