Anonym unterwegs

Wenn jetzt die Bahn tatsächlich anfängt, ihre Kunden über ihre Handys technisch zu überwachen, weiß man ja nicht, wo die dabei gewonnenen Daten dann landen und wer sie dann wofür möglicherweise nutzt oder missbraucht. Die Zusammenarbeit mit einem, hm, seriösen Werbepartner wäre das Nächstliegende, man kennt das ja schon, und gehackt werden solche Datensammlungen auch immer mal.

Angesichts der politischen Entwicklungen in Sachen Datenschutz, Privatsphäre und Überwachung stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll sein könnte, sich dieser um sich greifenden Überwachung nach Möglichkeit zu entziehen und den Zugriff dieser Leute auf die Privatsphäre und die eigenen Daten so weit wie machbar zu verhindern. Letztlich läuft es auf die Frage hinaus, ob es überhaupt noch möglich ist, anonym unterwegs zu sein.

Um den Zugriff der Bahn und ihrer Werbepartner auf meine persönlichen Daten einzuschränken, sehe ich zwei Möglichkeiten: Die Verwendung eines anonymen Handys, das ich unter falschem Namen betreibe. Oder die Verwendung eines Zweithandys, auf dem keinerlei persönliche Daten gespeichert sind und mit dem ich mich auch von meinen üblichen Kontakten, Webseiten, sozialen Medien usw. fernhalte.

Im ersten Fall könnte ich Den Rest des Beitrags lesen »


Der Blogger von Stepford

Wir sind ja mittlerweile bei der vierten industriellen Revolution angelangt. Mit der ersten kam die Nutzung der Dampfkraft für Fabriken, mit der zweiten die Nutzung von elektrischem Strom in der Produktion, die dritte, „digitale“, brachte die Nutzung von Computertechnik zur Automatisierung, und jetzt basteln sie an der vierten, die Designer, Ingenieure und Konsumenten überflüssig machen soll, weil in der sogenannten Industrie 4.0 die Maschinen sich in Eigenregie selbst betreiben.

In der Fotografie ist eine vergleichbare Entwicklung zu beobachten. In der ersten fotografischen Revolution wurde die Fotografie erfunden. Man hat anfangs Teerpappe auf einer Glasplatte in einer Camera obscura belichtet, ist dann recht bald auf elegantere Chemikalien und Kameras mit Linsen umgestiegen, hat die Farbfotografie entwickelt, die sperrigen und empfindlichen Glasplatten durch elastisches Trägermaterial ersetzt, aber es blieb umständlich und kompliziert.

Als zweite fotografische Revolution kamen die großen Vereinfachungen – die Erfindung von Filmrolle, Messucher und Wechselobjektiv. Die dritte fotografische Revolution führte zur digitalen Fotografie, und jetzt steht die vierte fotografische Revolution bevor.

Die wird, analog zur vierten industriellen, Den Rest des Beitrags lesen »


Enjoy the Silence

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Hier entsteht das neue Forschungszentrum der Seelenlos & Grau GmbH. Das alte Gebäude war infolge eines Missgeschicks in einem Versuchslabor unbenutzbar geworden und musste aufgegeben werden.

Damals war ein besonders aggressiver Prototyp eines von Seelenlos & Grau entwickelten Bodendeckers zur Begrünung innerstädtischer Betonbrachen versehentlich mit einem noch nicht erprobten hochkonzentrierten Spezialdünger behandelt worden. Das Wachstum der als extrem widerstandsfähig geltenden Grünpflanze war daraufhin außer Kontrolle geraten. Trotz umgehender Evakuierung des Forschungszentrums Den Rest des Beitrags lesen »


Die Ausleuchter

Verschwörungstheorien sind seit Jahren schon voll der Renner. Die US-Regierung beispielsweise soll das ominöse Area 51 seit Jahrzehnten abriegeln, weil dort angeblich Ufos gelandet sind und seitdem Außerirdische herumspazieren. Deren galaktische Spaceschokolade will die Regierung nicht mit dem eigenen Volk und schon gar nicht mit dem Rest der Welt teilen. Dass das so ist, steht außer Frage – obwohl es Dutzende Organisationen und Vereine gibt, die sich die Aufklärung dieser Sauerei auf die Fahnen geschrieben haben, obwohl es mittlerweile zahlreiche Insiderberichte mit der wirklichen Wahrheit™ im Internet gibt und Herr von Däniken sich die Finger wundgeschrieben hat über das Thema, ist es immer noch eines der bestgehüteten Geheimnisse unserer Zeit. Die Vertuscher sind dabei so raffiniert, dass sie alle diese Berichte nicht löschen, die betreffenden Insider nicht verschwinden lassen und ihre Organisationen nicht verbieten. Andernfalls würde die Öffentlichkeit ja Den Rest des Beitrags lesen »


Traumgespinste

Meine Jüngste meinte neulich beim Gute-Nacht-Sagen, es wäre doch gut, wenn man Sachen aus Träumen mitbringen könnte. Wenn man zum Beispiel von einem großen Haus ganz aus Schokolade träumt und man kann das dann in die Wirklichkeit mitnehmen. Eine interessante Idee, da verstehe ich schon, wie sie drauf kommt und warum sie das gut fände.

Auf den ersten Blick klingt das natürlich völlig utopisch. Träume sind wahrscheinlich nur eine Art Artefakte, die das Gehirn beim nächtlichen Ablegen des im Lauf des Tages Erlebten produziert. Man hat auf Träume keinen Zugriff, außer man ist sie selbst am Träumen. Schon nach dem Aufwachen sind sie meistens nicht mehr recht greifbar, allenfalls unscharf in Erinnerung, wenn überhaupt.

Andererseits ist das, was im Gehirn so abgeht, gar nicht so unzugänglich, wie der Volksmund sich das seit Jahrunderten vorstellt. So soll es schon vor Jahrzehnten jemand geschafft haben, die eigenen Gedanken direkt in Originalgeschwindigkeit mitzustenografieren. Ich weiß nur nicht mehr, wo ich das gehört habe und wer das gewesen sein soll. Aber egal, Den Rest des Beitrags lesen »