Schreckhaft

Vor dem Parkplatz eines großen Gebrauchtwagenhändlers steht ein Autotransporter. Der Fahrer ist mit Beladen fertig und klappt die Auffahrrampe ein. Die Erschütterung löst die Alarmanlage des zuletzt geladenen Pkw aus.

Der Fahrer schließt das Auto auf, schaltet den Alarm aus, schließt wieder ab, setzt sich in die Zugmaschine und fährt los. Nach etwa 100 m muss er an einer Kreuzung halten und Den Rest des Beitrags lesen »


Bus verpasst

Mit Busfahrern habe ich immer mal zu tun. Gelegentlich schreibe ich auch drüber. Jetzt ist wieder was fällig

Also: Ich bin auf dem Weg zum Bahnhof spät dran (und man sollte sich nicht drauf verlassen, dass der Zug zu spät ist). Ich komme um die Ecke und sehe, wie der Bus an der Haltestelle 100 m weiter hält. An der Haltestelle wartet niemand, aber es steigen ein paar aus. Ich laufe los und erreiche die hintere Tür, als die gerade anfängt zuzugehen. Ich greife in die Lichtschranke, drücke die Tür wieder auf und steige ein. Gehe gleich nach vorn, um meine Fahrkarte zu zeigen.

Busfahrer: Was war denn das eben für eine Aktion?

ich: Na, ich wollte Den Rest des Beitrags lesen »


Die Lösung

Seit vielen Jahren treiben viele Industrieländer auf den Verkehrsinfarkt zu. Deutschland ist da als dicht besiedeltes Transitland ganz vorn mit dabei. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge steigt ständig, und die Folgen sind nicht so schön: Dreck und Lärm auf dauernd staugeplagten Autobahnen und in immer verstopfteren Städten. Mittlerweile ist immer überall alles vollgeparkt. Bürgersteige, Radwege und Einfahrten werden gewohnheitsmäßig als Kurzparkplätze zweckentfremdet. Der vorgeschriebene 5-m-Abstand zu Kreuzungen wird zumindest in Wohngebieten auch immer häufiger ignoriert, Parken in zweiter Reihe ist mancherorts auch praktisch üblich.

Immer mehr Kraftfahrzeuge benötigen immer mehr Platz. In der Folge asphaltieren wir immer mehr Land zu und stellen Autos drauf ab, die im Schnitt 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumstehen und die übrige Stunde Den Rest des Beitrags lesen »


Das Projekt

Ich träume mir jetzt mal was zusammen. Also: Ich habe mit einer Handvoll Freunde aus Unizeiten zusammengeschmissen und ein Grundstück am Rand einer Kleinstadt gekauft. Teil eines alten Bauernhofs, ca. 5.000 Quadratmeter mit einer Scheune, teils Backstein, teils Holz, und einem langer Backsteinschuppen. Erstaunlich billig weil etwas vergammelt. Das zugehörige Bauernhaus ist anständig zurechtgemacht, steht vorn an der Straße ca. 50 m entfernt und gehört wem anders.

Wir konvertieren die Scheune und den Schuppen in Wohnraum für sechs, sieben Familien. Obwohl, was heißt Familien, es ist gemischter Haufen – ein paar Singles, kinderlose Paare, und eben Familien. Mehrere Großeltern kreisen um das Projekt, die werden möglicherweise auch Den Rest des Beitrags lesen »


Gelb (2)

Ein Stück gelber Fahrbahnmarkierung, das eine in den Asphalt einer Straße eingelassene Straßenbahnschiene kreuzt.

Andere Ex-Baustelle, aber auch gelb. Diesmal allerdings noch im Schatten.

 


Linksabbiegerlabyrinth

Neulich in der Schule meiner Tochter. Da gab es in einem Klassenzimmer eine fast saubere Tafel und ein Stück Kreide, beide gerade unbenutzt. Also habe ich was gemalt.

Diese Figur ist simpler als sie vielleicht aussieht. Sie besteht aus einem einzigen Strich, den ich ohne abzusetzen nur mit Linksknicken ziehe, bis ich am Ende wieder zu meinem Ansatzpunkt zurückkehre. Der Ansatzpunkt ist auf der senkrechten Linie, die über die ganze Höhe des Gebildes geht, ungefähr 1/5 vom oberen Rand des fertigen Gebildes.

Ich setze also die Kreide an und male einen senkrechten Strich nach unten, biege dann rechtwinklig nach links ab (immer „in Fahrtrichtung“ gesehen), wieder links, sodass ich aufwärts male, und wieder links, sodass ich meine erste Linie kurz unterhalb meines Ansatzpunktes schneide. Nach zwei weiteren Linksschwenks Den Rest des Beitrags lesen »


Zeitreise

Vor einer Weile bin ich zum erstenmal seit etwa 20 Jahren wieder in „meinem“ Dorf gewesen. Das Dorf, in dem ich die erste Hälfte meiner Kindheit verbracht habe. Seit unserem Wegzug am Ende meiner Grundschulzeit war das für mich immer ein Sehnsuchtsort gewesen, eine Art verlorenes Paradies. Ich hatte insgeheim die Hoffnung nie aufgegeben, irgendwann mal dahin zurückgehen und wieder „zu Hause“ wohnen zu können. Nicht unbedingt in dem alten Haus, aber in dem Dorf. Seit dem Umzug damals war Heimat für mich tatsächlich vorrangig etwas Verlorenes, ein Verlusterlebnis.

Natürlich war mir bewusst, dass die Zeit nicht stehenbleibt, dass ich mich verändere, dass das Dorf sich verändert. Wenn wir nicht weggezogen wären, wäre ich sicher irgendwann „rausgewachsen“, und das war mir schon als Teenager klar. Trotzdem, bis jetzt war ich von Besuchen dort immer wehmütig weggefahren, weil die Besuche mir jedesmal erneut und schmerzlich in Erinnerung gerufen hatten, dass ich dort nicht freiwillig weggegangen war, dass ich damals auf keinen Fall weggewollt hätte und dort zumindest für eine Weile in mancher Hinsicht glücklicher gewesen wäre und es besser gehabt hätte als am neuen Wohnort.

Der Umzug in die Stadt hat – obwohl großes Abenteuer mit neuer aufregender Umgebung und viel mehr Möglichkeiten – mein Leben ziemlich durchgerüttelt. Ich stand dem vor allem am Anfang sehr zwiespältig gegenüber. Andererseits hätte ich ohne diese Umwälzung Leute nie kennengelernt, die mir dann für lange Zeit wichtige Freunde waren und denen ich viel verdanke. Das will ich selbstverständlich nicht missen. Wie das alles ohne den Umzug geworden wäre – besser, schlechter, einfach nur anders – weiß ich natürlich nicht, man kann ja nicht eine alternative Realität nachträglich testen.

Bei dem Besuch neulich Den Rest des Beitrags lesen »


Lückenlos

Klassische Stelle für eine inoffizielle inoffizielle Autobahnausfahrt für Ortskundige. Natürlich will man nicht, dass Hinz und Kunz hier wild von der Raststätte in den Wald fahren, auch wegen der Unfallgefahr, wenn Leute von der Autobahn direkt auf unmarkierte, unbeleuchtete Wirtschaftswege wechseln und noch ganz auf dreistellige Geschwindigkeiten eingestellt sind.

Andererseits wird die Autobahnmeisterei Den Rest des Beitrags lesen »


Skizze einer Neuen Medizin™

Jetzt ist der March for Science vorbei, da können wir diesen lästigen Wissenschaftskram beiseitelegen und wieder zum Alltag übergehen. Anders gesagt: Die Diät ist vorbei, räumt den Heimtrainer schnell wieder in den Keller, packt Schokolade, Chips und Bier aus!

Also, es gibt so viele Heilmethoden, die als Komplementärmedizin oder Alternative Medizin laufen, und so viele davon sind haarsträubend absurd. Und die meisten dieser Methoden passen nicht mit den meisten anderen Methoden zusammen oder schließen sich sogar gegenseitig aus. Will heißen: Wenn Methode A funktioniert und die vorgebrachte theoretische Grundannahme stimmt, kann Methode B nicht auch funktionieren und korrekt sein. Das gilt etwa für Bachblüten, Schüßlersalze und Homöopathie.

Trotzdem gibt es haufenweise Leute, die sich nicht auf eine der genannten Methoden beschränken, sondern mehrere praktizieren oder wenigstens als sinnvolle Behandlungsmethoden akzeptieren. Die drei oben genannten Methoden etwa gehören zum Standardrepertoire der Heilpraktikerei, viele Heilpraktikerschulen bieten alle drei an. Apotheken verkaufen nebeneinanderher homöopathische Zubereitungen, Schüßler-Salze, Bachblütentropfen, spagyrischen und anderen Firlefanz. Das ist, als ob man gleichzeitig behauptet, die Erde sei eine Scheibe, sie sei eine Kugel, die um die Sonne rotiert und sie sei ein Hohlkörper, auf dessen Innenseite wir herumlaufen und uns Sonne, Mond und Sterne zusammenhalluzinieren. Mit solchen Phantastereien ist nicht zu spaßen.

Da diese Widersprüchlichkeiten aber im echten Leben offenbar nicht weiter stören und man sich augenscheinlich bestens einreden kann, dass alle diese „Medizinen“ gleichzeitig funktionieren und korrekt sind, kann eine weitere solche „Medizin“ nicht schaden. Ich will auch sowas. Vielleicht werde ich Den Rest des Beitrags lesen »


Designdilemmata

Dass Design keine triviale Sache ist und viel Gelegenheit für Pannen birgt, ist hier schon angeklungen. Man hat wie bei vielen Optimierungsaufgaben widerstrebende und sich teilweise gegenseitig ausschließende Ziele, die man in einem für möglichst viele Benutzer akzeptablen Kompromiss zusammenführen muss – gute Benutzbarkeit bei gleichzeitig größtmöglicher Sicherheit oder Übersichtlichkeit bei gleichzeitig ausreichender Vielseitigkeit, um nur zwei Spannungsfelder zu nennen.

Ein schönes Beispiel sind die bei der Bahn vielfach als Nahverkehrszüge genutzten Baureihen 425 und 426. Jeweils am Ende eines Zugteils Den Rest des Beitrags lesen »