… reservieren wir uns, eine Bekanntmachung zurückzuzahlen

Neulich war ich mit meinen Kindern im Technikmuseum Speyer. Das ist eine große und sehr sehenswerte Anlage mit Flugzeugen, Schiffen, Autos, einer Raumfähre und Maschinen aller Art, wo man ganze Tage verbringen kann, ohne alles gesehen zu haben.

Auf dem Gelände stehen Flugzeuge und Schiffe auf Stahlgerüsten. Viele davon kann man auch von innen besichtigen. Klasse Idee, das – wo hat man sonst die Gelegenheit, ein U-Boot, Transporthubschrauber, Laderaum und Cockpit eines Jumbojets, eine Raumfähre usw. von innen zu sehen? Diese Objekte sind über (meist enge) Treppen zugänglich. Am unteren Ende der Treppe hängt jeweils ein Schild mit einer ausführlichen Version von „Benutzung auf eigene Gefahr“: Den Rest des Beitrags lesen »

Werbeanzeigen

Hirnfürze und geniale Ideen

Manchmal habe ich Ideen, manchmal sogar ziemlich gute. Ich habe mir schon einige geniale Dinge ausgedacht, manchmal eher simple, manchmal eher komplizierte. Vor Jahren ist mir z.B. mal die Idee gekommen, eine Braille-Ausgabezeile zu bauen, um Blinden die Benutzung von Computern zu ermöglichen. Das Ding sollte mit Metallstiften arbeiten, die über Elektromagneten oder so gesteuert werden. Die Idee hatte leider schon jemand vor mir gehabt, nämlich David Abrahams im Jahr 1951, das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber nicht. (Gut, das kann jeder behaupten, es stimmt aber trotzdem und ist ansonsten auch egal.)

Die wenigsten meiner Ideen habe ich bisher realisieren können – ich habe nicht so viel Zeit übrig, dass ich mal eben eine Marmeladenbrotmaschine bauen könnte, zumal mir auch das Know-How für sowas fehlt.

Am Wochenende hat mich die Muse wieder geküsst, eine Idee hat eingeschlagen. Den Rest des Beitrags lesen »


Alt, dick, schwer und teuer

Immer wieder begegne ich Formulierungen, in denen statt des richtigen Adjektivs dessen Gegenteil verwendet wird. Da heißt es dann, eine Person sei „x Jahre jung“, etwas normalerweise schweres sei „y kg leicht“ oder etwas sonst eher dickes sei „z cm dünn.“ Damit will man auf humorvolle Weise betonen, dass die erwähnte Person eben nicht alt ist, das Gerät besonders leicht oder dünn und eben nicht so schwer oder dick wie eigentlich zu erwarten.

Hier gilt dasselbe wie für Bleistifte und Glühstrümpfe: Den Rest des Beitrags lesen »


Pflicht und Kür

Der Ernährungspsychologe Thomas Ellrott sagt im Interview:

Schon Ungeborene lernen im Mutterleib über das Fruchtwasser und das Nabelschnurblut den Geschmack von Nahrung kennen, Babys dann über die Muttermilch. Wenn die Mutter vielfältig isst, kommen Babys mit all diesen Eindrücken in Kontakt. Muttermilch schmeckt jedes Mal anders. Flaschenmilchkinder lehnen viel mehr Lebensmittel ab, weil sie die nicht kennengelernt haben. Schwangere und Stillende prägen so die späteren Vorlieben ihrer Kinder.

Spontaner Kommentar meiner Frau: Den Rest des Beitrags lesen »


Pelle hat alles dabei

Neulich habe ich mich am Beispiel von Petzi rettet Prinzessin Nana darüber ausgelassen, dass Kinderbücher oft derart schlampig zusammengeschustert werden, dass man den Verstand vor der Lektüre am besten ausschalten sollte, wenn man sich nicht ärgern will. Man glaubt kaum, was da manchmal für haarsträubender Unsinn als Geschichte verkauft wird. Als ob Kinder es nicht wert sind, dass man sich Mühe mit den Geschichten gibt, die man für sie schreibt. Oder als ob die so blöd wären, jeden Unsinn zu schlucken und auch noch toll zu finden.

Dabei geht es ja auch anders. Den Rest des Beitrags lesen »


Ins Blaue

Der letze Beitrag ist jetzt eine Woche her. Es gab hier schon deutlich längere Pausen, aber trotzdem sollte ich wahrscheinlich wieder mal in die Tasten greifen. Einen aufrüttelnden Artikel schreiben, eine witzige Begebenheit mitteilen oder mich angemessen über irgendwas echauffieren. Aber mir fällt nichts wirklich Berichtenswertes ein. Zum Weltgeschehen habe ich mich neulich schon geäußert, und dies soll weder eine Nachrichtenseite noch ein Polit-Feuilleton sein. Und bloß weil alle über x oder y schreiben, muss ich das nicht auch machen. Schon gar nicht, wenn ich keinen wesentlich neuen Gedanken zum Thema beizutragen habe. Wenn ich als tausendunderster Blogger denselben Mist nochmal aufgieße bringt das niemandem etwas. Dann müsste ich mir also doch was Eigenes ausdenken. Aber was?

Das ist jetzt ein Dilemma: Einerseits ist es nicht gut, um des Schreibens willen irgendwelchen Schrott rauszuhauen. Das machen sowieso viel zu viele, und so Zeug nervt meistens. Andererseits soll man Den Rest des Beitrags lesen »


Alles neu macht der Mai

Eigentlich ist die Gliederung des Jahres in Monate ja ganz schön merkwürdig. Manche Monate sind 31 Tage lang, andere 30, und einer hat meistens 28 Tage und manchmal 29. Dass man Schaltjahre benötigt, um die 365,2425 Tage des Jahres so abzubilden, dass der Tagesanfang sich nicht jedes Jahr um einen Vierteltag verschiebt, sondern stabil auf Mitternacht bleiben kann, leuchtet ein. Daran würde ich gar nicht rütteln wollen. Aber die Monate. Immer abwechselnd 31 und 30 Tage, nur einmal folgen zwei lange Monate aufeinander. Und der ganz kurze Monat beliebig dazwischengesteckt. Das ist so unlogisch und unordentlich.

Ich plädiere für eine Neuordnung des Kalenders. Es gäbe Den Rest des Beitrags lesen »


Nai hämmer gsait

Anlässlich der Katastrophe in Fukushima wird jetzt gern von einer Zäsur gesprochen. Alles habe sich geändert, heißt es, und der Atomausstieg ist neuerdings wieder in Mode. Sogar hartgesottene Befürworter der Kernkraft wie Volker Kauder denken um. Aber hat sich wirklich etwas geändert? Die Kernkraftwerke in der Welt sind jetzt nicht sicherer oder unsicherer als vor dem Erdbeben in Japan. Die Sicherheitsanforderungen sind jetzt nicht weniger angemessen oder unzulänglich als vorher. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein schweres Erdbeben oder ein Tsunami ereignet, dürfte auch grundsätzlich unverändert sein. So gesehen hat sich nichts geändert, es gibt jetzt nicht mehr Grund zur Panik als vorher.

Was sich geändert hat ist die Wahrnehmung. Die Mehrheit der Kernkraftbefürworter hätte das, was jetzt in Fukushima passiert ist, überhaupt nicht für möglich gehalten. Man hat gedacht, dass die Kraftwerke so ausgelegt sind, dass sie die zu erwartenden Naturkatastrophen auch aushalten. Gerade Japan hat ja auch erheblichen Aufwand getrieben, um das Land soweit wie möglich erdbeben- und tsunamifest zu machen. Außerdem hat man angenommen, dass die Sicherheitsrichtlinien angemessen sind und ihre Einhaltung von den zuständigen Behörden überwacht wird.

Dass ausgerechnet in Japan – quasi dem Mutterland der Gewissenhaftigkeit – so blatant gepfuscht wurde, hätte niemand zu träumen gewagt. Man stelle sich das vor: Den Rest des Beitrags lesen »


Schlafrhythmusstörung

Jetzt steht wieder die alljährliche Umstellung auf die Sommerzeit bevor. Die Nacht zum Sonntag ist eine Stunde kürzer, und dann tun wir ein halbes Jahr lang so, als sei es immer eine Stunde später als es eigentlich ist. Wir kommen alle aus dem Rhythmus: Wir schlafen abends nicht einfach so eine Stunde früher ein und kommen morgens so früh nicht raus. Besonders die Kinder tun sich schwer damit. Es dauert wieder zwei, drei Wochen, bis sich das wieder eingependelt hat. Und wofür das Theater?

Mittlerweile ist sattsam bekannt, dass durch die Zeitumstellung keine Energie gespart wird. Außerdem ist die Vor- und Zurückstellerei auch noch gesundheitsschädlich. Die Zeitungen schreiben alle Jahre wieder drüber (zum Beispiel hier und hier). Umfragen zum Thema ergeben regelmäßig, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich die Zeitumstellung lieber sparen würde.

Und der Hauptgrund, diesen Unsinn nicht einfach abzuschaffen (wie das u. a. Argentinien, China, Indien und noch eine Handvoll Länder <a title="Graphik auf Wikipedia: Aktuelle und frühere Verwendung der de:Daylight saving time auf der Welt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:DaylightSaving-World-Subdivisions.png&quot; target="_blank"anscheinend gemacht haben) ist der, dass man in der EU natürlich keine nationalen Alleingänge mehr machen kann oder machen zu können glaubt. Alle EU-Länder in dieser Frage auf eine Linie zu kriegen ist wahrscheinlich aussichtslos. Also machen wir denselben Zirkus jahrein, jahraus weiter. Zum Kotzen, das!


Überalterung? Muss doch nicht sein…

Samstagnachmittag, Fußgängerzone. Ein sechs- oder siebenjähriger Junge mit Spielzeuggewehr kommt aus einem Café, baut sich in der Fußgängerzone auf und fragt in die Runde: „Wer will erschossen werden?“

Niemand reagiert. Er wendet sich an eine junge Frau: „Wollen Sie erschossen werden?“

Sie knurrt was Unwilliges, macht einen Bogen um ihn und geht weiter. Der Junge schaut sich um und spricht einen älteren Herrn an:

„Wollen Sie erschossen werden? Sie sind sowieso schon zu alt.“

Mittlerweile habe ich den Mund wieder zugekriegt. Ich frage mich, wo er die Formulierung herhat. Hat jemand seinem Vater die Vorfahrt genommen? Hat eine große deutsche Boulevardzeitung wieder eine besonders gemeine Abzocke eines Politikers aufgedeckt? Und: wusste der Junge, was er da sagt?