Zwischengrößen

In Deutschland wird Bier im Einzelhandel seit Jahrzehnten fast ausschließlich in Flaschen und Dosen zu 330 oder 500 ml angeboten. Bis vor ein paar Jahren waren die Packungsgrößen für Lebensmittel zumindest in Deutschland genau reguliert, da ging fast gar nichts anderes. Kann sein, dass es auch früher schon Literflaschen gab, das weiß ich aber nicht mehr. Seit der Deregulierung dürfen ziemlich beliebige Packungsgrößen angeboten werden, deshalb muss man beim Einkaufen jetzt mehr aufpassen als früher, weil manche Hersteller sehr geschickt mit den Packungsgrößen tricksen, aber das ist ein anderes Thema.

Der Rest der Welt hat sich sowieso noch nie an die in Deutschland üblichen Packungsgrößen für Lebensmittel gehalten. Das ist mir bei meiner ersten Fahrt nach Frankreich in den 90er Jahren aufgefallen, wo es Bier u.a. von Kronenbourg in Flaschen zu 250 ml gab. Neuerdings Den Rest des Beitrags lesen »


Massengeschmack

Immer wieder bemängeln welche, die deutsche Bierlandschaft sei zu einförmig und werde von ein paar großen Herstellern mit weitgehend verwechselbaren Massenbieren dominiert. Öde, langweilig, mit Scheuklappe gebraut. Keine Experimente, nichts falschmachen. Hauptsache billig und viel. Der typische Verbraucher saufe widerspruchslos, was man ihm im Fernsehen empfehle, nix da Bierkultur und so.

Mag ja stimmen. Aber warum soll ich mich an sowas stören? Es gibt ja neben den Fernsehbieren schon seit langem einige Vielfalt. Man muss nicht Den Rest des Beitrags lesen »


Hülse

Neulich auf einem Open-Air-Festival in der Schweiz entdeckt: Die wiederverschließbare Bierdose.

Schlecht für den Umsatz vielleicht, weil weniger Bier verschüttet wird. Gut für die Besucher, weil unbeabsichtigte Bierduschen seltener passieren und Den Rest des Beitrags lesen »


Gesungen

Toilettenanlage am Rande eines Festivals. Ein Karree aus herkömmlichen Klohäuschen (ToiToi, Dixi, kennt man). In der Mitte ein Feld aus an die zwanzig Urinalständern (je vier Urinale in einer mannshohen Plastiksäule).

Eine Gruppe von sieben oder acht Schweizern bezieht Stellung um zwei dieser Säulen. Sie gehen ihrem Geschäft nach, unterhalten sich dabei, dann fangen sie an, gemeinsam zu singen. „Träume der Nacht“ von Nana Moskouri, mit leicht bierseliger Sentimentalität, aber sauber und harmonisch intoniert. Ein schräges und irgendwie schönes Erlebnis…


Gegen den Trend

Früher war alles Besser, oder? Keine Frage, weiß jeder. Alles wird Immer Schlimmer, kann jeder über 30 aus dem Stand unzählige Beispiele für anführen. Die Welt geht unaufhaltsam zugrunde, niemand schreibt mehr Briefe von Hand, man darf nicht mehr Zigeunerschnitzel sagen, beim Zahnarzt muss man fast immer zuzahlen, die Jugend ist tätowiert, verlottert und respektlos. Wir werden nächstens sicher alle sterben. Richtig de-ra-ma-tisch werden wir scha-terr-re-bönn.

Früher war also alles besser. Alles? Nein, eine winzige, aber erfreuliche Ausnahme gibt es, man muss nur Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (8)

… der Debattierklub auf der Parkbank. Drei Kerle in Jeans und irgendwelchen Jacken, altersmäßig wohl irgendwo um die Dreißig, ziemlich unauffällig eigentlich. Jeder ein offenes Bier in der Hand, mehrere leere Bierflaschen unter der Bank. Sie unterhalten sich angeregt, fallen sich gegenseitig ins Wort, nicht aggressiv aber laut. Im Lauf der nächsten Runde Bier schlägt das Gespräch wahrscheinlich vollends in alkoholisierte Parallelmonologe um.

Der Lauteste – Frisur wie Bill Gates vor 25 Jahren, ziemlich groß, übergewichtig kurz vor der Fettleibigkeit – zieht vom Leder: Fette Weiber, also nur fette Weiber, wo nur fett sind, sag ich mal. [Unverständlicher Einwurf eines Flaschenbruders, macht aber nichts, es geht direkt weiter] Doch, fette Weiber sind einfach NUR FETT!!! Uärgh!


Bier im Freien

In den letzten Jahren ist Boule recht beliebt geworden bei uns in der Gegend. In vielen öffentlichen Parks, auf Schotterflächen und Wiesen sieht man immer wieder ein paar Figuren mit den Kugeln herumstehen. (Wikipedia informiert, dass das, was hierzulande oft Boule genannt wird, eigentlich Pétanque heißt, aber egal.)

Ich nehme an, diese Kugelspiele sind das, was Städter statt Angeln tun – man hat eine Ausrede, sich irgendwo im Freien aufzuhalten und nicht viel zu tun. Dazu hat man reichlich Gelegenheit, sich zu unterhalten, Bier oder Wein zu trinken und ansonsten nicht erreichbar zu sein. Man kann sich da schon recht gemütlich einrichten.

Nichts gegen das Spiel, das kann schon Spaß machen, wenn man es mit den richtigen Leuten spielt. Die Tage bin ich allerdings an einer Gruppe Spieler vorbeigekommen, die ich nicht verstehe. Auf einem Schotterplatz in der prallen Sonne Den Rest des Beitrags lesen »


Improvisiert

improvisiert

Wer braucht schon eine Kneipe? Das geht doch auch viel einfacher, zumindest so lange das Wetter mitspielt. Partyfässchen, Paketband und Pappbecher aus dem Supermarkt geholt, passenden Laternenpfahl gesucht, und hoch die Tassen! Wenn man jetzt oben drüber noch ein Tablet oder notfalls ein Notebook an den Pfahl kleben würde, könnte man da auch sehr schön Fußball kucken.

(Das schlägt andere improvisierte Stehkneipen in jeder Hinsicht um Längen!)


Stehkneipe

Noch eine Art Straßencafé gibt es bei uns in der Nähe. Das ist aber wohl eher für, sagen wir, robuster veranlagte Frischluftfans:

stehkneipe

Da ist nichts Virtuelles dran, da schwebt nichts vor dem ersten Stock. Das ist nüchtern und minimalistisch auf das Wesentliche konzentriert. Und den Stoff muss man auch noch selbst mitbringen. Egal, hau wech die Scheiße!

Nachtrag (15. Februar 2013): Natürlich hat dieses ehrenwerte Etablissement auch eine sanitäre Anlage, allerdings ohne fließendes Wasser:

stehkneipe_mit_klo