Aneinander vorbei

Hinweis über dem Tankdeckel eines geparkten Lkw:

 

Und gleich wieder was zu meckern. Natürlich versteht es sich, dass Den Rest des Beitrags lesen »

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Irgendwas mit Feuer

Bei der Bahn ist ja mittlerweile fast überall das Rauchen verboten, vor allem in den Zügen. Wohl um zu verhindern, dass jemand im Zug heimlich auf dem Klo raucht, weist die Bahn dort nochmal extra darauf hin. Das Mittel der Wahl ist heutzutage das Piktogramm. Das ist unabhängig von der Sprache, und niemand kann sich hinterher damit herausreden, er habe das Schild nicht verstanden, weil er der Landessprache nicht mächtig sei. Soweit die Theorie.

In der Praxis ist es nicht ganz so einfach, die Botschaft verständlich im Bild darzustellen. Auf der Toilette des ICE hängen beispielsweise diese beiden Piktogramme:

Das erste ist sofort verständlich: „Rauchen verboten“, keine Frage. Aber das zweite? Den Rest des Beitrags lesen »


Se perfekt Smile

Kürzlich auf einem Fußballplatz gesehen – Dr. Weh wirbt auf der Bande:

Da hat sicher der Praktikant bei der Werbeagentur gepatzt, oder das Wörterbuch war unabkömmlich. Dabei hätte man mit einer simplen, eigentlich rein kosmetischen Rechtschreibprüfung und anschließender Textpflege das perfekte Lächeln hingekriegt…


Neulich an der Autobahn

Ablagerungen? Wenn das Sediment in ein paar Hundert Jahren stabil genug ist, kommt Wall-E und baut Türme draus. Da ist wohl jemandem der Duden verrutscht…


„Dein Style“

Handgeschriebenes Schild im Fenster eines Friseursalons:

Raus aus dem ALLTAG
rein in DEIN STYLE!

Der Salon heißt leider nicht Dein Style. Dann wäre das Schild wenigstens grammatisch korrekt gewesen. Und der Gegensatz Alltag – Friseursalon leuchtet mir auch ein. Im Alltag mache ich meine Arbeit, kaufe ein, putze, was auch immer. Beim Friseur lasse ich mich verwöhnen, werde aufgehübscht und kann mich dabei ein bisschen vom tristen Alltag erholen.

Aber das gibt der Text nicht her. Da ist erstens die Grammatik verhunzt und zweitens der Inhalt verdreht: Wenn ich „in meinen Style“ finde, vulgo mich dort beraten und frisieren lasse, habe ich hinterher immer noch Alltag, nur eben unter einer anderen Frisur.

Das Schild ist sprachlicher Schneematsch. Damit möchte ich natürlich nichts gegen die beruflichen Fähigkeiten der Friseurinnen und Friseure dort gesagt haben. Für die spricht, dass der Laden einigermaßen gut zu laufen scheint.


Immer wieder sonntags…

Haben die jetzt jeden Sonntag von 8 bis 11 Uhr geöffnet? Oder entscheidet der Chef von Woche zu Woche, ob er den Laden am Sonntag aufmacht? Vielleicht soll die Kundschaft mitfiebern – jedesmal denken wir, es wird nichts, aber er schafft es doch immer wieder, am Sonntag von 8 bis 11 zu öffnen. Immerhin ist alles richtig geschrieben, das ist ja auch keine Selbstverständlichkeit.


Gern auch Sonntag nachts

Glascontainer sind ganz üble Lärmschleudern. Wer jemals in Hörweite von sowas gewohnt hat, kann ein Lied davon singen. Völlig einleuchtend, dass man da um Rücksichtnahme bittet und die Einwurfzeiten einschränkt. Angenommen, das Einwerfen von Altglas soll nur an Werktagen erlaubt sein, und zwar nur zwischen 7 und 19 Uhr. Wie formuliere ich das eindeutig? Die Formulierung auf dem Foto sagt nur, dass man werktags vor 7 und nach 19 Uhr kein Altglas einwerfen darf. Über Sonn- und Feiertage wird hier keine Aussage gemacht. Nach dem Wortlaut Den Rest des Beitrags lesen »


Sprachlicher Schneematsch

Es gibt Texte, die sehen auf den ersten Blick ganz gut aus, aber beim Lesen fühle ich mich unwohl. Bei genauerem Hinsehen stellen sich diese Texte dann meist als sprachlich unsauber geschrieben heraus. Auch wenn es keine Grammatikfehler im engeren Sinn gibt, stimmt vieles nicht. Da werden oft nicht die passenden Wörter benutzt, Bezüge stimmen nicht, Metaphern werden vermischt, Wörter werden verbunden, die nicht zusammengehören. Sätze sind viel zu lang, zu verschachtelt, zu unübersichtlich. Die Stilebene wird nicht durchgehalten, schwankt zwischen humorig umgangssprachlich und wissenschaftlich trocken. Solche Texte zu lesen ist ähnlich, wie durch tiefen Schneematsch oder trockenen Sand zu laufen: Es geht schon, ist aber anstrengend und frustrierend.

Ein schönes aufschlussreiches Beispiel ist der Englishkurs auf www.englisch-lehrbuch.de. Das ist laut Eigenwerbung das umfangreichste am Markt erhältliche online Material zum Erlernen der englischen Sprache. Natürlich ist es Korinthenkackerei, die korrekte Schreibung Onlinematerial anzumahnen. Aber jemand, der mir eine Sprache beibringen will, sollte selbst halbwegs richtig schreiben. Da fällt der erste Eindruck schon ungünstig aus.

Dabei macht das Lehrbuch inhaltlich einen sehr guten Eindruck. Es ist kenntnisreich und mit Blick für Zusammenhänge geschrieben, die über den Tellerrand des Englischlernens hinausgehen. Es kann als Lehrbuch und als Nachschlagewerk benutzt werden. Die Präsentation ist übersichtlich und gut navigierbar. Ein Jammer, dass das sprachliche Niveau des Textes mit der Qualität des Inhalts nicht mithalten kann. Ein halbwegs fähiger Korrektor hätte die meisten Peinlichkeiten repariert und einen wirklich gut lesbaren Text daraus gemacht. So muss man leider durch den Schneematsch patschen oder anderswo Englisch lernen.

Zur Illustration folgt hier ein kleiner Spaziergang durch die ersten Kapitel des Lehrbuchs. Um die Länge des Beitrags in erträglichem Rahmen zu halten, habe ich dabei nicht alle Dinge erwähnt, über die ich gestolpert bin. Es ist trotzdem eher lang geworden…

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Sprachliche Grobmotorik

Mir ist neulich der Katalog von Waschbär – der Umweltversand ins Haus geflattert. Kataloge sind eine nie versiegende Quelle sprachlicher Querschläger, also blättere ich sowas immer durch. Waschbär vertreibt unter anderem die Handytasche eWall. Die soll vor Handystrahlen schützen. In einer Bildunterschrift steht da: Das Abschirmgewebe […] reduziert die Einstrahlung auf Sie um ein Vielfaches.

Um ein Vielfaches? Ein Vielfaches wovon? Der nach Abschirmung verbleibenden Resteinstrahlung? Das ist dann allerdings so hintenrum durch die Brust ins Auge geschrieben. Stattdessen hätte man auch direkt schreiben können, was gemeint ist, nämlich auf einen Bruchteil, oder fast auf Null.