Und dann war da noch… (16)

… der alte Mann, der mich auf der Straße anspricht. Er mag gut 70 Jahre alt sein, vielleicht 80. Gepflegt und etwas altmodisch angezogen, Anzug, Mantel, Schal, Hut – der Straßenanzug der 50er, 60er Jahre.

Er hält mir seine Brieftasche hin, ob ich ihm aus dem Personalausweis vorlesen könne, wo er wohnt. Er könne sich nicht mehr an seine Adresse erinnern, die Straße in der wir uns befinden kenne er nicht und er habe seine Brille nicht dabei, könne also die Adresse also nicht selbst ablesen.

Er ist dabei ruhig und klar. Kein verirrter Verwirrter, sondern jemand, der Probleme erkennt und löst. Jemand, der seine Schwächen kennt und sich von ihnen nicht einschüchtern lässt. Ich lese ihm die Adresse vor und gehe mit ihm bis zur nächsten Straßenecke, die er erkennt, dann verabschiedet er sich und geht allein weiter. Ich sehe ihm noch nach, aber offensichtlich kennt er den Weg.