Barrierefreiheit

Vor einer Weile habe ich auf Twitter eine „Diskussion“ zum Thema Barrierefreiheit gelesen: Strohhalme, Rollstühle u.a. Da ging es anfangs um das Strohhalmverbot der EU, dann um verschiedene Aspekte der Barrierefreiheit für Leute mit verschiedenen Einschränkungen. Ausgangspunkt waren unsachliche und reichlich überhebliche Äußerungen von Leuten, die selbst nicht auf besondere Maßnahmen zur Barrierefreiheit angewiesen sind, um sich im öffentlichen Raum ungehindert bewegen zu können.

Es lohnt sich, den von mir kommentierten Tweet von Butterblumenland anzuklicken und bis ganz nach oben zu scrollen, um den ganzen Tweetwechsel zu lesen. Leider sind viele (der unmöglichen) Tweets mittlerweile gelöscht, und ich habe es versäumt, beizeiten Screenshots zu machen. Trotzdem bleibt ein bedrückender Einblick in die Gedankenwelt von Leuten, für die Barrierefreiheit nur nerviger Schnickschnack zu sein scheint und die offensichtlich glauben, dass sich manche Leute damit nur interessant machen wollen. Wegen der hartnäckigen Unbelehrbarkeit dieser Leute und ihrer Weigerung, auf Argumente einzugehen oder auch nur zuzugestehen, dass andere Leute auf Maßnahmen zur Barrierefreiheit angewiesen sind, habe ich das Wort Diskussion oben übrigens in Anführungszeichen gesetzt.

Dass Barrierefreiheit mehr ist als Rollstuhltauglichkeit, war mir im Prinzip schon klar. Es gibt viele verschiedene Behinderungen, die ganz unterschiedliche Maßnahmen nötig machen, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können.

Möglicherweise schadet den einen auch, was für die anderen wichtig ist. Umfassende Barrierefreiheit ist deshalb vermutlich nicht machbar. Ich vermute, dass viele Betroffene sich schon mit kleinen Annäherungen arrangieren, weil es das Ideal sowieso nirgends gibt – der eine besucht Läden, wo es eher nicht so laut ist, wo keine Werbung über die Lautsprecher kommt, wo keine Blinklampen nerven usw. Andere suchen sich extra hell erleuchtete Läden. Manche brauchen übersichtliche Grundrisse, andere breite Gänge und niedrige Regale.

Vor diesem Hintergrund würde ich Den Rest des Beitrags lesen »


Der richtige Ort

Neulich in der Bahn. Genauer gesagt, in der Toilette eines handelsüblichen IC. An der Wand ein Spiegel, darunter Seifenspender, Handtuchspender, Knopf zum Starten des Wassers, Wasserrohr. Darunter das Waschbecken. In der Nähe der Bedienelemente jeweils ein Aufkleber mit einem erklärenden Piktogramm. Soweit so gut, alles wie gewohnt. Tausendmal gesehen:

zugtoilette

Wenn man aber nicht mit den Augen sehen kann? Für diesen Fall hat die Bahn die Piktogramme sinnvollerweise um Braillebeschriftungen ergänzt:

Da steht dann wie zu erwarten Seife, Kein Trinkwasser und Handtücher drauf, sodass auch Blinde wissen, was es da gibt. Der Knopf zum Einschalten des Wassers trägt zwar ein Piktogramm, aber kurioserweise keine Braille-Beschriftung. Dass man dort das Wasser einschaltet, muss man raten, wenn man nicht visuell sieht. Aber gut, was soll es da schon geben als einen Wassereinschaltknopf?

Was mich an den Beschriftungen stutzig macht Den Rest des Beitrags lesen »


Bedienelement

Fahrstühle bewegen sich ja in der Regel auf und ab. Man fährt hoch, man fährt runter, auszusuchen gibt es meistens nur  das Stockwerk, in das man will, und daraus ergibt sich eine der beiden Richtungen. In gut ausgestatteten höheren Gebäuden kann man manchmal noch zwischen einem langsamen und einem Expresslift wählen, aber das war’s dann auch schon. Einigermaßen verwundert war ich deshalb über dieses Bedienelement für den Fahrstuhl in einem Standort unserer Stadtbibliothek:

lift

Die Pfeile nach oben und unten sind natürlich nicht so überflüssig, wie zu behaupten ich im ersten Reflex geneigt war. Im obersten Stockwerk ginge es nur nach unten, im Keller nur nach oben. Ich habe nicht nachgeprüft, wie es dort aussieht, aber Den Rest des Beitrags lesen »