Dimensionsübergreifende Inventur

Ich habe im Lauf meines Lebens so einige Ferienwohnungen in einer Reihe von Ländern erlebt. Die Wohnungen waren mal größer, mal enger, mal besser ausgestattet, mal weniger gut. Es waren schöne und weniger schöne dabei, gepflegte und vergammelte, ziemlich neue und reichlich runtergerittene. Eins haben fast alle gemeinsam: Die merkwürdige Ausstattung mit Geschirr, Besteck und Küchenutensilien, und zwar je länger die Wohnung schon als Ferienwohnung in Betrieb ist, desto wilder.

Dass in einer ausdrücklich als Nichtraucherwohnung vermarkteten Wohnung mehrere Aschenbecher stehen ist kurios genug. Ob eine Bowlenschale mit 12 passenden Gläsern sinnvoll ist, kann man diskutieren. Wenn das Inventar einer von Privatleuten vermieteten einzelnen Ferienwohnung nicht aus nagelneuer Designerware besteht, sondern die Eigentümer dort eigene Altbestände aufbrauchen, ist das auch nicht weiter ungewöhnlich.

Wenn aber in einer für maximal vier Personen ausgelegten Wohnung Den Rest des Beitrags lesen »

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Spiegelung

Der Zug hält irgendwo in der Provinz, einer dieser Kleinstadtbahnhöfe mit einem knappen Dutzend Gleisen, wo Personen- und Güterverkehr munter durcheinandergeht. Von mir aus gesehen rechts steht am übernächsten Gleis ein Zug mit Doppelstockwagen, und in der oberen Fensterreihe spiegelt sich ein Schriftzug. Ich schaue mich um und entdecke denselben Schriftzug auf den Güterwagen, die links über den Bahnsteig auf dem nächsten Gleis stehen. Ok, alles klar.

Aber, Moment mal, die oberste Fensterreihe dieser Doppelstockwagen ist doch geneigt, die Wagen werden oben schmaler. Also müsste etwas, das sich in der oberen Fensterreihe spiegelt, viel höher hängen als ein normaler Güterwagen. Bei Spiegelungen gilt Einfallwinkel gleich Ausfallwinkel, aber in Richtung Ausfallwinkel gibt es da nichts, wo so ein Logo dranhängen könnte. Da ist kein achtstöckiger Bau, nur ein niedriger Lagerschuppen und dann Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (11)

… das kleine Mädchen in der Straßenbahn, frühes Kindergartenalter. Sie unterhält die Fahrgäste mit ihrem ganz unbefangen abgelieferten laufenden Kommentar zum Weltgeschehen.

Wir fahren in eine Haltestelle ein, wo eine Frau mit grellbunten Haaren steht. Das Mädchen kräht durch den Zug: Kuck mal Mama, die Haare von der Frau sind angemalt!


Sprachebenen

Meine Jüngste gestern, nachdenklich: Eigentlich gibt es immer ein eher kinderiges Wort und ein eher so Erwachsenenwort, zum Beispiel Den Rest des Beitrags lesen »


Atomkraft, Nassrasieren und lustige Geschichten

Immer wieder kann man es beobachten: Jemand erklärt die Welt. Die Welt insgesamt oder Teile davon, die ihn besonders faszinieren oder von denen er glaubt, sie besonders gut zu kennen. In Bussen, Bahnen, Cafés, Kneipen, Kantinen und wo sonst Leute zusammenkommen, die Zeit totzuschlagen haben oder sich nicht ausweichen können.

Zwar gibt es Leute, die ihre Welterklärungen mit einiger Wortgewandtheit, mit Sachkenntnis und sogar mit Witz abliefern, aber das ist meiner Erfahrung nach eher die Ausnahme. Im Normalfall lässt sich jemand (typischerweise ein Mann) ausgiebig über sein Thema aus, nicht selten mit einer gewissen Herablassung, oft langatmig und verquast, gelegentlich mit peinlichen Wissenslücken, meistens sterbenslangweilig. In dem nicht immer berechtigten Bewusstsein, zu den klügeren Köpfen zu gehören, unterstellt er dem Publikum weitgehende bis völlige Unwissenheit allermindestens bezüglich seines Themas.

Das Publikum hat interessiert und bewundernd zuzuhören. Das Publikum darf natürlich gern Den Rest des Beitrags lesen »