Vermischt und verdreht

In einem Seitenflügel der Bahnhofshalle bei uns gab es lange einen Kiosk, wo man Obst, Gemüse und Getränke bei einem bemerkenswert ungehobelt wirkenden Kerl kaufen konnte. Dieses gelegentlich nervige Stück Lokalkolorit ist jetzt einem von diesen modernen Pavillons aus Aluprofil und Glas gewichen, wie sie überall hingestellt werden. Hier gibt es jetzt geeisten Joghurt und Modeschmuck, das Obst wird anderswo im Bahnhof verkauft.

Diese Dinger werden wahrscheinlich als Bausatz verkauft, wie Gartenlauben oder Einrichtungen für „irische“ Kneipen. Solche Kästen mit genau solchen Läden stehen in allen möglichen Bahnhofshallen nicht nur in Deutschland. Immerhin ist die Halle großzügig bemessen und der Pavillon klein genug, sodass drumherum noch genug Platz für alle bleibt. Allenfalls wirkt das ganze jetzt etwas vollgestellt und nicht mehr so luftig, aber man kann nicht alles haben. Wenn man den Bahnhof schon von einem Verkehrsknotenpunkt in ein Einkaufszentrum mit Bahnanschluss umwandeln zu müssen glaubt, kann man Den Rest des Beitrags lesen »

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Grenzwertiges

Neulich ist mir in einem Schaufenster ein Plakat aufgefallen, das für einen Mid Season Sale warb. Da stand „-30% -50% und mehr“ drauf.Gewundert habe ich mich über das und mehr. Wenn man schon minus dreißig Prozent, minus fünfzig Prozent schreibt, warum dann noch und mehr dazu, bzw. warum dann nicht gleich den höchsten gebotenen Rabatt? Es würde doch durchaus Sinn machen, das beste Angebot möglichst lautstark in die Welt zu blasen, damit jeder sieht, wie geil man hier abstauben kann. Die -50% hätte ich als unbedarfter Normalkonsument zunächst auf jeden Fall als eine Art Obergrenze verstanden, als den besten Rabatt, den es in diesem Mid Season Sale gibt.

Aber diese Aktionen werden erstens nicht von unbedarften Normalkonsumenten aufgesetzt, sondern von ausgebufften Marketingstrategen. Und sie werden zweitens natürlich auch Den Rest des Beitrags lesen »