Fachkräftemangel!

Das Kunstprojekt Die amtliche Bundescomedyshow Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“, auch bekannt als #BER, war eine Weile etwas aus dem Blick geraten. Andere Themen waren lauter und drängender. Auch schienen alle denkbaren Wendungen und Gags aufgebraucht, es war ein wenig die Luft raus. Jetzt nimmt die unendliche Geschichte aber wieder Fahrt auf.

Vor ein paar Wochen war ja bekannt geworden, dass jemand die Brandschutzwände mit dem falschen Mörtel gebaut hatte, weshalb mehrere Hundert dieser Wände verstärkt oder eingerissen und neugebaut werden müssen.

Dann hatte sich herausgestellt, dass zu schwere Rauchabzugspumpen oder Ventilatoren (oder was weiß ich, ich bin ja auch kein Fachmann) verbaut worden waren, die Plattformen für die Ventilatoren mussten 4 statt wie geplant 2 Tonnen Gewicht tragen. Das hatte Probleme mit der Statik nahegelegt und die Erstellung eines neuen statischen Standsicherheitsnachweises erforderlich gemacht (vulgo: Die betreffenden Decken könnten einsturzgefährdet sein oder die überladenen Plattformen absturzgefährdet. Der ganze Kram muss deshalb sicherheitshalber nochmal überprüft werden).

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Potemkinsche Flughäfen

Die Geschichte des neuen Berliner Flughafens BER ist ja nicht neu. Das zieht sich ja seit Jahren hin. Wir erinnern uns, ein paar Wochen vor dem ursprünglich angepeilten Eröffnungstermin (3. Juni 2012, obwohl die Inbetriebnahme eigentlich schon für 2007 vorgesehen war und man, wenn Wikipedia die Wahrheit schreibt, ganz ursprünglich sogar 1997 hätte eröffnen wollen) wurden technische Probleme geltend gemacht, der Termin sei nicht zu halten, man müsse sich bis November 2012 gedulden. Der Termin wurde natürlich auch bald wieder verworfen.

Seitdem fallen die Termine wie die Dominosteine, immer rechtzeitig vor dem gerade aktuellen Eröffnungstermin werden neue (oder verdrängte und wieder hochgekommene oder nur zum Spaß wieder neu aufgegossene alte) Probleme ruchbar und die nächste Verschiebung hängt in der Luft.

Jetzt hat anscheinend die deutsche Tochter von Imtech Insolvenz angemeldet. Imtech ist die Baufirma, die sich beim Bau des Berliner Flughafen seit Jahren mit Ruhm und Ehre bekleckert und technisch wie organisatorisch brilliert. Näheres dazu entnehme man der Tagespresse. Natürlich wird aus Anlass dieser Insolvenz der Eröffnungstermin mal wieder in Frage gestellt. Seit Jahren übliche Unkereien, der Flughafen werde sicher noch zu Lebzeiten unserer Kinder fertiggestellt oder alternativ bei Leipzig ganz neu gebaut, verlieren mehr und mehr an Witzigkeit. Wenn es so weitergeht, geht auch unsere Rente für das Projekt drauf. BER frisst den Bundeshaushalt still und heimlich auf.

Und mit Projekt habe ich jetzt auch endlich mein Stichwort erreicht. Das ganze, ist mir heute aufgegangen, ist nämlich gar kein Bauprojekt. Niemand Den Rest des Beitrags lesen »


Leit-

In den letzten Jahren ist immer häufiger von Leitdingern die Rede. Die sind in Technik, Wirtschaft und Natur nichts Besonderes. Alles mögliche wird mit Leittechnik gesteuert, Flugzeuge haben Leitwerke. Banken benutzen Leitwege zur Verarbeitung von Zahlungsposten. Leitstellen koordinieren Polizei- oder Feuerwehreinsätze. Leitgewebe sorgen für den internen Wassertransport von Pflanzen. Leithäuser weisen Schiffen den Weg an gefährlichen Untiefen vorbei in sicheres Fahrwasser.

Im Bildungsbürgerlichen gibt es auch manchmal Leitdinger, etwa Wagners Leitmotive. Organisationen, Parteien und Denkschulen haben Leitgedanken und gelegentlich auch Leitmythen. Alle diese Leitdinger führten lange Zeit ein vergleichsweise ungestörtes Nischendasein in ihrer jeweiligen Ecke.

Das hat sich geändert, als Theo Sommer von der ZEIT und Friedrich Merz von der CDU uns den von Bassam Tibi geprägten Begriff der Leitkultur in die Arena warfen und damit die Leitkulturdebatte lostraten. Dieser Wurm geht nun nicht mehr so leicht in die Dose zurück, die Diskussion kocht immer mal wieder hoch. Deutsch sollte sogar Leitsprache werden, obwohl das eigentlich auch bloß was Technisches ist.

Egal, Deutschland ist im Leitfieber. Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg steigt voll drauf ein und will Den Rest des Beitrags lesen »


Nochmal Weltuntergang

Seit geraumer Zeit wird viel über den Weltuntergang fantasiert, den die Maya im 9. Jh. angeblich für den 21. Dezember 2012 vorhergesagt haben. Es kursieren auch mehrere Ausweichtermine und alternative Gründe für den Weltuntergang, etwa Kollisionen oder Beinahekollisionen der Erde mit dem Asteroiden Apophis oder dem mit Sicherheit nicht vorhandenen unbekannten Planeten. Das hat weiter nichts zu bedeuten, verschobene bzw. ausgefallene Weltuntergänge haben im christlichen Abendland eine lange Tradition. Solche Weltuntergangsdaten sind auch nicht die einzigen Termine mit eher losem Realitätsbezug. Fertigstellungs- und Eröffnungstermine egal von was werden ebenso wie die projektierten Kosten in aller Regel nicht eingehalten. Es gehört fast schon zum guten Ton, derartige Termine mindestens einmal zu verschieben.

Black Mesa etwa, ein Nachbau des nicht mehr ganz aktuellen Computerspiels Half-Life, ist jetzt nach (hüstel) lediglich acht Jahren Entwicklungszeit und ständigen Vertröstungen dann doch fast fertig und schon mal veröffentlicht worden, wenigstens vorläufig. Vorläufig heißt hier soviel wie unvollständig, die fehlenden Kapitel werden demnächst nachgereicht, ganz bestimmt!

Relativ sicher Den Rest des Beitrags lesen »