Nicht für Kinder geeignet

Vor einer Weile habe ich eine Dose Whisky Fudge geschenkt gekriegt. Das sind (nach einem traditionellen Rezept von Hand gemachte!) Karamellbonbons mit etwas (natürlich auch nach alter Tradition handwerklich hergestelltem) Whisky – „A generous measure of Edradour Malt Whisky is added to the fudge with the full permission of Signatory Vintage Scotch Whisky Co. Ltd. to impart a delicious flavour.“

Vermutlich wegen des Whiskys steht auf der Packung auch: Nicht für Kinder geeignet. Leuchtet ein, Kindern gibt man keine alkoholhaltigen Süßigkeiten. Weinbrandbohnen, Schnapspralinen, Ostereier mit Eierlikörceme (die meine Oma uns Kindern trotz zunehmend genervtem Einspruch meiner Eltern Jahr um Jahr mitbrachte, ich fand die aber sowieso eklig), Bonbons mit Apfelkornfüllung, so Sachen, und eben Whisky Fudge.

Ein großzügiger Schuss Whisky im Karamell ist vielleicht nicht so kindgerecht heutzutage (Früher Den Rest des Beitrags lesen »

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Groß und klein

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Verbrennungsmotoren

Neulich hat wieder wer einen Verbrennungsmotor erfunden (oder gebaut oder ausprobiert, oder von einem gehört oder gelesen, der einen erfunden, gebaut oder ausprobiert hat), der statt mit Benzin o.ä. mit Wasser läuft. Benzin war gestern war der Bericht überschrieben, glaube ich. Der Motor soll in ein Moped eingebaut gewesen sein, das dann mit einem Liter Wasser fünfhundert Kilometer gefahren sein soll. Es war jemand dabei, es stimmt also!

Das ist nun beileibe nicht der erste Wasserverbrennungsmotor auf der Welt. Es kommen ja ständig irgendwelche Tüftler mit solchen Geräten an, und jedesmal wird die Erfindung bei den Freie-Energie-Jüngern, den Ufo-Gläubigen, generell esoterisch-verschwörungstheoretisch Geneigten groß gefeiert. Die Berichte machen dann auf den einschlägigen Blogs die Runde (der oben erwähnte übrigens auch) und alle freuen sich, bald nie wieder Geld an der Tankstelle lassen zu müssen.

Eigentlich müsste die Welt Den Rest des Beitrags lesen »


Korn, Bier, Schnaps und Wein

Gesunde Ernährung ist irre wichtig, und das Bewusstsein dafür ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. In vielen Ländern gibt es amtliche oder quasiamtliche Richtlinien darüber, wieviel und was ein gesunder Mensch normalerweise essen sollte, um gesund zu bleiben oder jedenfalls keine ernährungsbedingten Schädigungen davonzutragen.

Diese Richtlinien basieren in der Regel auf mehr oder weniger wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen, werden allerdings gelegentlich nach politischem Kalkül zurechtgebogen. (Ein Beispiel war die US-amerikanische Ernährungspyramide, die, wenn ich mich recht erinnere, in irgendeine aus nichternährungstechnischen Gründen opportune Richtung umproportioniert worden war. Bin nur zu faul, jetzt die entsprechenden Details zu suchen.)

Nun ist die Ernährung schon deshalb einigermaßen bedeutsam und potenziell folgenreich, weil sie in aller Regel täglich stattfindet und weil eine falsche Ernährung eben ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann. Deshalb wird auch andauernd an der Ernährung und ihren Folgen herumgeforscht. Jederzeit Den Rest des Beitrags lesen »


Recht auf Information

Früher Abend, ich bin in der Stadt unterwegs. Die Straße, die ich entlanggehe, hat je zwei Fahrstreifen pro Richtung, in der Mitte laufen Straßenbahnschienen. Voraus ein Laden, wo ich schnell ein paar Kleinigkeiten zu besorgen gedenke.

Schräg gegenüber von dem Laden steht seit Minuten ein Kleinbus der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht am Straßenrand, davor zwei andere Autos mit Warnblinker. In dem fahrbaren Blaulichtbüro spricht ein Polizist mit einem Mann, dem vermutlich einer der beiden Pkw vorn dran gehört.Es sieht aus wie eine typische Vernehmung bzw. Protokollaufnahme nach einem Unfall oder einer Führerscheinkontrolle. Nichts Aufregendes, nichts Außergewöhnliches, tausendmal gesehen, einmal selbst mitgemacht. Weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen.

Als ich nach dem Einkauf aus dem Laden komme, sitzen die immer noch drin und reden. Das Blaulicht flackert auch noch; dass die sich nicht dran stören? Wer weiß, Den Rest des Beitrags lesen »


Homöopathischer Modellbau

Samuel Hahnemann hat es ja nun geschafft. Seine Lehre von der Homöopathie ist, wenn schon nicht in der wissenschaftlichen Medizin, dann doch immerhin in der Gesellschaft angekommen. Sehr viele Leute glauben an die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen, viele Hausärzte in Deutschland verschreiben zumindest gelegentlich Homöopathika. In Traunstein soll jetzt eine Privatuniversität für Homöopathie eröffnet werden (mehr dazu bei den Ausrufern), die meisten Krankenkassen bezahlen mittlerweile homöopathische Behandlungen, und die Hersteller homöopathischer Präparate haben ein krisenfestes Auskommen.

Dass es keinerlei Vorstellungen von einem Wirkungsmechanismus gibt, ist offensichtlich egal. Dass es bis heute nicht recht gelingen will, in methodisch einwandfreien Studien eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung homöopathischer Präparate nachzuweisen, scheint auch nicht weiter zu interessieren. Wer heilt hat recht, heißt es. Und so mancher homöopathisch Behandelte ist ja auch tatsächlich wieder gesund geworden. Also muss es an dem verdünnten Wasser oder den damit beträufelten Zuckerkügelchen gelegen haben.

An dieser Stelle möchte ich jetzt Den Rest des Beitrags lesen »