Ritzel (2)

Die Ritzel einer Kettenschaltung an der Hinterradnabe eines Fahrrades. Die angerostete Kette läuft über das kleinste Ritzel.

In letzter Zeit habe ich mir eine Menge Fahrräder angeschaut. Hier bin ich mir wieder nicht sicher, welcher Bildausschnitt besser ist. Oben ist der Betrachter unmittelbarer „im Bild“, direkt am Motiv, unten Den Rest des Beitrags lesen »

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Doch kein Projekt

Neulich hatte ich ja ein bisschen geträumt. Leider war das wirklich nur eine Träumerei. Ob das in echt so funktionieren könnte, irgendwo zwischen Hippiekommune und Gartenzwergspießerparadies, selbst wenn es das Grundstück gäbe und die Leute dabei wären, weiß ich natürlich nicht. Ob ich die Gelegenheit wahrnehmen würde, wenn sie sich böte, weiß ich auch nicht. Kinderlos oder mit Kleinkindern eher. Oder später, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Jetzt, in der Zeit dazwischen, müssten sie ja mit uns ihr Umfeld verlassen, und das würde ich ihnen vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrung mit sowas nicht einfach zumuten wollen.

Die anderen haben sicher ihre Gründe dafür, nicht so ein Projekt auf die Beine gestellt zu haben. Insofern ist es wirklich nur eine Utopie. Und um ehrlich zu sein, es war ja abzusehen, das Leben ist kein Werbeclip.

Deshalb Den Rest des Beitrags lesen »


Zitrone

Eine halbe Zitrone, Blick auf die mehrere Tage alte, vertrocknete Schnittfläche.

Nicht mehr ganz frisch. Dabei Den Rest des Beitrags lesen »


Rissig

Ursprünglich glatte, aber rissig gewordene Oberfläche.

Ok, und was ist das jetzt? Hier noch Den Rest des Beitrags lesen »


Angewachsen?

Puzzleteil, das auf einem gepflasterten Gehweg liegt. Einzelne Fasern sind aus dem Rand ausgefranst und sehen aus wie feine Wurzeln, die sich am Pflasterstein festkrallen.

Auf den ersten Blick nur ein einzelnes Puzzleteil, wahrscheinlich noch vom Sperrmüll neulich. Seitdem durch Regen und drübertrampelnde Passanten abgenutzt, könnte man denken. In Wirklichkeit ist es aber ein Samenkorn des Puzzlebaums, der hier seine Wurzeln in den Gehweg schlägt. Am linken Ende färbt es sich schon ein, dort wird sicher bald der Stamm austreiben.


Erlebnisse

Irgendwie kann man kaum irgendwo irgendwas einkaufen, ohne dass man irgendwelchen Kram angeboten aufgedrängt kriegt. Das mancherorts übliche Gummibärchen für’s Kind an der Supermarktkasse ist ja ok, aber alles andere muss nicht sein.

Beinahe an jeder Kasse muss man mitteilen, dass man keine Paybackpunkte sammelt. In einer Reihe von Ketten wird man jedesmal gefragt, ob man die Kundenkarte hat; wenn nicht, ob man sie vielleicht will. Wenn man nicht sehr schnell und entschieden mit nein antwortet, werden oft auch gleich noch schnell die vielen allgemeinen Vorteile der Kundenkarte sowie die brandaktuellen Neukundenrabatte zum Sofortmitnehmen aufgezählt.

In den Filialen einer großen Drogeriekette wird man bei fast jedem Bezahlvorgang gefragt, ob man vielleicht noch eine Kleinigkeit aus dem Grabbelglas neben der Kasse mit irgendwelchem Ramsch für 50 Cent kaufen will. Wenn dort gerade Badekugeln oder Tagescremepröbchen angeboten werden, kriege ich als Mann die allerdings nie vorgeschlagen, womit wir dann gleich noch stereotype Rollenbilder auf der Meckerliste haben.

Oft gibt es Sonderaktionen, auf die man an der Kasse natürlich hingewiesen wird. Da lauern sie einem im Laden auf und man kriegt Dinge zum Probieren angeboten – Salamischeiben, Schokoladenstücke, Biokäsecracker. Oder sie drücken einem ungefragt Pröbchen in die Hand – Duftwasser, Handcreme, Biokäsecracker. Im Coffeeshop Den Rest des Beitrags lesen »


Flickspuren

Kleines Stück eines alten asphaltierten Bahnsteigs, an einer Stelle mit Beton geflickt, der seinerseits an zwei Stellen wieder mit Asphalt geflickt ist.

Irgendeine Installation wurde vom Zahn der Zeit überholt und musste abgebaut werden. Das hier könnte ein Gepäckwagenstand gewesen sein. Das Loch hat man schnell mit Beton zugegossen und das ganze nicht abgesperrt. Natürlich ist irgendjemand über den frischen Beton getrampelt, und so können wir noch jetzt Jahre später Fußspuren im verwitterten und seinerseits wieder mit Asphalt geflickten Betonflicken auf dem verwitterten und auch anderweitig schon mehrfach geflickten Bahnsteig bewundern. Wenn jetzt noch Gras aus den Spalten wächst, wird es fast idyllisch…


Geist

Aufkleber auf einem Laternenpfahl: Das Wort "Geist" aus spiegelnder Klebefolie von Hand ausgeschnitten und aufgeklebt.

Geist. Da hat jemand das Wort aus Spiegelfolie mit dem Skalpell ausgeschnitten, dazu einen Umriss aus schwarzer Folie. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, wie schwierig vor allem die engen Kurven beim s gewesen sein müssen, und der obere Bogen beim g ist etwas dünn ausgefallen. Ist ausbaufähig, aber schon ganz hübsch geworden, finde ich.

Der Geist hängt an einem Ampfelpfahl deutlich über Kopfhöhe und wird sicherlich zu wenig wahrgenommen. Und eigentlich ist es – der Kontext gibt das her, ein Freigeist.


Ritzel

Die Ritzel einer Kettenschaltung an der Hinterradnabe eines Fahrrades.

Überall stehen Fahrräder herum, von nagelneu bis uralt, von scheckheftgepflegt bis völlig verrottet. Das hier könnte ein bisschen Kettenöl und eine Bürste gebrauchen, sieht aber sonst ganz anständig aus.


Das Projekt

Ich träume mir jetzt mal was zusammen. Also: Ich habe mit einer Handvoll Freunde aus Unizeiten zusammengeschmissen und ein Grundstück am Rand einer Kleinstadt gekauft. Teil eines alten Bauernhofs, ca. 5.000 Quadratmeter mit einer Scheune, teils Backstein, teils Holz, und einem langer Backsteinschuppen. Erstaunlich billig weil etwas vergammelt. Das zugehörige Bauernhaus ist anständig zurechtgemacht, steht vorn an der Straße ca. 50 m entfernt und gehört wem anders.

Wir konvertieren die Scheune und den Schuppen in Wohnraum für sechs, sieben Familien. Obwohl, was heißt Familien, es ist gemischter Haufen – ein paar Singles, kinderlose Paare, und eben Familien. Mehrere Großeltern kreisen um das Projekt, die werden möglicherweise auch Den Rest des Beitrags lesen »