Der Wind geht allezeit über das Land

In rechtslastigen, rückwärtsgewandten, nationalchauvinistisch orientierten Kreisen wird immer mal wieder über Dinge wie den angeblichen Völkermord durch Überfremdung und Umvolkung gejammert, dem die armen Deutschen derzeit mal wieder zum Opfer fallen.

Überall türkische Gemüsehändler, vietnamesische Imbissbetreiber, italienische Eisverkäufer. Migranten aller Herren Länder drängen die bescheidenen Deutschen aus dem Geschäft, nehmen ihnen die Arbeit, die Wohnungen, die Kindergartenplätze und die Sozialleistungen weg. Die Zukunft natürlich auch. Dazu kommt noch jede Menge Unterwelt – albanische Zuhälter, rumänische Einbrecher, diverse Mafias, das Finanzjudentum, SIE, wer auch immer.

Aber der Ehrliche ist bekanntlich der Dumme, und der treuherzige deutsche Michel lässt sich das alles brav gefallen, bettelt geradezu nach mehr und merkt nicht, wie er an dem Ast sägt, auf dem wir alle sitzen. Nichtmal Neger oder Zigeuner darf man mehr sagen, während die als Flüchtlinge (Ha, Flüchtlinge, das sind doch in Wirklichkeit alles schmarotzende Faulpelze!) hier Den Rest des Beitrags lesen »


Seenot

Jetzt sind wieder mehrere Hundert Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Das Verhalten der zuständigen Stellen lässt fast den Verdacht aufkommen, dass das billigend in Kauf genommen wird. Mit einigem Bedauern vielleicht, aber man scheint sich – ungeachtet der routiniert geäußerten Betroffenheitsadressen aus der Politik – nicht weiter daran zu stören. Und sogar wenn einzelne Verantwortliche tatsächlich Schlaf darüber verlieren sollten, reicht es bislang offenbar nicht, etwas an der Situation zu ändern.

Dabei muss man ja nicht gleich die Welt retten, Syrien und Libyen flicken oder auch nur dafür sorgen, dass Entwicklungshilfe in vernünftige Maßnahmen gesteckt wird und dann auch dort ankommt, wo sie hingehört. Man könnte ja ein paar Nummern kleiner anfangen. Auf Zeit Online schlägt Karsten Polke-Majewski sechs Maßnahmen vor, mit denen man erstens einen großen Teil der Schiffsunglücke verhindern bzw. die in Seenot geratenen Flüchtlinge retten und zweitens immerhin einen kleinen Impuls zur Verbesserung der Lage in Syrien und Libyen leisten könnte.

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