Fundstücke

Die rechte Spalte mit den Rubriken Lesenswert und Auch lesenswert war mit der Zeit zu unübersichtlich geworden, darum hänge ich Links auf Dinge, die ich lesenswert finde, jetzt hier rein, die neuesten immer oben. Das hat den Vorteil, dass ich nicht so viel ausmisten muss – vieles hatte ich nur notgedrungen rausgeschmissen, weil die Liste sonst irgendwann 27 Bildschirme hoch ist und völlig unbenutzbar. Hier wird es zwar auch irgendwann zu viel, aber nicht ganz so schnell.

Ab jetzt also hier meine Leseempfehlungen:

  • Mal was Praktisches – wie man es vermeidet, sich den ganzen Urlaub über Sorgen zu machen, ob man die Fenster geschlossen, den Herd ausgestellt und die Wohnungstür abgeschlossen hat: Take Photos of Stove Dials Before You Leave for Vacation
  • Lobes Digitalfabrik: Lizenz zum HackenIm Eiltempo und ohne nennenswerte Beteiligung der Öffentlichkeit hat der Deutsche Bundestag in der vergangenen Woche das Gesetz zum massenhaften Einsatz von Staatstrojanern beschlossen. (…) Das Gesetz wurde wie ein trojanisches Pferd durch die Hintertür ins Parlament geschleust und in ein sachfremdes Gesetz über das Fahrverbot als Nebenstrafe versteckt, um die öffentliche Debatte klein zu halten. (…) Für den Rechtsstaat ist das eine schwere Niederlage.
  • Hasso Mansfeld über die quasireligiöse Verklärung von NGOs: Auf der Seite der Guten™Wer Greenpeace, Foodwatch und Co. finanziert, erwirbt eine Art modernen Ablassbrief. Doch Lobbyismus, der als Heilslehre daherkommt, ist verheerend.
  • Michael Ebmeyer über rechtspopulistisches Scheinriesentum: Pünktlich zur Spargelzeit wieder alles in Butter –  die „Altparteien“ haben’s nicht begriffen und versuchen immer noch, sich bei Besorgten und völkisch orientierten Rechtsauslegern anzubiedern.
  • Und gleich noch eine Scheibe von der Salami: Wir merken uns schon mal Ihr Gesicht – über einen Testlauf zur anlasslosen Videoüberwachung mit Gesichtserkennung und Abgleich mit Datenbanken von Gesichtern von, vermutet man, Übeltätern, Gefährdern oder sonst auffällig gewordenen Zeitgenossen. Nicht ungeduldig sein, Großer Bruder, wir sind bald soweit…
  • Die Ausleuchter säbeln wieder an der Salami der Freiheit: Das tote Pferd soll auferstehen
    Die (bisher freiwillige und kaum genutzte) Aktivierung der eID-Funktion des Personalausweises soll verpflichtend werden, und ab 2021 sollen alle Geheimdienste einfach so auf die Daten der Melderegister zugreifen können. Außerdem soll die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum ausgebaut werden. Großartig, wer braucht schon Privatsphäre oder informationelle Selbstbestimmung…
  • Ludger Wess bei den Salonkommunisten über ideologisch motivierten Widerstand gegen Gentechnik und moderne Landwirtschaft: Gentechnik und Glyphosat: Es geht nicht um Studien

    Grüne und Umweltschutzorganisationen diskreditieren seit Jahren jede Studie, die ihren Kernthesen – bio ist gut, konventionelle Landwirtschaft und Gentechnik sind schlecht – widerspricht. Während sie in der Klimaforschung den Stand der Wissenschaft für absolut gesichert halten, gibt es bei Pestiziden und Gentechnik angeblich kein gesichertes Wissen. Mehr noch, sie unterstellen regelmäßig, Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen seien von der Industrie gekauft. Damit unterminieren sie systematisch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Unabhängigkeit von Wissenschaft und Behörden. Sie leisten damit Verschwörungstheorien Vorschub und besorgen letztlich das Geschäft von Pegida und AfD.

  • Christian Reinboth auf Frischer Wind bei den Scienceblogs: Im Kampf gegen Glyphosat ist jedes Mittel recht – Kurz und knackig, was Glyphosatgegner (und Gentechnikgegner) redlicherweise tun müssten.

Politisch korrekt sein, ja, das heißt ja, Menschen mit Respekt zu behandeln, und wer will schon Menschen mit Respekt behandelt haben. Da haben die Zeitungen schon recht, das gehört verboten, Menschen mit Respekt zu behandeln. Menschen mit Respekt zu behandeln ärgert die Menschen wahnsinnig. Das Elend mit dem Respektvollen Behandeln von Menschen.

Das sind übrigens alles Schlagzeilen aus Zeitungen, und ich hab nur, übrigens auch eine aus dem Standard, und ich hab nur einen ganz kleinen Kunstgriff gemacht, nämlich den Begriff „politische Correctness“ ersetzt durch „Respektvolles Behandeln von Menschen“. Habe ich vertauscht, und schon kommt das raus.

Zur Erinnerung: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Dieser Satz – Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 3 – enthält im Wesentlichen, was die meisten PC-Kritiker ablehnen. Das Grundgesetz beweist deshalb aber nicht die Existenz einer wie auch immer gearteten Political Correctness. Es formuliert ein uneingelöstes Ideal. […]

Das Ziel rechter PC-Kritik war es stets, Gruppen, die sich in ihrem Kampf um Anerkennung auf die Grundrechte beziehen, zurück auf ihre vermeintlich angestammten Plätze zu verweisen: dahin, wo sie herkommen – an den Herd (Frauen), in ihre Heimatländer (Migranten und Flüchtlinge), ins Abseits (Schwule, Lesben und andere „Perverse“).

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt: Weltweit stellen Populisten Grundrechte infrage, vor allem die von Migranten. Das könne in die Tyrannei führen.

Dass Trumps Äußerungen frauenfeindlich sind, überrascht wohl niemanden […] In dieser Erklärung wiegelt Trump ab. Seine Äußerungen seien typische „Umkleideraumgespräche“ zwischen Männern gewesen, sagt er.[…]

Solche Äußerungen sind nicht typisch für die Umkleide, sondern für Versager. Es sind die Sprüche der Loser. Sie mögen Macht haben, sie mögen Geld haben, sie mögen jede Menge Frauen finden, die das Spiel mitspielen, aber im Grunde ihrer Seele sind sie erbärmliche Geschöpfe, die sich nie den Respekt einer Frau erwerben werden, die etwas auf sich hält.

Solche Männer können nicht punkten, nur protzen. Sie haben keine Freunde, nur Speichellecker. Sie werden beneidet, aber nicht geliebt.

Solche Männer sind keine Männer.

„Meistens sind es die Benachteiligten selbst, die auf ihre Gleichberechtigung pochen. Political Correctness ist ihr Versuch, sich zu emanzipieren. Die erbitterten Widerstände, mit denen sie zu kämpfen haben, zeigen die Notwendigkeit ihres Kampfes.“