Armbanduhr a. D.

Vor Jahren habe ich mir in einem Anfall von Hybris eine „gute“ Uhr geleistet. Von Mühle in Glashütte, schlicht mit Leuchtziffern auf schwarzem Ziffernblatt, Viertelsekundenzeiger und einfachem Datum auf der Position der Drei. Dieser Kauf war keineswegs als Begründung einer Familientradition wie in der kitschigen Werbung von Patek Philippe gedacht, gar als Erbstück für etwaige Urenkel, sondern als Anschaffung für mich selbst. Bis dahin hatte ich immer eher billige und entsprechend kurzlebige Uhren gehabt. Die wenigsten hatten überhaupt bis zum zweiten Batteriewechsel durchgehalten, und ich war es leid. Ich wollte einfach keine Uhren mehr kaufen. Daher die Entscheidung für ein Qualitätsprodukt.

Nun ist „gute“ Uhr hier natürlich relativ zu sehen. Der Preis von damals knapp 500 Euro dürfte in der ganz eigenen Welt der Horlogerie kaum die Wahrnehmungsgrenze erreichen, so mancher Schmuck- und Uhrenhändler hätte sowas allenfalls als Einsteigermodell auf dem Grabbeltisch angeboten. Nichtsdestotrotz war es eine schöne mechanische Uhr mit automatischem Aufzug. Robust sei sie, hatte mir der Uhrmacher erzählt, eine Sportuhr, die halte schon was aus. Und genau das wollte ich: Den Rest des Beitrags lesen »