Dimensionsübergreifende Inventur

Ich habe im Lauf meines Lebens so einige Ferienwohnungen in einer Reihe von Ländern erlebt. Die Wohnungen waren mal größer, mal enger, mal besser ausgestattet, mal weniger gut. Es waren schöne und weniger schöne dabei, gepflegte und vergammelte, ziemlich neue und reichlich runtergerittene. Eins haben fast alle gemeinsam: Die merkwürdige Ausstattung mit Geschirr, Besteck und Küchenutensilien, und zwar je länger die Wohnung schon als Ferienwohnung in Betrieb ist, desto wilder.

Dass in einer ausdrücklich als Nichtraucherwohnung vermarkteten Wohnung mehrere Aschenbecher stehen ist kurios genug. Ob eine Bowlenschale mit 12 passenden Gläsern sinnvoll ist, kann man diskutieren. Wenn das Inventar einer von Privatleuten vermieteten einzelnen Ferienwohnung nicht aus nagelneuer Designerware besteht, sondern die Eigentümer dort eigene Altbestände aufbrauchen, ist das auch nicht weiter ungewöhnlich.

Wenn aber in einer für maximal vier Personen ausgelegten Wohnung Den Rest des Beitrags lesen »

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Und dann war da noch… (23)

…der Mann in, sagen wir, müder Bürokleidung, der beim Überqueren eines großen Parkplatzes unvermittelt anfing, schwungvoll Tanzschritte zu üben.


Hochmut kommt vor dem Fall…

Neulich hatte meine Frau was auf den Herd gestellt und vergessen. Also zu garendes Essen und Wasser im Topf auf den Herd gestellt, die Herdplatte auf höchste Stufe gedreht, damit es schnell in Gang kommt, und war dann abgelenkt worden von einem Kind mit einem Problem. Als ich eine Weile später in die Küche kam, zischelte es leise aus dem Topf und es roch leicht angebrannt.

Also habe ich den Herd ausgeschaltet, das Zeug aus dem Topf gekippt, die dicke, festgepappte und unten etwas schwärzliche Schicht reichlich mit Wasser bedeckt und den Topf wieder auf den Herd und selbigen auf höchste Stufe gestellt, um das Angebrannte loszukochen. Durchaus Den Rest des Beitrags lesen »


Morgen ohne Tee

Manche Leute brauchen morgens ihren Kaffee, um in die Gänge zu kommen, manche brauchen eine Zigarette, manche auch ein Bier oder eine kalte Dusche. Bei mir ist es Tee. Morgens trinke ich immer Tee. So gut wie immer. Jeden Morgen, spätestens beim Frühstück. Eine Tasse schwarzen Tee mit Milch und Kandis.

Es kommt aber vor, dass es nicht klappt mit dem Tee. Ganz selten zwar, aber es gibt sie, die Morgen ohne Tee. Wenn ich krank bin und mir der Magen allzu schräg hängt zum Beispiel. Oder wenn ich so gründlich verschlafe, dass ich beim Aufwachen dann jäh aus dem Bett springe, mir im Tiefflug meine Klamotten greife und mich auf dem Weg zum Bahnhof im Laufen umziehe (und auf dem Bahnsteig merke, dass mir eine Socke fehlt). Da ist für Tee natürlich keine Zeit.

Oder wenn ich unterwegs bin und in der jeweils verfügbaren Gastronomie die üblichen merkwürdigen Vorstellungen von der Zubereitung schwarzen Tees herrschen, sodass ich mir das Gebräu nicht antun mag. (Obwohl, Den Rest des Beitrags lesen »


Ordnung wie gedruckt

Wir haben eine Bastelkiste, in der wir unser Bastelmaterial aufbewahren – Buntpapier, Fotokarton, Filz, Glitzerkram, Farbe, Klebstoff, Glasperlen, was weiß ich. Der Bestand ist im Laufe der Jahre erheblich gewachsen, und in der Kiste ist es unübersichtlich geworden. Deshalb haben wir jetzt mal versucht, den Inhalt ein wenig zu sortieren. Kleinkram sollte in durchsichtige Ziploc-Tüten. Farbdöschen oder -fläschchen in Pappschachteln oder durchsichtige Plastikdosen, Stifte ebenso. Dabei sollte gleiches mit gleichem einsortiert werden, es geht ja darum, die Sachen einfach auffindbar zu machen.

Nun hatten wir ein paar kleine Pappschachteln unterschiedlicher Formate und die eine oder andere Tupperdose zur Verfügung, um das Zeug ordentlich unterzubringen. Aber leider ist es mit diesen Behältnissen so, dass die oft knapp zu klein sind. Man kriegt die vorhandenen fünf Flaschen und drei Dosen Farbe und die zwei Lackstifte mit Müh und Not und viel Zirkelei gerade so drin unter, aber wenn eine Farbe dazukommt oder ein als Ersatz für eine verbrauchte Farbe gekauftes Gebinde ein anderes Format hat, passt es nicht mehr.

Und wenn man die so überladene Schachtel auch nur zu scharf anschaut, fällt was raus. Ordnung geht anders, also Den Rest des Beitrags lesen »


… aber fein!

Vor einer Weile hatte ich darüber geschrieben, wie man Tee kocht. Also nicht so sehr, wie andere Leute Tee kochen oder Getränke, die sie Tee nennen (die Problematik hatte ich natürlich gestreift), sondern wie ich das mache. Eben über die alleinrichtige Art, Tee zu kochen.

Nun bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass nicht nur die Temperatur des Wassers beim Aufgießen für den Geschmack relevant ist, sondern angeblich auch der Sauerstoffgehalt. Sauerstoff kann sich in Wasser lösen. Je heißer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Je länger man das Wasser kocht, desto mehr Sauerstoff verflüchtigt sich also. Wasser, das gerade erst anfängt zu kochen, müsste demnach mehr gelösten Sauerstoff enthalten, und das soll den Tee aromatischer machen als zu lange gekochtes Wasser, das erheblich weniger oder fast gar keinen gelösten Sauerstoff mehr enthält.

Bei Wikipedia ist man ebenfalls dieser Meinung. Tee, der mit sauerstoffarmem Wasser aufgegossen wird, schmecke leblos und fade, heißt es da. Wie schnell sich der Sauerstoff beim Erhitzen des Wassers verflüchtigt, weiß ich natürlich nicht. Kann gut sein, dass beim Erreichen des Siedepunktes schon gar keine nennenswerten Mengen Sauerstoff mehr gelöst sind. Ich habe ein bisschen herumgesucht, aber nichts Relevantes dazu gefunden.

Egal, es hat mich natürlich interessiert, ob es diesen geschmacklichen Unterschied tatsächlich gibt. Und wenn es ihn gibt, würde ich natürlich auch gleich Den Rest des Beitrags lesen »


Pädagogisch besonders wertvoll

Letzte Woche ist uns der Herbst- und Winterkatalog von livipur ins Haus geflattert. Das ist ein mir bisher nicht bekanntes Versandhaus für Kindersachen, ähnlich wie jako-o. Da gibt es Kleidung, Spielzeug, Möbel, jahreszeitlichen Schnickschnack und sonst alles mögliche für Kinder. Das sieht großenteils ganz nett aus und ist ansonsten nicht weiter bemerkenswert. Die Versuche, Mütter und Töchter im Partnerlook auszustaffieren, wirken etwas gezwungen. Außerdem: Welche erwachsene Frau mag sich im Alltag ernsthaft genauso wie ihre schreibunte Kindergartenprinzessin anziehen, und sei es nur auf dem Weg zum Kindergarten? Das ist fast so schlimm wie Micky-Maus-Schlafanzüge oder Hello-Kitty-Socken für Erwachsene. Aber gut, manchen mag das gefallen.

Interessant ist das sogenannte Titelangebot. Eine etwa fußballgroße, halbkugelförmige Schale aus Keramik zum Feuermachen. Das Ding heißt Zwergenfeuer und wird Den Rest des Beitrags lesen »


Erdnüsse

Vor einer Weile habe ich in einem Laden Khao Shong Wasabi Peanuts entdeckt, das sind Erdnüsse mit Wasabi-Beschichtung. Der Erdnussanteil beträgt 70%. Im Gegensatz zu anderen Produkten v.a. einheimischer Marken, wo der Erdnussanteil deutlich unter der 50%-Marke liegen kann (das Niedrigste, was ich gefunden habe, sind sagenhafte 22%!), sind das also tatsächlich hauptsächlich Erdnüsse mit einer dünnen Beschichtung, nicht dicke Reis-Teig-Bälle mit einem winzigen Erdnusskern in der Mitte. Schmecken tut das Zeug auch gut, am Anfang schön scharf, aber das verfliegt schnell. Es ist nicht so, dass man morgens so eine Nuss isst und dann bis zum Abend keinen Orangensaft mehr trinken kann. Alles in allem also eine angenehme Erfahrung.

Das Zeug kommt aus Thailand, und offensichtlich gehört der Hersteller nicht zu einem internationalen Konzern mit Legionen von abgebrühten Marketingleuten. Da wird noch echte Handarbeit geleistet. Auf der Dose findet sich der folgende etwas treuherzig daherkommende Satz, mit dem man wohl die Vorzüge des Produkts ins rechte Licht rücken will:

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Schattenseiten

Mein Bürofenster zeigt ungefähr nach Südwesten. Irgendwann mittags kommt die Sonne über das Dach des Nachbargebäudes und scheint dann seitlich bei mir ins Fenster. Zuerst beleuchtet sie schräg von hinten meinen Bildschirm, wodurch der Kontrast so mies wird, dass ich praktisch nichts mehr lesen kann. Dann wandert sie langsam weiter und scheint mir direkt ins Gesicht. Dann ist zwar der Bildschirm im Schatten, aber ich bin so geblendet, dass ich auch wieder so gut wie nichts sehen kann. Will heißen, sobald mir die Sonne ins Fenster scheint, brauche ich die Jalousien. Ich fahre sie dann so weit herunter, dass mein Schreibtisch vollständig im Schatten liegt, damit ich überhaupt arbeiten kann.

Ich finde es schade, dass das nötig ist, weil ich Sonnenschein eigentlich gerne mag. Gerade im Winter ist es noch dunkel, wenn ich im Büro ankomme. Und wenn ich nachmittagas gehe, ist es schon wieder fast dunkel. Das bisschen Sonnenschein, das es winters so gibt, würde ich da gern mitnehmen. Und bloß weil im Sommer die Tage länger sind und es schon deshalb mehr Sonnenschein auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten gibt, ist es noch lange nicht angenehm, die Sonne tagsüber fast immer aussperren zu müssen. Nun, man kann eben nicht alles haben. Nachts würde ich deshalb jedenfalls auch nicht arbeiten wollen.

Es ist bisweilen nicht ganz einfach, Den Rest des Beitrags lesen »


Klarheit in Wort und Bild

Bei uns um die Ecke wird derzeit die Straße aufgerissen, weil ein paar Versorgungsleitungen ausgetauscht werden sollen. Ich komme dort täglich vorbei und habe deshalb reichlich Gelegenheit, mir die verschiedenen Baumaschinen auf der Baustelle anzusehen. Auf einem der Bagger sind mir jetzt diese beiden Piktogramme aufgefallen:

Das erste ist wohl eine Warnung. Wovor? Hm, man soll aufpassen, dass man Den Rest des Beitrags lesen »