Und dann war da noch… (9)

… die Sache mit dem Ferrari in der Fußgängerzone.

Samstagvormittag, Innenstadt. Ein signalroter Ferrari kommt in zivilisiertem Tempo unter markenüblicher Geräuschentwicklung die Straße entlang und biegt in eine Seitenstraße ein. Am Steuer ein blutjunger Kerl, wohl eher 18 als 25. Auf dem Beifahrersitz eine sehr hübsche junge Frau ähnlichen Alters. Es sind unheimlich viele Fußgänger unterwegs, und der Mensch braucht lange, bis er sich weit genug in die Seitenstraße vorgekämpft hat um zu sehen, dass das eine Fußgängerzone ist. Jetzt muss er rückwärts wieder raus auf die Straße. Auf der ist viel Verkehr, und ein paar Meter weiter steht eine Ampel.

So ein Ferrari mag ja eine Menge sein, aber fürs Rückwärtsfahren ist er nicht in erster Linie gebaut. Der Kerl quält sich lange, um den Hobel unversehrt wieder zurück auf die richtige Straße zu kriegen, macht sich dabei bei vielen anderen Autofahrern unbeliebt, weil er sie blockiert – nichts ist für Autofahrer schlimmer, als auf eine grüne Ampel zu blicken, nicht fahren zu können und die Ampel dann rot werden zu sehen.

Als der Ferrarijunge endlich auf der Straße ist, wird die Ampel gerade wieder grün. Er zeigt, was sein Auto kann und stiebt mit dem Geräusch eines völlig durchgerosteten Auspuffsdurchstartenden Jumbojets in Nullkommanix über die Kreuzung. Er geht allerdings ziemlich schnell wieder vom Gas und scheint – anders als ich erwartet hätte – hinter der Kreuzung keine Tiefflugorgie abzuziehen. Nach der Vorgeschichte in so einem Auto finde ich das ziemlich bemerkenswert!