Tibet

In unseren gott- und geistlosen, materialistischen Tagen geht der Trend zum spirituellen Kuscheltuch. Mancher findet es in Guinness und irischem Folk. Beliebt sind auch Schüßler-Salze, Kornkreise und Fußball. Für schlichtere Gemüter tun es gelegentlich der Ballermann und die Gipsy Kings, aber die All-Inclusive-Proleten zählen eigentlich nicht so richtig. Wir haben ja Stil und Kultur.

Ein sehr beliebtes Kuscheltuch ist Tibet. Tibet ist irgendwie hochauthentisch, die Leute dort sind so schön ausgeglichen, genügsam und pittoresk. Das spricht den emotional und spirituell ausgelaugten intellektuellen Mitteleuropäer an. Und außerdem werden die Tibeter verfolgt, nämlich von der bösen Supermacht China. Das bietet prima Empörungspotenzial und die Möglichkeit, sich mit wenig Aufwand als besonders guter Mensch zu gerieren. Ein einfacher Autoaufkleber oder ein hübsches Gebetsfähnchen aus dem Free-Tibet-Laden reicht da schon aus.

Ja, aber…

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