Designdilemmata

Dass Design keine triviale Sache ist und viel Gelegenheit für Pannen birgt, ist hier schon angeklungen. Man hat wie bei vielen Optimierungsaufgaben widerstrebende und sich teilweise gegenseitig ausschließende Ziele, die man in einem für möglichst viele Benutzer akzeptablen Kompromiss zusammenführen muss – gute Benutzbarkeit bei gleichzeitig größtmöglicher Sicherheit oder Übersichtlichkeit bei gleichzeitig ausreichender Vielseitigkeit, um nur zwei Spannungsfelder zu nennen.

Ein schönes Beispiel sind die bei der Bahn vielfach als Nahverkehrszüge genutzten Baureihen 425 und 426. Jeweils am Ende eines Zugteils Den Rest des Beitrags lesen »

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Und dann war da noch… (27)

… der Mann im fast leeren IC. Geschätzt Mitte dreißig, unauffällig mit Jeans, Pullover, Brille, Bart. Und Zahnbürste im Mund. Er kam zähneputzend den Mittelgang entlanggeschlendert und verschwand im Durchgang zum nächsten Wagen. Ein paar Minuten später kam er wieder zurück, die Zahnbürste in der Gesäßtasche.


Lautsprecher

Mit unserem hochmodernen PA-System Den Rest des Beitrags lesen »


Pendler-Domino

Wer viel mit der Bahn unterwegs ist, kann gelegentlich ein witziges Phänomen beobachten. Das sieht so aus:

Ab einer bestimmten Auslastung wird der Zug als vollbesetzt empfunden. Dann stehen meistens schon Leute auf den Gängen bzw. in den Türbereichen, weil sie keinen (oder keinen genehmen) Sitzplatz finden. Dann hält der Zug an, ein Schwung Leute steigt aus (fast immer viel zu wenige). Einige der Weiterreisenden setzen sich jetzt auf  bessere Plätze, typischerweise am Fenster oder Plätze in Fahrtrichtung. Einige der bisher Stehenden suchen sich Sitzplätze. Die Zugestiegenen (fast immer viel zu viele) bleiben mehrheitlich stehen, nur einzelne finden Sitzplätze.

Am nächsten Halt Den Rest des Beitrags lesen »


Konzentriert

Im ICE. Ein Mann steigt unterwegs zu und setzt sich mir gegenüber an den Tisch. Packt ein Tablet aus, stöpselt Kopfhörer ein und fängt an, konzentriert auf dem Bildschirm zu hantieren. Nach ein paar Minuten greift er in seinen Rucksack und legt einen Stapel Smartphones auf den Tisch, drei Stück. Immer wieder nimmt er eines davon, schreibt minutenlang längere Texte darauf, legt es wieder weg und arbeitet am Tablet weiter. Jedes der Smartphones kommt mehrmals dran, das ganze wirkt wie eine gut eingespielte Choreographie, effizient, fast selbstvergessen und völlig uneitel.

Die ganze Zeit kommt kein Geräusch von dort, keines der Geräte klingelt, vibriert, blinkt oder piepst. Er telefoniert auch nicht, wiegt nicht den Kopf im Takt irgendwelcher Musik. Keine Ahnung, was der da mit seinen vier Geräten macht, aber das Maß an Konzentration ist beeindruckend.


Leselampe

Leselampe in einem dieser alten IC-Abteile. Könnte fast Den Rest des Beitrags lesen »


Zerlegt

Kleinstadtbahnhof, Abenddämmerung. Am Ende der Bahnsteige steht die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen direkt am Gleis, daneben die Polizei und etwas abseits der schwarzgraue Kombi eines Bestatters. Der halbe Bahnhof ist mit rotweißem Band abgesperrt. Feuerwehrleute klauben mit Greifzangen Den Rest des Beitrags lesen »


Der richtige Zug

Der ICE war schon mit fünf Minuten Verspätung losgefahren, wegen „verspäteter Bereitstellung“, und hatte diese Verspätung bis Mannheim durchgeschleppt. Dort hätte er planmäßig 9 Minuten Aufenthalt (warum auch immer so lange), gönnt sich aber 12. In Frankfurt/Main Hbf macht er auch nochmal ordentlich Pause und fährt dort mit 16 Minuten Verpätung ab. Übrigens ohne dass die Bahn das irgendwie kommentiert oder erklärt.

Hanau wird mit unveränderter Verspätung passiert. Kurz vor Fulda sagt die Zugchefin durch, ein Anschluss-ICE (den viele Mitreisende erreichen wollen) stehe noch im Bahnhof, es sei denkbar, dass der noch erreicht werde, man könne das aber nicht versprechen. Der Anschlusszug fährt dann genau in dem Augenblick los, als unser Zug mit seinen 16 Minuten Verspätung am selben Bahnsteig gegenüber zum Stehen kommt.

Weiterfahrt nach Kassel Wilhelmshöhe. Dort Den Rest des Beitrags lesen »


Ersatzkonzept

Neulich auf dem Bahnhof. Ich sehe meinen Zug abfahren – er war pünktlich, ich nicht. Ärgerlich, aber kein Beinbruch. Der nächste geht in einer halben Stunde. Eigentlich. Tatsächlich trudelt er eine Viertelstunde zu spät im Bahnhof ein. Die Pendlergemeinde steigt ein und macht es sich gemütlich, sonst passiert nichts.

Nach einer reichlichen Weile meldet sich der Lokführer: Wegen einer Oberleitungsstörung ist die Strecke gesperrt. Es wird derzeit an einem Ersatzkonzept gearbeitet. Wenn ich Näheres erfahre, informiere ich Sie.“

Dann passiert eine halbe Stunde lang nichts. Zufällig Den Rest des Beitrags lesen »


Unvollendet

Da ist die Verspätung wohl doch nicht so schlimm ausgefallen wie erwartet, und plötzlich war die Leinwand weg. Oder der Sicherheitsdienst war aufmerksamer als erwartet, und plötzlich waren die Künstler weg…