Erlebnisse

Irgendwie kann man kaum irgendwo irgendwas einkaufen, ohne dass man irgendwelchen Kram angeboten aufgedrängt kriegt. Das mancherorts übliche Gummibärchen für’s Kind an der Supermarktkasse ist ja ok, aber alles andere muss nicht sein.

Beinahe an jeder Kasse muss man mitteilen, dass man keine Paybackpunkte sammelt. In einer Reihe von Ketten wird man jedesmal gefragt, ob man die Kundenkarte hat; wenn nicht, ob man sie vielleicht will. Wenn man nicht sehr schnell und entschieden mit nein antwortet, werden oft auch gleich noch schnell die vielen allgemeinen Vorteile der Kundenkarte sowie die brandaktuellen Neukundenrabatte zum Sofortmitnehmen aufgezählt.

In den Filialen einer großen Drogeriekette wird man bei fast jedem Bezahlvorgang gefragt, ob man vielleicht noch eine Kleinigkeit aus dem Grabbelglas neben der Kasse mit irgendwelchem Ramsch für 50 Cent kaufen will. Wenn dort gerade Badekugeln oder Tagescremepröbchen angeboten werden, kriege ich als Mann die allerdings nie vorgeschlagen, womit wir dann gleich noch stereotype Rollenbilder auf der Meckerliste haben.

Oft gibt es Sonderaktionen, auf die man an der Kasse natürlich hingewiesen wird. Da lauern sie einem im Laden auf und man kriegt Dinge zum Probieren angeboten – Salamischeiben, Schokoladenstücke, Biokäsecracker. Oder sie drücken einem ungefragt Pröbchen in die Hand – Duftwasser, Handcreme, Biokäsecracker. Im Coffeeshop Den Rest des Beitrags lesen »

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Gekühltes Dosenbier

Jetzt, wo es zum erstenmal richtig sommerlich ist, braucht es natürlich auch wieder gekühltes Dosenbier. In der Kühlung!

Gut, Den Rest des Beitrags lesen »


Preisfragen

Manchmal finde ich die Preisgestaltung im Einzelhandel merkwürdig. Damit meine ich nicht die ewigen Sonderangebote und Rabattaktionen, die viele Kunden eiskalt ausnutzen, ohne dass die betreffenden Händler oder Ketten davon einen Nutzen hätten. Kundenbindung oder Loyalität entstehen dabei sicher selten wenn überhaupt jemals. Die Schnäppchenjäger ziehen gnadenlos von einem Diskounter zum nächsten, wenn es dort vergleichbares mal billiger gibt.

Und sogar wenn man Leute in den Laden lockt, die außer dem Sonderangebot noch ein oder zwei Sachen zusätzlich kaufen, dürfte sich das mittelfristig ausgleichen, weil es ja alle machen. Außer kurzen Umsatzspitzen bei gleichzeitig niedrigerer Marge dürfte für die Händler dabei nicht viel herausspringen. Aber gut, das müssen die wissen, und die haben sicher alle einen Stall Betriebswirte, die solche Aktionen erstklassig begründen und hinterher schönreden.

Ich meine auch nicht die übliche Abhängigkeit des Grundpreises von der Packungsgröße. Man kennt das ja: Die Normalpackung hat einen bestimmten Preis pro Kilogramm, die Großpackung kostet typischerweise etwas weniger pro Kilogramm. Portionspackungen kosten dagegen mehr pro Kilogramm. Nehmen wir eine sehr beliebte, von Sportlern immer wieder als gesund usw. beworbene Marke Nuss-Nugat-Creme. Von dem Zeug Den Rest des Beitrags lesen »


Fahrradläden

Viel ist geschrieben, geschimpft, geklagt worden über die Mode, Friseursalons phantasievoll zu benennen. Von eher nicht so spannenden Denglischkrachern wie Hair and more oder Cut’n’Go über Dinger wie Haarmlos oder Abschnitt bis hin zu Höhenflügen wie Verdamp lang hair (danke, froutes!) ist für jeden Geschmack und jeden Grad an Abgebrühtheit etwas dabei, zusammen sicher ein ganzes Wörterbuch voll. Und die Texte über das Phänomen könnten wahrscheinlich mindestens ein weiteres Buch füllen.

(Die Gemeinde Haar bei München zappelt übrigens am Rand des Blickfeldes auf und ab. Jeder Lehrer kennt das: Ich weiß das, *schnipsschnips* Ich kenne die Lösung *hopshops* Nehmen Sie mich dran, ich weiß es! *hyperventilier*. In Haar gibt es den Haar in Haar-Friseur, den haar-club und Haar Schnitt. Man kann in der Hinsicht vermutlich froh sein, dass Glatz im früheren Schlesien jetzt Kłodzko heißt und nicht mehr deutsch ist.)

Friseurläden und ihre Namen (in Ostfriesland könnte einer sich Frieseur nennen!) werden also landauf landab diskutiert. Viel zu wenig Beachtung hat dagegen bisher die Tatsache gefunden, dass Fahrradläden auch oft wortspielerische Benennungen tragen. Lange gezählt sind die Tage, als solche Läden standardmäßig Zweirad-Meyer hießen oder Fahrrad-Müller oder Fahrradladen Grummelstadt, Zweiradfachgeschäft Schrauber, Bimmels Fahrradladen oder, vermutlich als erste Regung der Welle origineller Benennungen, einfach Der Fahrradladen (heute auch gern in CamelCase gesetzt als FahrRadLaden). Die Läden unter solchen Namen gibt es natürlich immer noch, aber eher so am Rand. Heute heißt das anders:

Hochverrad etwa, oder Den Rest des Beitrags lesen »


Kulturwandel

Normalerweise haben Weintrauben Kerne. Wenn es tatsächlich mal welche ohne gab, wurde da bis vor kurzem extra drauf hingewiesen. Das scheint sich langsam zu ändern, kernlose Trauben werden zum Normalfall, und wenn dann doch mal Kerne drin sind, warnt man den Kunden vor. Witzig…


Tippfehler

Vor einer Weile habe ich im Supermarkt beim Abwiegen von Gemüse ein interessantes Erlebnis mit einer Knolle Knoblauch gehabt, die ich kaufen wollte. Ich lege das Ding auf die Waage, tippe die Warennummer ein und ziehe das Etikett aus dem Drucker.

Beim Aufkleben werfe ich einen Blick drauf und bin erstaunt. Die Knolle „Knoblauch lose“ soll 9,80 Euro kosten, und das ist auf jeden Fall deutlich zu hoch gegriffen. Ich also zurück zum Knoblauch, einen Blick auf das Preisschild mit der Warennummer geworfen, wieder zur Waage, Knolle drauf, Nummer eingetippt, und siehe da: die Knolle „Knoblauch frisch“ kostet nur noch 0,97 Euro.

Gut, denke ich, das passt. Tippfehler meinerseits. Aber wo kam vorher „Knoblauch lose“ statt „Knoblauch frisch“ her, und warum sollte der ungefähr das Zehnfache kosten? Also Den Rest des Beitrags lesen »


Sprachführer

Glitzerprächtige Armänder in einer Displaybox, gesehen an der Kasse in einem Billigladen. Da das Zeug offenbar in einer Reihe europäischer Länder vermarktet werden soll, hat man in den jeweiligen Landessprachen draufgeschrieben, was drin ist: Armband, Pulsera, Bracelet, Braccialetto, Pohyblivy naramok, Zapestnica.

Damit die Leute ihre jeweilige Sprache auch finden, Den Rest des Beitrags lesen »


Offensichtlich

offensichtlich

In dieser Verpackung ist genau eine Salatgurke enthalten. Es handelt sich nicht um verschränkte Quantengurken und auch nicht um eine sogenannte Lange Gurke.

Bestimmt hat es einen vernünftigen Grund, die Stückzahl auch in diesem Fall auf dem Etikett zu vermerken, aber es wirkt trotzdem absurd.


Faschingsteilchen entdeckt

Wenn es mal wieder schnell gehen muss, kann man auf Kleinigkeiten wie oben und unten nicht achten. Hauptsache die Zettel hängen möglichst bald:

faschingsteilchen_entdeckt

Vielleicht war das aber auch ein kleiner subversiver Beitrag zur rosenmontäglichen Jeckerei, oder im Gegenteil, eine verkappte Kritik am Konsumterror zum Fasching. Ein Büttino gewissermaßen, das Elementarteilchen, aus dem Büttenreden gestrickt und die launigen Aufbauten für Faschingswagen gebaut werden.


Such Dir was aus

Fundstück aus dem Vormonat:

was_ist_dir_dein_wasser_wert

Man könnte sich wundern, wieso dieses Aktionswasser in der 28. Kalenderwoche noch 99 Cent pro Flasche kosten sollte und in der 33. Kalenderwoche für 59 Cent verschleudert wurde. Und wieso der Preis für die 28. KW in der 33. KW überhaupt noch ausgehängt wird. Und Versch. Sorten gab es auch nicht. Es war, soweit ich sehen konnte, alles das gleiche Wasser in der gleichen Flasche.

Natürlich ist das nicht weiter weltbewegend, das Leben geht weiter. Immerhin ist das Zeug billiger geworden und hat nicht in fünf Wochen um 68% aufgeschlagen…