Öffentlichkeitsarbeit

Die einen fordern mit arabischsprachigen Aufklebern mutmaßliche Wirtschaftsflüchtlinge „zur Remigration und zum eigentlich selbstverständlichen Einsatz für die eigene Heimat – inklusive der oft einfach zurückgelassenen Familien – auf“. Die anderen finden das nicht richtig und machen die Aufkleber unleserlich.

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Die Fahnen hoch…

Freital war schlimm und nur ein Ereignis unter viel zu vielen. Kurz danach kam Heidenau, dann der Molotowcocktail von Salzhemmendorf, der Reizgasanschlag von Halbe als weitere Perlen der neuen deutschen Ausländerfeindlichkeit, es hört ja nicht auf. Obwohl, so neu ist die nicht, denke ich an Solingen, an Rostock-Lichtenhagen, an Hoyerswerda. Oder noch ein paar Jahre weiter zurück an den Umgang mit den südeuropäischen und später vor allem türkischen Gastarbeitern. Das geht ungebrochen zurück bis weit vor die nationalsozialistische Zeit.

Deutschland fremdelt heftig, will wider alle Vernunft für sich selbst bleiben und tritt allem Ungewohnten, Fremden, Neuen mit einer hässlichen Mischung aus Ängstlichkeit und Aggression gegenüber, im Kleinen wie im Großen. Das merken Zugezogene in manchen Gegenden noch nach Jahrzehnten am eigenen Leib, selbst wenn sie Biodeutsche sind und nur aus dem übernächsten Dorf stammen. Ausländer dürften in dem Klima fast gar keine Chance haben, je akzeptiert zu werden.

Ein Jammer, weil dabei soviel guter Wille zerstört wird, so viel Potenzial ungenutzt verpufft. Weil so viel Kraft in das Voneinanderabgrenzen investiert wird, anstatt dass man sich gegenseitig hilft und zusammen etwas aufbaut. Weil so viel Energie, Geld, Ressourcen in das Eindämmen der Aggression und in das Aufräumen nach der Randale gesteckt werden müssen, die dann anderswo fehlen. Der zerstörte Wohnraum und die anderen vernichteten Sachwerte stehen danach natürlich auch nicht für die Versorgung der angeblich zugunsten von Asylbewerbern vernachlässigten deutschen Bedürftigen zur Verfügung. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie jede Menge Personal im öffentlichen Dienst wird durch diese Randalierer gebunden. Das kostet wieder Geld und Arbeitszeit, die dann anderswo fehlen. Offensichtlich will man aber Dinge lieber zerstören als sie anderen zu geben.

Dass diese Art kurzsichtiger Dummheit jetzt derart um sich greift, macht mich richtig stolz, Deutscher zu sein. Endlich tun sie mal was, statt nur an den Stammtischen zu lamentieren. Das muss richtig knallen muss das!

Und sie lassen es ja jetzt ständig ordentlich knallen, und zwar durchaus mit Billigung von Leuten, die selbst keine Steine schmeißen oder Parolen brüllen. Zeit Online zitiert eine Zuschauerin in Heidenau mit den Worten: Die Ausländer wollen wir hier nicht haben. Wir wollen nicht, dass die hier klauen und stören. Ich kann diese dämlichen Vorurteile nicht mehr hören. Natürlich Den Rest des Beitrags lesen »


Der Wind geht allezeit über das Land

In rechtslastigen, rückwärtsgewandten, nationalchauvinistisch orientierten Kreisen wird immer mal wieder über Dinge wie den angeblichen Völkermord durch Überfremdung und Umvolkung gejammert, dem die armen Deutschen derzeit mal wieder zum Opfer fallen.

Überall türkische Gemüsehändler, vietnamesische Imbissbetreiber, italienische Eisverkäufer. Migranten aller Herren Länder drängen die bescheidenen Deutschen aus dem Geschäft, nehmen ihnen die Arbeit, die Wohnungen, die Kindergartenplätze und die Sozialleistungen weg. Die Zukunft natürlich auch. Dazu kommt noch jede Menge Unterwelt – albanische Zuhälter, rumänische Einbrecher, diverse Mafias, das Finanzjudentum, SIE, wer auch immer.

Aber der Ehrliche ist bekanntlich der Dumme, und der treuherzige deutsche Michel lässt sich das alles brav gefallen, bettelt geradezu nach mehr und merkt nicht, wie er an dem Ast sägt, auf dem wir alle sitzen. Nichtmal Neger oder Zigeuner darf man mehr sagen, während die als Flüchtlinge (Ha, Flüchtlinge, das sind doch in Wirklichkeit alles schmarotzende Faulpelze!) hier Den Rest des Beitrags lesen »


Seenot

Jetzt sind wieder mehrere Hundert Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Das Verhalten der zuständigen Stellen lässt fast den Verdacht aufkommen, dass das billigend in Kauf genommen wird. Mit einigem Bedauern vielleicht, aber man scheint sich – ungeachtet der routiniert geäußerten Betroffenheitsadressen aus der Politik – nicht weiter daran zu stören. Und sogar wenn einzelne Verantwortliche tatsächlich Schlaf darüber verlieren sollten, reicht es bislang offenbar nicht, etwas an der Situation zu ändern.

Dabei muss man ja nicht gleich die Welt retten, Syrien und Libyen flicken oder auch nur dafür sorgen, dass Entwicklungshilfe in vernünftige Maßnahmen gesteckt wird und dann auch dort ankommt, wo sie hingehört. Man könnte ja ein paar Nummern kleiner anfangen. Auf Zeit Online schlägt Karsten Polke-Majewski sechs Maßnahmen vor, mit denen man erstens einen großen Teil der Schiffsunglücke verhindern bzw. die in Seenot geratenen Flüchtlinge retten und zweitens immerhin einen kleinen Impuls zur Verbesserung der Lage in Syrien und Libyen leisten könnte.

Man könnte Den Rest des Beitrags lesen »