Nicht zu übersehen

Die Zeit der NS-Diktatur, der Holocaust, der 2. Weltkrieg sind alles keine schönen Themen. Es macht keinen Spaß, sich damit zu beschäftigen. Es ist nicht schön, sich daran zu erinnern. Darum gibt es immer wieder Bestrebungen, die Ereignisse zu verharmlosen oder sich der Erinnerung möglichst gleich ganz zu entziehen.

Man hört bezüglich der systematischen Vernichtung von Juden, Slawen (v.a. sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilisten in den eroberten Gebieten), Homosexuellen, Zeugen Jehovahs u.a. und den übrigen Verbrechen, die Deutschland in dieser Zeit begangen hat, immer wieder relativierende Aussagen. Es waren gar nicht sechs Millionen Juden, sondern „nur“ 50.000 oder so. Und: Das waren gar keine Vernichtungslager, höchstens Arbeitslager. Und: Kuck doch, was die Sowjets angestellt haben in den Ostgebieten. Das war mindestens genauso schlimm.

Da wirkt die Nazipropaganda zum Teil bis heute nach, wenn vergleichsweise kleine Aktionen wie das Massaker von Nemmersdorf durch die sowjetische Armee immer noch als das furchtbare Massaker schlechthin gesehen wird, bei dem haufenweise deutsche Zivilisten grundlos barbarisch hingemetzelt wurden. De facto wurden wohl zwischen 20 und 30 Leute erschossen (schlimm genug, keine Frage, rechtfertigt im Zusammenhang des 2. Weltkriegs aber kaum das Etikett Massaker und schon gar keine großangelegten Racheoffensiven, erst recht angesichts dessen, was Wehrmacht, SS, Gestapo usw. in den eroberten Gebieten so veranstaltet hatten).

Auch hört man immer wieder, der einfache Mann auf der Straße, der normale Volksgenosse, habe von dem allen ja gar nichts gewusst. Habe das gar nicht wissen können, weil Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Schlussstriche

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Vor genau 70 Jahren ist das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von der sowjetischen Armee befreit worden. Die Bilder und Filme, mit denen die dort vorgefundenen Zustände dokumentiert wurden, haben die Welt erschüttert und erschüttern bis heute.

Bei der Befreiung anderer Lager in Deutschland und in deutsch besetzten Gebieten haben die Alliierten ebenfalls fotografiert und gefilmt. Das Material wurde zu dem Film Memory of the Camps verarbeitet – ein verstörendes und erschütterndes Dokument der Barbarei, die von 1933 bis 1945 unter deutscher Regie stattgefunden hatte. Ein neuer, darauf basierender Dokumentarfilm wurde unter dem Titel Night Will Fall kürzlich auf Arte gezeigt.

Das ist ein sehr hässliches und schmerzhaftes Thema. Ein Thema, mit dem sich wohl niemand gern beschäftigt. Deshalb Den Rest des Beitrags lesen »


Why still remember?

Recently I saw a picture in a blog that has touched me deeply:

jom_hashoa_2012_poster_dorielle_rimmer

“Yom Hashoah – Holocaust Remembrance Day 2012″

The official poster of Yom Hashoah 2012 designed by Dorielle Rimmer-Halperin as part of a project of the International School of Holocaust Education at Yad Vashem with the participation of the Ministry of Public Diplomacy and Diaspora Affairs, Israel.
Used here with the friendly permission of Dorielle Rimmer-Halperin.

The picture speaks for itself, I think, and probably doesn’t need much of an explanation. I find it very evocative, one of the saddest things I have seen in a long time. And this takes me directly to my headline: Why remember? These days, many people in Germany say things like „Why do we have to be constanly reminded of all this? Surely this must end someday?„. The wording may vary, but the underlying line of reasoning is usually something like this: Den Rest des Beitrags lesen »


„Irgendwann muss doch mal Schluss sein!“

Vor kurzem habe ich in einem Blog ein Bild gesehen, das mich sehr bewegt:

jom_hashoa_2012_poster_dorielle_rimmer
„Jom haScho’a – Holocaustgedenktag 2012“

Offizielles Poster zum Jom haSho’a 2012 in Israel, entworfen von Dorielle Rimmer-Halperin im Rahmen eines Projektes der Internationalen Schule für Holocaust-Studien (ISHS) in Yad Vashem unter Beteiligung des Ministeriums für Diplomatie und Diaspora (Israel).
Mit freundlicher Erlaubnis von Dorielle Rimmer-Halperin hier wiedergegeben.

Das Bild spricht für sich selbst und braucht wohl keine Erklärung. Ich finde es sehr eindrücklich, und es gehört zum Traurigsten, was ich seit langem gesehen habe. Und damit komme ich gleich zu meiner Überschrift. Das ist eine Parole, die man in den letzten Jahren leider häufiger hört. Sie kommt in verschiedenen Formen vor, der zugrundeliegende Gedankengang geht wohl ungefähr so: Den Rest des Beitrags lesen »