Des Kaisers neue Kleider

In Diskussionen um die Wirksamkeit Homöopathie (z.B. hier oder hier) wird in letzter Zeit häufig das folgende Argument vorgebracht: Die Behauptung der Skeptiker, homöopathische Mittel enthielten keine Wirkstoffe, sei unwahr, weil in niedrigen Potenzen sehr wohl noch Ursubstanz enthalten sei.

Zunächst einmal stimmt das natürlich – manche homöopathischen Mittel enthalten tatsächlich messbare Mengen der zugrundeliegenden Substanz. Bei der Herstellung homöopathischer Mittel wird ja eine Ursubstanz stufenweise nach einem detailliert vorgeschriebenen Ritual verdünnt, typischerweise in Schritten von jeweils 1:10 oder 1:100, und selbstverständlich ist während der ersten Verdünnungsschritte noch Ursubstanz vorhanden und kann u.U. pharmakologisch wirken. Soweit so simpel, und das wird auch kaum je ein Skeptiker in Abrede stellen.

Am Ende ist es aber doch nicht so einfach, und das kommt so: Die große Idee Hahnemanns war es, bei der Herstellung seiner Arzneien die giftigen Ursubstanzen hinauszuverdünnen und dabei durch Verschütteln deren geistartige arzneiliche Kraft zu „dynamisieren“, also zu verstärken und von der Ursubstanz zu trennen. Er wollte die Ursubstanzen und das ihnen normalerweise anhaftende Schadpotenzial loswerden und Den Rest des Beitrags lesen »