Die Ausschaltmaschine

Heute ist mir hier eine herrlich sinnlose Maschine begegnet. Sinnlose Maschinen finde ich gut, gelegentlich baue ich selber welche. Es ist heutzutage alles viel zu durchgeplant und zweckoptimiert. Früher war alles besser, da gab es eher noch Spielraum für alles mögliche. Das ist natürlich nostalgisch verklärter Unsinn. Den Leuten von ein- oder zweihundert Jahren wurde genauso wenig geschenkt wie uns heute, meistens eher deutlich weniger. Trotzdem, Verspieltheit hat viel zu wenig Platz im Leben und sollte mehr gefördert werden.

Sinnlose Maschinen können dazu einen Beitrag leisten, und mit Lego oder fischertechnik geht das ganz hervorragend. Andrew Kay hat aus Lego eine mechanische Version eines herrlich sinnlosen Apparats konstruiert, für die es glücklicherweise auch eine Bauanleitung gibt. Wer es solider mag, kann bei der Frivolous Engineering Company eine ähnliche Maschine als Bausatz kaufen.

Jetzt wäre dieser Beitrag eigentlich schon fast zuende, wenn ich auf Youtube nicht auf diese  Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Aufräumapparat

Dass Kinder häufig dazu neigen, eine gewisse Unordnung zu verbreiten, wusste ich ja schon lange. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich selbst im Vorschulalter regelmäßig ansehnliche Leistungen in Sachen Zimmervollkramen vollbracht. Man spielt halt was, dann was anderes, dann noch was, und zieht dabei eine breite Spur Spielzeug, Bastelmaterial, Anziehsachen usw. hinter sich her. Irgendwann im Grundschulalter fing mir das Chaos an, auf die Nerven zu gehen, und ich beschloss, fortan Ordnung zu halten. Das funktioniert seitdem einigermaßen gut. Zwar gibt es immer wieder mal hartnäckige Unordnungsherde, aber die kann ich meistens ganz gut hinter Schranktüren oder so verstecken.

Meine Kinder sind noch in der Vollkramphase. Die Ältere denkt sich Sachen aus, spielt oft sehr intensiv und benutzt dabei alles, was sie dazu braucht. Dabei verschiebt sie schon mal Möbel und errichtet großartige Bauwerke. Die Jüngere geht anders vor. Sie umgibt sich überall mit „ihren Schätzen“. Sie sitzt dann oft irgendwo in ihrem Zimmer, umgeben von einer Ansammlung von Spielzeug und allem möglichen Kram, und spielt ganz selbstvergessen mit ein oder zwei Dingen. Dann geht sie woanders hin und baut sich dort auch wieder so ein Nest. Am Ende ist der gesamte Fußboden von einer erstaunlich gleichmäßigen, gefühlt knöcheltiefen Schicht von Spielsachen bedeckt. Dazu kommen noch kleine Verstecke in Regalen, auf Stühlen und Fensterbrettern, unter Schränken, die sie dort wie ein Eichhörnchen anlegt und vergisst.

Jedenfalls sehen die beiden Kinderzimmer oft aus, als habe ein Riese Den Rest des Beitrags lesen »


Schlechte Laune C30

Homöopathie ist großartig. Echt! Man verdünnt ein bisschen Kräutersud bis weit jenseits der Nachweisgrenze, und schon hat man ein potentes Medikament. Je weniger Wirkstoff, desto stärker die Medizin, und man kann auf diese Art prinzipiell gegen jedes Leiden ein Mittel brauen.

Das allein ist schon klasse. Aber die Homöopathie bleibt nicht im Gestern stehen, sie geht mit der Zeit und findet auch Lösungen für Probleme, die zu Hahnemanns Zeiten noch gar nicht abzusehen waren, beispielsweise Elektrosmog. Die Süddeutsche schreibt über das Geschäft mit der Angst vor Elektrosmog. Da wird ein homöopathisches Mittel gegen Elektrosmog erwähnt.

Zur Herstellung beschießt man Wasser mit für Elektrosmog typischen elektromagnetischen Strahlen. Dann wird es à la Hahnemann potenziert, d.h. verdünnt, geschüttelt, wieder verdünnt, wieder geschüttelt usw. Anschließend wird das so gewonnene verdünnte Wasser auf Zuckerkügelchen getropft und verkauft. Das soll dann vor den Folgen von Elektrosmog schützen.

Die Idee finde ich genial. Ich ärgere mich richtiggehend, dass sie nicht mir gekommen ist. Dafür spinne ich sie einfach mal weiter: Den Rest des Beitrags lesen »


Bleischwer

Kleine Kinder stellen ihre Gläser erfahrungsgemäß fast immer zu nahe an den Rand des Esstisches und meistens auch in den Schwenkbereich der Ellenbogen. Das führt immer wieder zu Unglücken, die eigentlich vermeidbar sind: Gläser werden umgestoßen (natürlich vorzugsweise volle), fluten den Esstisch und verderben Essen (wer mag schon Kartoffelbrei mit Apfelsaft oder Salat mit Milch). Oder sie werden vom Tisch gefegt und zerschellen am Boden.

Es ist erstaunlich, wieviel Aufwand es kosten kann, alle Scherben und klebrigen Stellen zu entfernen, vor allem, wenn ein aufgeregtes, wütendes, weinendes oder erschrockenes Kind auf dem Stuhl herumflattert und entweder sofort getröstet werden muss oder unbedingt mithelfen will (aber natürlich wieder keine Hausschuhe anhat). Esstische mit kleinen Kindern sind Murphys Spielplatz und Finagles Paradies.

In diesem Zusammenhang ist mir eine zusätzliche Verwendungsmöglichkeit für meine Magnetschwebetechnik am Esstisch eingefallen: Durch einfaches Den Rest des Beitrags lesen »


Variable Allwetterjacke

Der Herbst ist mittlerweile schon recht fortgeschritten, das Wetter ist unberechenbar. Manchmal scheint die Sonne und man kann fast im T-Shirt auf dem Balkon sitzen, manchmal ist es nasskalt, dass man mit Wollpullover noch friert. Oder es wechselt im Lauf des Tages vom einen zum anderen Extrem. Wie zieht man sich da an? Die morgens noch unverzichtbare dicke Jacke kann nachmittags viel zu warm sein. Oder der morgens noch völlig ausreichende Pullover ist nachmittags zu dünn, nicht wind- oder wasserdicht genug und man holt sich eine Erkältung. Aber ich habe auch keine Lust, ständig Ersatz- und Ergänzungskleidung mit mir herumzuschleppen. Eine dünne Regenjacke oder ein zusätzlicher Pullover geht, aber mehr ist nervig. Man müsst irgendwie regeln können, wie warm die Kleidung ist.

Was macht Kleidung eigentlich warm? Soweit ich weiß, sorgt die Luft zwischen den Fasern für Isolierung und damit für Wärme. Viel Luft bedeutet gute Isolierung und ergibt viel Wärme. Wenig Luft bedeutet weniger Isolierung und weniger Wärme. Nun gibt es natürlich schon Jacken mit herausnehmbaren Innenjacken. Gute, simple Idee, aber dann habe ich ja doch wieder ein Kleidungsstück, das ich mitschleppen muss oder das ich im Zweifelsfall vergessen habe. Man müsste das anders regeln können. Ohne Schnickschnack, ohne viel Zubehör usw.

Wie wäre es mit Den Rest des Beitrags lesen »


Der halbautomatische Kuckuck

Vor ein paar Jahren haben wir von Nachbarn eine alte Kuckucksuhr geschenkt gekriegt. Die beiden wollten in eine betreute Wohnung umziehen und mussten vorher jede Menge Zeug loswerden. Sie haben es nicht übers Herz gebracht, die Uhr einfach wegzuschmeißen. Die sei zwar kaputt, aber man könne sie sicher noch reparieren, die sei ja so schön. Laut Uhrmacher hätte die Reparatur mehr gekostet als eine vergleichbare neue Uhr.

Wir konnten mit einer kaputten Kuckucksuhr nichts anfangen. Die alten Leute wollten die Uhr auch nicht mehr. Also habe ich sie ausgeschlachtet und ihr die beiden Holzpfeifen entnommen, mit denen solche Uhren den Kuckucksruf nachmachen. Ich habe die Pfeifen zusammengeleimt und mit einem simplen Mechanismus (Hebel mit Rückholfeder) versehen. Wenn man den Hebel nach unten drückt, macht es Kuck, und wenn man den Hebel loslässt, Den Rest des Beitrags lesen »


Schwebende Salzfässer

Die Magnetschwebebahn ist ein wunderbares Stück Technik, von einem Franzosen erfunden und 1914 in London erstmals vorgeführt, in Deutschland patentiert und später als Transrapid zur Marktreife entwickelt. Nur ist sie leider praktisch unverkäuflich. Die Kosten für den Bau der nötigen völlig neuen Trassen und die im Vergleich zu konventionellen Eisenbahnzügen bescheidene Nutzlast machen die Technik unwirtschaftlich. Die bisher einzige kommerzielle Transrapidstrecke in Shanghai ist da keine Ausnahme, die dient dem Prestige, nicht dem Geldmachen. Magnetschwebebahnen zur Personen- oder Güterbeförderung haben deshalb wahrscheinlich keine große Zukunft. Schade eigentlich, aber nicht zu ändern.

Vielleicht gibt es aber andere Anwendungsgebiete für die Magnetschwebetechnik, etwa zur Erleichterung des Alltags. Die Technik, die beim Transrapid für Vortrieb sorgt, könnte mit gewissen Änderungen sicher auch dazu benutzt werden, Gegenstände über waagerechte Flächen schweben zu lassen und in beliebige Richtungen zu steuern.

Man rüste etwa einen Esstisch mit Schwebetechnik aus und versehe das Geschirr mit geeigneten Metallelementen. Dann könnte man Den Rest des Beitrags lesen »


Hirnfürze und geniale Ideen

Manchmal habe ich Ideen, manchmal sogar ziemlich gute. Ich habe mir schon einige geniale Dinge ausgedacht, manchmal eher simple, manchmal eher komplizierte. Vor Jahren ist mir z.B. mal die Idee gekommen, eine Braille-Ausgabezeile zu bauen, um Blinden die Benutzung von Computern zu ermöglichen. Das Ding sollte mit Metallstiften arbeiten, die über Elektromagneten oder so gesteuert werden. Die Idee hatte leider schon jemand vor mir gehabt, nämlich David Abrahams im Jahr 1951, das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber nicht. (Gut, das kann jeder behaupten, es stimmt aber trotzdem und ist ansonsten auch egal.)

Die wenigsten meiner Ideen habe ich bisher realisieren können – ich habe nicht so viel Zeit übrig, dass ich mal eben eine Marmeladenbrotmaschine bauen könnte, zumal mir auch das Know-How für sowas fehlt.

Am Wochenende hat mich die Muse wieder geküsst, eine Idee hat eingeschlagen. Den Rest des Beitrags lesen »


Alles neu macht der Mai

Eigentlich ist die Gliederung des Jahres in Monate ja ganz schön merkwürdig. Manche Monate sind 31 Tage lang, andere 30, und einer hat meistens 28 Tage und manchmal 29. Dass man Schaltjahre benötigt, um die 365,2425 Tage des Jahres so abzubilden, dass der Tagesanfang sich nicht jedes Jahr um einen Vierteltag verschiebt, sondern stabil auf Mitternacht bleiben kann, leuchtet ein. Daran würde ich gar nicht rütteln wollen. Aber die Monate. Immer abwechselnd 31 und 30 Tage, nur einmal folgen zwei lange Monate aufeinander. Und der ganz kurze Monat beliebig dazwischengesteckt. Das ist so unlogisch und unordentlich.

Ich plädiere für eine Neuordnung des Kalenders. Es gäbe Den Rest des Beitrags lesen »


Erfindungen

Immer wieder mal erfinde ich skurrile (um nicht zu sagen: völlig unnötige) Sachen oder finde unkonventionelle Lösungen für Alltagsprobleme. Meistens funktionieren sie sogar halbwegs.

Ich denke beispielsweise gerne an die Gelegenheit zurück, wo unser gemahlener Pfeffer alle war. Wir hatten nur noch ganze Pfefferkörner und eine alte Pfeffermühle mit billigem Plastikmahlwerk, die pro Umdrehung höchstens ein Krümelchen Pfeffer produzierte. Um da genug Pfeffer zum Würzen eines kartoffelbasierten Zusammenschmisses für ein halbes Dutzend Leute zu produzieren, hätte jemand (wohl ich) den halben Abend an dem Ding drehen müssen. Da hatte ich keine große Lust zu.
Nach kurzem Nachdenken habe ich den Akkuschrauber geholt und an die Pfeffermühle angeschlossen. (Deren Deckel wurde von einer Kugel gehalten, die auf die Achse der Pfeffermühle geschraubt war. Die Kugel habe ich abgeschraubt und das Ende der Achse in das Bohrfutter des Akkuschraubers gespannt.) So hat der Akkuschrauber die Dreherei übernommen und ich habe mir die Sehnenscheidenentzündung erspart.

Ich hätte natürlich auch zu den Nachbarn gehen und um ein bisschen Pfeffer bitten können. Aber das ist wie Bedienungsanleitungen zu lesen oder unterwegs nach dem Weg zu fragen und wäre bei weitem nicht so befriedigend gewesen.