Und dann war da noch… (17)

…Frau Hildegard Rosenschrot, née Weißchen, das brüdergrimmsche Pendant zu Robert Louis Stevensons Dr. Jekyll und Mrs. Hyde, verheiratet mit dem schönen Prinzen, der gleichzeitig sein eigener Bruder, ein gefürchteter Straßenräuber, war.

Als der Mann sich – wie bei Märchenprinzen üblich – einmal verkleidet und unerkannt unters Volk mischte, wurde er unterwegs von seinem verbrecherischen Alter Ego ausgeraubt. In der Folge sah er sich in der zwickmühligen Lage, über sich selbst zu Gericht sitzen zu müssen. Drei Seelen stritten, ach, in seiner Brust – als Geschädigter wollte er Den Rest des Beitrags lesen »


Heimat

Heimat ist so ein komisches Wort im Deutschen. Komisch aus mehreren Gründen. Erst einmal ist es vage – es kann das Land selbst meinen (oder eine Region davon oder einen bestimmten Ort), es kann ein, sagen wir, nur bedingt ortsgebundenes gesellschaftliches Umfeld meinen. Die Freiwillige Feuerwehr etwa, der Sportverein, die Stammkneipe oder der Stammtisch, die Werkbank, der – egal welcher – Weinberg, der eigene Bücherschrank – alle können Heimatfunktionen wahrnehmen.

Dann ist der Begriff im Deutschen seltsam überladen. Da ist der edelweißblühende Köhlerlieselkitsch vor Edelrahmkühen auf alpenglühenden Almen. Die gartenzwergidyllische Spießigkeit aus Hoffmann von Fallerslebens Deutschlandlied (dessen dritte Strophe ich als Nationalhymne allerdings gar nicht so übel finde). Ähnlich kitschig ist Auferstanden aus Ruinen, die Hymne der verblichenen DDR. Fand ich auch ganz ok und hätte ich kein Problem mit.

Nach politischen und militärischen Gewitterstürmen Den Rest des Beitrags lesen »