Garantiert kernlos

Gestern im Gemüseladen. Auf der Theke steht ein Karton mit getrockneten Feigen oder Aprikosen oder so. Auf der Seite ist das Markenlogo und darunter der folgende Text:

Metal Detected

Sollte das wirklich Metall entdeckt heißen sollen? Vielleicht findet der Hersteller es natürlich gut, dass da Metall entdeckt wurde. Dann hätte ich allerdings eine andere Formulierung erwartet, entweder eine nüchterne Mitteilung wie Enthält Metall, oder aber mehr Tamtam, um die erfreuliche Tatsache gebührend herauszustellen, vielleicht Den Rest des Beitrags lesen »

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Wenn Du kucken willst…

Gestern habe ich auf den Bildschirmen, die neuerdings überall  im Bahnhof hängen, einen Spot für Voltaren Schmerzgel gesehen. Das Werk kann man sich auch hier direkt beim Hersteller anschauen. Die Geschichte ist denkbar einfach: Anzugträger begegnet auf der Rolltreppe eleganter, lächelnder Frau. Will sich im Vorbeifahren nach ihr umsehen, kann aber nicht – Nackenschmerzen. Frau schaut pikiert. Sonore Stimme aus dem Off intoniert: Wenn Du kucken willst, aber nicht kannst – Voltaren Schmerzgel wirkt effektiv innerhalb einer Stunde. (…) Dann geht derselbe Anzugträger auf dieselbe Rolltreppe zu und begegnet dort einer anderen eleganten, lächelnden Frau. Jetzt kann er sich schmerzfrei nach ihr umdrehen und ihr ganz ungeniert hinterherstrahlen.

So gehört das auch! Wo kämen wir denn hin, wenn Männer nicht Frauen hinterherstarren könnten? Die ganzen hübsch verpackten Kurven müssen doch Den Rest des Beitrags lesen »


Achtung Zugbetrieb!

Seit einiger Zeit gibt es bei der Bahn eine neue Ansage an den Bahnsteigen:

Achtung Zugbetrieb. Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante und betreten Sie den gekennzeichneten Bereich erst nach Halt des Zuges.

Das klingt zunächst mal vernünftig. Auf kleinen Bahnhöfen an Strecken mit IC-Verkehr kommen ja dauernd schnelle Vorbeifahrten vor, und die können gefährlich sein. Da ist eine solche Warnung auf jeden Fall sinnvoll. Das Problem ist, dass diese Ansagen bisher einen allenfalls losen Zusammenhang mit den tatsächlichen Zugbewegungen erkennen lassen. Oft kommt eine Ansage, wenn fahrplanmäßig eigentlich ein Zug einfahren sollte. Nicht selten kommt der Zug aber ein paar Minuten zu spät, pünktlich ist dann nur die Ansage und hängt in der Luft. Oder die Ansage erklingt, wenn der Zug eben zum Stehen gekommen ist und eigentlich keine Gefahr mehr darstellt. Häufig ist auch Minuten vor und nach der Ansage weit und breit kein Zug in Sicht, oder Intercitys donnern ohne jede Ansage durch den Bahnhof.

Der erste Reflex ist natürlich, Den Rest des Beitrags lesen »


Der Aufräumapparat

Dass Kinder häufig dazu neigen, eine gewisse Unordnung zu verbreiten, wusste ich ja schon lange. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich selbst im Vorschulalter regelmäßig ansehnliche Leistungen in Sachen Zimmervollkramen vollbracht. Man spielt halt was, dann was anderes, dann noch was, und zieht dabei eine breite Spur Spielzeug, Bastelmaterial, Anziehsachen usw. hinter sich her. Irgendwann im Grundschulalter fing mir das Chaos an, auf die Nerven zu gehen, und ich beschloss, fortan Ordnung zu halten. Das funktioniert seitdem einigermaßen gut. Zwar gibt es immer wieder mal hartnäckige Unordnungsherde, aber die kann ich meistens ganz gut hinter Schranktüren oder so verstecken.

Meine Kinder sind noch in der Vollkramphase. Die Ältere denkt sich Sachen aus, spielt oft sehr intensiv und benutzt dabei alles, was sie dazu braucht. Dabei verschiebt sie schon mal Möbel und errichtet großartige Bauwerke. Die Jüngere geht anders vor. Sie umgibt sich überall mit „ihren Schätzen“. Sie sitzt dann oft irgendwo in ihrem Zimmer, umgeben von einer Ansammlung von Spielzeug und allem möglichen Kram, und spielt ganz selbstvergessen mit ein oder zwei Dingen. Dann geht sie woanders hin und baut sich dort auch wieder so ein Nest. Am Ende ist der gesamte Fußboden von einer erstaunlich gleichmäßigen, gefühlt knöcheltiefen Schicht von Spielsachen bedeckt. Dazu kommen noch kleine Verstecke in Regalen, auf Stühlen und Fensterbrettern, unter Schränken, die sie dort wie ein Eichhörnchen anlegt und vergisst.

Jedenfalls sehen die beiden Kinderzimmer oft aus, als habe ein Riese Den Rest des Beitrags lesen »


Es darf auch mal der Dativ sein

Vorgestern habe ich geschrieben: „… statt normalem Zucker nehme ich…“ Das ist grammatisch falsch. Laut Duden fordert statt den Genitiv, und nur wenn der Genitiv formal nicht zu erkennen ist, steht der Dativ. Da hätte ich also schreiben müssen: „… statt normalen Zuckers nehme ich…“, und das habe ich dann doch nicht über’s Herz gebracht. Ich habe zwar eine gewisse Neigung zu altmodischen und gelegentlich hyperkorrekten Formulierungen. Ich sage beispielsweise in der Regel wegen des und nicht, wie weithin üblich, wegen dem. Auch benutze ich immer mal gern veraltende Wörter wie allenthalben oder zweifelsohne. Aber statt normalen Zuckers? Nein, soweit geht die Liebe dann doch nicht. So ist mein Schnabel einfach nicht gewachsen.


Riesig nicht…

Ich liebe schwarzen Tee. Kaffee ist zwar auch ganz nett, aber morgens sollte es schon Tee sein. Schwarzer Tee mit Milch und braunem Kandis. Mein Tag fängt erst mit einer Tasse Tee richtig an.

Angefangen hat das vor ungefähr 30 Jahren. Damals haben srilankische Bürgerkriegsflüchtlinge bei uns im Haus gewohnt und in unserer bis dahin Filterkaffee und Kräutertee trinkenden Familie den schwarzen Tee eingeführt. Das war immer Ceylon-Tee mit Milch und (zuviel) Zucker. Die Gewohnheit, den Tee mit Milch zu trinken, habe ich beibehalten. Ohne Milch finde ich schwarzen Tee witzlos. Statt normalem Zucker nehme ich ein kleines Stück Kandis. Dann ist nur der letzte Schluck süß, und das gefällt mir.

Wo immer ich kann, nehme ich losen Tee, der schmeckt fast immer besser als Teebeutel. (Wer weiß schon, was da für fein vermahlener Dreck drinsteckt, man sieht das ja nicht. Und selbst wenn tatsächlich guter Tee abgefüllt wird, Aufguss aus Teestaub ist anders als aus Teeblättern.) Aromatisierter Tee kommt mir nicht in die Tasse. Wenn ich Bonbonwasser will, Den Rest des Beitrags lesen »


Bleischwer

Kleine Kinder stellen ihre Gläser erfahrungsgemäß fast immer zu nahe an den Rand des Esstisches und meistens auch in den Schwenkbereich der Ellenbogen. Das führt immer wieder zu Unglücken, die eigentlich vermeidbar sind: Gläser werden umgestoßen (natürlich vorzugsweise volle), fluten den Esstisch und verderben Essen (wer mag schon Kartoffelbrei mit Apfelsaft oder Salat mit Milch). Oder sie werden vom Tisch gefegt und zerschellen am Boden.

Es ist erstaunlich, wieviel Aufwand es kosten kann, alle Scherben und klebrigen Stellen zu entfernen, vor allem, wenn ein aufgeregtes, wütendes, weinendes oder erschrockenes Kind auf dem Stuhl herumflattert und entweder sofort getröstet werden muss oder unbedingt mithelfen will (aber natürlich wieder keine Hausschuhe anhat). Esstische mit kleinen Kindern sind Murphys Spielplatz und Finagles Paradies.

In diesem Zusammenhang ist mir eine zusätzliche Verwendungsmöglichkeit für meine Magnetschwebetechnik am Esstisch eingefallen: Durch einfaches Den Rest des Beitrags lesen »


Muphry erntet auch

Murphys Gesetz dürfte allgemein bekannt sein: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Das stimmt so nicht, oder zumindest ist die Formulierung missverständlich. Man könnte es so verstehen, dass alles, was schiefgehen kann, auch ganz bestimmt bei jeder Gelegenheit schiefgeht, und das ist ganz eindeutig nicht der Fall. Jedenfalls ist mir heute noch kein Schnürsenkel gerissen, der Zug war nicht zu spät, ich habe mein Portemonnaie nicht verloren und auch nicht mein Schlüsselbund. All das hätte passieren können und – nach der vorstehenden Interpretation von Murphys Gesetz – eigentlich auch passieren müssen. Leicht umformuliert dürfte das Gesetz aber doch zutreffen: Alles, was schiefgehen kann, wird auch irgendwann einmal irgendjemandem schiefgehen.

Anlässlich eines Missgeschicks mit einem Schnapsglas voll Sahne Den Rest des Beitrags lesen »


Unverkäuflich

Manche Leute meinen, es sei eine gute Werbeidee, Flugblätter bei geparkten Autos hinter den Scheibenwischer zu klemmen. Die meisten Autofahrer, die ich kenne, mögen das aber nicht so gern. Zettel an der Windschutzscheibe werden in aller Regel als störend empfunden, und deshalb verzichten mittlerweile die meisten Gewerbetreibenden auf Aktionen dieser Art. Es ist jedenfalls schon länger her, dass ich irgendwo solche Flyer gesehen habe.

In den letzten Jahren sind allerdings Gebrauchtwagenhändler und -exporteure dazu übergegangen, durch die Straßen zu ziehen und allen geparkten Autos ihre Karten in die Fensterdichtung der Fahrertür zu stecken. Das fing mit billigen Papierfetzen auf normalem Papier an, heute sind es oft aufwändig hergestellte laminierte Karten. Der Text ist meistens eine Variation von „Wollen Sie Ihr Auto verkaufen? Ich zahle sofort bar, rufen Sie mich an [Handy-Nummer]“.

Manchmal entfernen die Kartenverteiler eventuell schon vorhandene Karten von Mitbewerbern, manchmal stecken sie die eigene einfach dazu. Die allerwenigsten Fahrzeughalter scheinen darauf anzuspringen. Die Karten landen massenhaft Den Rest des Beitrags lesen »


Pflicht und Kür

Der Ernährungspsychologe Thomas Ellrott sagt im Interview:

Schon Ungeborene lernen im Mutterleib über das Fruchtwasser und das Nabelschnurblut den Geschmack von Nahrung kennen, Babys dann über die Muttermilch. Wenn die Mutter vielfältig isst, kommen Babys mit all diesen Eindrücken in Kontakt. Muttermilch schmeckt jedes Mal anders. Flaschenmilchkinder lehnen viel mehr Lebensmittel ab, weil sie die nicht kennengelernt haben. Schwangere und Stillende prägen so die späteren Vorlieben ihrer Kinder.

Spontaner Kommentar meiner Frau: Den Rest des Beitrags lesen »