Grundrechte, nüchtern betrachtet

Alkohol ist gefährlich und schädlich. Alkoholmissbrauch fordert viele Opfer, erstmal von denen, die dadurch zu Tode kommen, dann von deren Angehörigen. Kinder und Ehepartner von Alkoholikern tragen oft genug erhebliche Schäden davon, manchmal körperliche, ganz oft seelische. Gegen Alkoholmissbrauch vorzugehen ist darum richtig und wichtig. Schwache und Wehrlose vor den Folgen des Missbrauchs anderer zu schützen, ist ebenfalls richtig und wichtig. Aber wie macht man das am Besten?

Dass das keine triviale Übung ist, davon gibt es manches Lied zu singen. Bürger von Ländern, in denen der Alkoholverkauf eher restriktiv geregelt ist, fallen im Ausland immer wieder dadurch auf, dass sie sauftechnisch die Sau rauslassen. In Russland gehört das Alkoholproblem praktisch zum nationalen Gründungsmythos. Dort reformiert man mindestens seit Boris Godunow an den Regelungen zu Herstellung, Verkauf und Ausschank von Spirituosen herum, ohne der grassierenden Trunksucht Herr zu werden.

Der im Rückblick völlig fehlgeleitete Versuch, den Alkoholkonsum eines ganzen Landes auf Null zu reduzieren, hat vor 80 Jahren dem organisierten Verbrechen in den USA eine Art Sternstunde beschert. (Der heutige war on drugs der USA ist übrigens genau die gleiche Sorte Schuss in den Ofen – teuer, verursacht hohe Kollateralschäden und ist dabei nicht nur wirkungslos, sondern geradezu kontraproduktiv. Völlige Dummheit, und es ist offensichtlich und bekannt, die Verantwortlichen haben nicht einmal eine Ausrede, machen aber unbeirrbar weiter. Unglaublich, das! Die Drogenpolitik in Europa ist übrigens auch nicht besser, wird nur nicht ganz so lautstark betrieben.)

Es ist jedenfalls nicht einfach, und ganz egal wie man es angeht, man wird Den Rest des Beitrags lesen »