Und dann war da noch… (34)

… der kleine Junge im ICE. Als die Zugchefin den nächsten Halt, die Ausstielgsseite und die Anschlusszüge auf Deutsch und Englisch ansagt, meint er: Aber es gibt doch auch Leute, die weder Deutsch noch Englisch können. Woher sollen die das jetzt wissen?

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Godot ist schon weg

Ich stehe am Bahnsteig und warte auf meinen Zug. Auf dem Gleis gegenüber steht eine Regionalbahn nach Anderswo bereit. Doppelstockwagen, innen ziemlich trübe Beleichtung. Im Zug sitzen ein oder zwei Dutzend Leute. Die Anzeige am Bahnsteig sagt: „RB nach Anderswo, Verspätung ca. 20 Min.“

Im Zug wird wohl was durchgesagt. Alle Türen gehen auf, die Fahrgäste steigen aus, verlassen den Bahnsteig und zerstreuen sich in alle Winde. Im Zug wird die Innenbeleuchtung ausgeschaltet, nur vorne beim Lokführer ist noch Licht.

Fünf Minuten später Den Rest des Beitrags lesen »


Gleis 2 oder 3 oder so

Ansage am Bahnsteig. Live, also nicht vom Band: „Informationen zu IC 4711 von Beispielstadt nach Musterburg, planmäßige Abfahrt 16 Uhr 48, heute von Gleis 2.“

Eine Minute später dieselbe Stimme, wieder live: „Der IC 4711 von Beispielstadt nach Musterburg, planmäßige Abfahrt 16 Uhr 48, erhält Einfahrt auf Gleis 3, Vorsicht bei der Einfahrt an Gleis 3.“

Immerhin Den Rest des Beitrags lesen »


Ausreden

Auf der Bahn wird viel rumgehackt. Oft genug zu recht, oft auch zu unrecht. Vieles macht die Bahn gut, und für vieles was schiefläuft, kann die Bahn nichts, da müsste „die Politik“ ran, bzw. der Bund als Eigentümer müsste sich mal überlegen, was er eigentlich will. Dazu kann der Bund sich seit Jahrzehnten nicht durchringen, und so werden problematische Weichenstellungen gar nicht erst infragegestellt, und statt offensichtliche Fehlentwicklungen zu korrigieren, lässt man es einfach weiterlaufen, immer tiefer in den Schlamm.

Der Anteil der Bahn am Güterverkehr etwa sinkt seit dem 2. Weltkrieg, die Infrastruktur vergammelt, die einzelnen Sparten der Bahn arbeiten gegeneinander, oft genug zum Schaden der Fahrgäste. Und die Bahn steht auch doof da, wenn etwa Regional- nicht auf Fernverkehrszüge warten.

Die Deutsche Bahn betreibt Bahnlinien und Speditionen in aller Welt (gekauft von Geld, das großenteils besser hierzulande in die zunehmend marode Infrastruktur und die vergammelnden Züge hätte investiert werden sollen) und gräbt mit der Spedition Schenker ihrer eigenen schienengebundenen Gütersparte das Wasser ab und (bis vor kurzem) mit ihren Fernbussen der Personensparte v.a. im Fernverkehr. Da sind so viele Schüsse ins eigene Knie dabei, dass einem schwindelig werden könnte.

Ein anderes heikles Thema ist auch die Informationspolitik. Mir geht es hier um das, was den Fahrgästen zu Pannen und Verspätungen mitgeteilt wird. An den Bahnhöfen hängen Tafeln, auf denen die nächsten Züge aufgeführt sind, mit Abfahrtszeit, Folgebahnhöfen, Fahrtziel, den berüchtigten Angaben zur Wagenreihung und eventuellen Verspätungen. Bei Verspätungen Den Rest des Beitrags lesen »


Gedauert

Der Zug steht länger als gewohnt an einem dieser Dorfbahnhöfe. Vom vorderen Ende des Wagens sind Fetzen einer animierten Diskussion zu hören, genauer gesagt eine Hälfte der Diskussion, und so leise, dass man nicht weiß, ob da im Zug gestritten wird oder ob das durch die offenen Türen von irgendwo hinter dem Bahnhof in den Zug driftet.

Der Zug steht weiter, Uhren werden begutachtet, man fängt an, sich umzuschauen. Gleich wird jemand Den Rest des Beitrags lesen »


Herrenlose Ansage sucht durchfahrenden Zug

Vor einer Weile hatte ich hier mal was zu den Ansagen geschrieben, mit denen die Bahn auf den Bahnsteigen vor durch- oder einfahrenden Zügen warnt:

Achtung Zugbetrieb. Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante und betreten Sie den gekennzeichneten Bereich erst nach Halt des Zuges.

Diese an sich vernünftigen Ansagen ließen damals einen allenfalls losen Zusammenhang zu tatsächlichen Zugbewegungen erkennen. Es gab Ansagen, wenn der betreffende Zug schon im Bahnhof hielt oder durchgefahren war. Es gab Ansagen, denen viele Minuten lang kein Zug folgte. Ansagen kamen augenscheinlich oft fahrplanmäßig, während Züge öfters ein paar Minuten zu spät unterwegs sind.

Ich Optimist hatte damals vermutet, dass diese Ungenauigkeiten den Kinderkrankheiten eines neuen Ansagenverwaltungssystems geschuldet seien. Dass da noch gewisse Macken ausgebessert werden und Den Rest des Beitrags lesen »


Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante

Seit einiger Zeit warnt die Deutsche Bahn auch auf Provinzbahnhöfen ohne Personal per Ansage vor Zugbetrieb. Als ich vor bald anderthalb Jahren zum erstenmal darüber schrieb, liefen die Ansagen in der Regel weitgehend unabhängig vom tatsächlichen Zugverkehr aus den Lautsprechern. Ich hatte damals gemutmaßt, dass das Kinderkrankheiten eines komplexen neuen Systems seien und dass die Bahn das in absehbarer Zeit in den Griff bekommen werde.

Leider hat sich die gefühlte Trefferquote seitdem nicht verbessert. Ich habe nicht Buch geführt und kann keine Statistiken zum Thema vorlegen, ich kann hier nur Den Rest des Beitrags lesen »


Echo

Ganz normale Zugfahrt in einem ganz normalen Pendlerzug zur ganz normalen Stoßzeit. Vor jedem Bahnhof kommt die übliche Ansage vom Band, in der die Fahrgäste darüber informiert werden, wie der nächste Halt heißt und auf welcher Seite sie aussteigen können (Ausstieg in Fahrtrichtung rechts). Manchmal kommt bei solchen Gelegenheiten eine falsche Ansage. Das passiert vor allem, wenn manche Haltestellen an der Strecke nicht von jedem Zug bedient werden (Haltestellen von Schulen beispielsweise werden nachmittags nach Unterrichtsende oft nicht mehr bedient). Manchmal ändert sich auch das Gleis, und damit ändert sich bei dreigleisigen Provinzbahnhöfen je nach Fahrtrichtung auch die Ausstiegsseite. In solchen Fällen berichtigt der Lokführer die Ansage üblicherweise, indem er die richtigen Informationen selbst „von Hand“ durchsagt.

Bei dieser Fahrt Den Rest des Beitrags lesen »


Auch wenn’s schwerfällt

Die ersten zehn Minuten waren ganz normal. Dann sagte der Lokführer durch, dass er wegen einer Fahrwegstörung nicht schneller fahren könne, er bitte um Verständnis. Gut, solange er überhaupt fahren kann ist es ja ok. Das ging dann so eine Viertelstunde lang, dann blieb der Zug auf freier Strecke stehen. Es kam eine altbekannte Ansage vom Band:

Sehr verehrte Fahrgäste, aufgrund der Überholung eines anderen Zuges verzögert sich unsere Weiterfahrt um wenige Minuten. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Kaum war das verklungen, meldet sich der Lokführer nochmal persönlich:

Verehrte Reisende, wegen einer Fahrwegstörung verkehrt dieser Zug nur bis Heidelberg Hauptbahnhof. Ich bitte, das ebenfalls zu entschuldigen… Auch wenn’s schwerfällt.

So gehört das – wenn man merkt, dass da Menschen Den Rest des Beitrags lesen »


Statt Einzeltraktion

Vor einiger Zeit hatte ich hier über eine etwas sperrige Ansage im Zug geschrieben. Der Zug, wurde damals durchgesagt, verkehre aus betrieblichen Gründen heute in Einzeltraktion, und das klang mir zu sehr nach Eisenbahnerjargon. Vielleicht hat bei der Bahn jemand meinen Artikel von damals gelesen, oder jemand hat sich seither bei der Bahn über die Formulierung beschwert. Oder die Bahn hat von selbst gemerkt, dass das nicht wirklich allgemeinverständlich war. Jedenfalls war der Zug heute morgen auch wieder nur mit einem statt zwei Zugteilen unterwegs, und die Ansage vom Band lautete so:

Sehr geehrte Fahrgäste, aus betrieblichen Gründen fährt dieser Zug heute nur mit einem Zugteil. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Damit haben sie die wichtigste Macke behoben, der Spruch kommt jetzt schön zielgruppengerecht aus den Lautsprechern. Das finde ich richtig gut! Eine Kleinigkeit möchte ich aber trotzdem anmerken: Die Ansage (das ist jetzt allerdings Korinthenkacken für Fortgeschrittene) sagt nicht das, was sie sagen soll. Genau besehen Den Rest des Beitrags lesen »