Blech (2)

Neulich habe ich in der Küche eine neue Arbeitsplatte eingebaut. Die alte war reichlich abgenutzt. Einmal hatte ich eine heiße Cafetera versehentlich draufgestellt, die Oberfläche hatte an der Stelle Blasen geworfen und war dann nach und nach abgebröckelt. Der Flickversuch war nicht wirklich erfolgreich gewesen. Die Silikondichtung der Spüle war auch undicht (hatte der Installateur beim Einbau versemmelt, hätte ich besser gekonnt, ging damals aber aus irgendwelchen Gründen nicht). Wir hatten das eine Weile vor uns hergeschoben, aber als der Herd dann auch noch kaputtging, war es Zeit.

Wir besorgen uns also eine Arbeitsplatte. Zuhause säge ich sie zurecht, reiße die alte raus und montiere die neue. Die Spüle mache ich diesmal selbst, und zwar mit genügend Silikon – der Rand der eben entsorgten Arbeitsplatte war im Bereich der Spüle ziemlich eklig, das will ich nicht nochmal in der Küche haben. Dann steht die Abdichtung der Fuge zwischen Arbeitsplatte und Wand an. Da nichts blöder ist, als wenn einen halben Meter vor Schluss das Silikon alle ist (natürlich spätabends oder am Wochenende, und die Tanke in der Nachbarschaft hat vieles, aber keine Silikonkartuschen), habe ich sicherheitshalber zwei Kartuschen besorgt.

Ich bereite alles vor, schneide eine der Kartuschen auf, lege noch schnell irgendwas anderes zurecht, spanne die Kartusche in die Spritze ein und fange an zu pumpen. Man muss ja Den Rest des Beitrags lesen »

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Bombenfest

Neulich unfreiwillig aber fasziniert mitgehört: Ein stämmiger Endfünfziger erzählt seinem Sitznachbarn ausgiebig von seinen Heimwerkereien.

Er habe vor ein paar Jahren ein Haus gekauft, Baujahr späte 60er Jahre, in dem die Erstbesitzer bis zum Umzug ins Pflegeheim gewohnt hatten. Das Ding sei schon etwas verwohnt gewesen, er habe es über mehrere Jahre hinweg überwiegend in Eigenarbeit wieder auf Vordermann gebracht.

Dabei sei auch soweit alles gut gegangen, nur mit dem Bad habe er immer Probleme gehabt. Der Abfluss der Badewanne sei ständig verstopft gewesen und habe sich auch nicht nachhaltig freimachen lassen. Der daraufhin beauftragte Installateur habe da „nur Scheiß gebaut“, das sei immer ganz schnell kaputtgegangen bzw. wieder verstopft, und auch nach mehrmaliger Reklamation und Nachbesserung habe das nicht richtig funktioniert. Also Den Rest des Beitrags lesen »


Gründlichkeit, deutsche

Seit einiger Zeit ist ja wieder Gartensaison. Für ein paar Monate werden die Schlagbohrer beiseitegelegt und die Rasenmäher hervorgesucht. An stillen Wochenendtagen und wettermäßig günstigen Abenden unter der Woche hört man von überallher das monotone Summen der Zweitaktmotoren über Gras.

Ein Nachbar hat ein Stück Garten, ungefähr zweieinhalb Badetücher groß, mit zwei Bäumen drauf und einem Blumenbeet und ein paar Büschen am Rand entlang. Keine Bio-Obstplantage, auch kein herausgeputztes Renommiergelände, einfach ein gemütliches Stück Grün hinterm Haus. Manchmal hängt da Wäsche, manchmal spielen da Kinder, manchmal wird gegrillt, ganz normal also, nicht weiter bemerkenswert, und jetzt ist eben Rasenmähen angesagt.

Das Wetter ist gut, der letzte Regen verdunstet, die Kinder woanders, und seit gefühlt zwei Stunden schiebt der gute Mann seinen Zweitakter über das Grün. Alle paar Minuten eine Unterbrechung – Grasschnitt aus dem Auffangbeutel kippen, ein Ästchen wegräumen, nachtanken, irgendwas an der Maschine richten, einen Schluck trinken, was weiß ich, man kann das von hier aus nur hören, nicht sehen.

Gut, er muss Den Rest des Beitrags lesen »


Aus fremden Welten

Wir leben in interessanten Zeiten. Die moderne Technik ermöglicht uns immer detailliertere Einblicke in die Welt, im Kleinen wie im Großen. Während man durch raffinierte Methoden physikalische Grenzen umgehen und mit dem Lichtmikroskop kleinere Dinge sichtbar machen kann, als nach dem (nach wie vor gültigen!) Abbe-Limit möglich sein sollte, fliegen menschengemachte Objekte immer weiter in den Weltraum hinaus und liefern mit immer besseren Instrumenten immer detailliertere Daten von Orten, die noch vor Hundert Jahren völlig unzugänglich waren.

Eine sehr schöne Darstellung dessen, was man so beobachten kann, gibt es übrigens in The Scale of the Universe 2, da kann man sich bis zur Planck-Länge hineinzoomen und in der anderen Richtung so weit zurücktreten, dass das gesamte beobachtbare Universum im Bild ist. Es gibt überall Erklärungen, was man sieht. Sehr unterhaltsam, sehr empfehlenswert. (Und die Musik kann man ausschalten!)

Die Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 etwa funken lange nach Ende der ursprünglich geplanten Missionen immer noch beständig Daten zur Erde. Voyager 2 ist übrigens das Gerät, das laut Pressemeldungen seit vielen Jahren praktisch jährlich das Sonnensystem „dieses mal aber wirklich“ verlässt, ein wenig zum Ärger von Leuten, die sich damit auskennen.

Die Sonde Rosetta umkreist den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko irgendwo in den Weiten des Weltalls und hat den Lander Philae dort abgesetzt – einen Apparat mit Messgeräten und Kamera, der wegen Problemen mit der Stromversorgung derzeit nicht aktiv ist, aber irgendwann doch genug Strom zusammenkriegen könnte, um Bilder herzufunken. Rosetta liefert jedenfalls ständig Daten.

Die Sonde Dawn liefert Bilder vom Jupitermond von Ceres (das ist ein Zwergplanet im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, der Himmelskörper mit den auf den Fotos entdeckten mysteriösen hellen Flecken). New Horizons – ein anderer Schrank voll Messgeräte – ist gerade an Pluto vorbeigeflogen und funkt seitdem spannende Bilder zur Erde. Verschiedene Teleskope liefern mithilfe verschiedener technischer Kniffe immer bessere Bilder vom Weltall, und sogar Hobbyfotografen können mit vergleichsweise simplen technischen Mitteln erstaunliche Ansichten auf die Platte bannen.

Nach einer längeren Pause hat jetzt auch das Weltraumteleskop Holzauge wieder ein spektakuläres Bild geliefert:

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