Der Tortendieb schleicht weiter

Die Zeit der improvisierten Gutenachtgeschichten ist bei uns vorbei. Räuberspiele und Anekdoten vom Tortendieb sind Vergangenheit. Auch Schulgeschichten spielen wir nicht mehr (das war eine Reihe von Klassenausflügen mit einer Art zeit- und raumreisetauglichem Klassenzimmer, ein bisschen wie Das magische Baumhaus, aber unabhängig davon erfunden).

Eine Weile war ich in Sachen Phantasie etwas ausgebrannt. Dann hatten wir Phasen, wo das Ins-Bett-Bringen zäh und kräftezehrend war und sich jeden Abend wahnsinnig lang hinzog. In der Zeit hatte ich weder den Nerv noch die Zeit, viel zu erzählen, weil sich das Ganze sich Abend für Abend sowieso schon endlos Zeit fraß. (Es wundert mich immer noch, dass die dadurch verursachte allabendliche Verzerrung des Raum-Zeit-Kontinuums niemandem aufgefallen ist, wo sie doch am CERN ständig Den Rest des Beitrags lesen »

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Was würde MacGyver tun?

Neulich hatte meine Tochter Fieber. Das war einer dieser Virusinfekte, die man sich immer mal einfängt, in der Schule, im Kindergarten, sonstwo. Der Verlauf ist meistens ähnlich, mal mit, mal ohne Übelkeit, meistens braucht es zwischen zwei und fünf Tagen, und praktisch immer ist ordentlich Fieber dabei. Das Fieber muss man natürlich messen, um entscheiden zu können, ob man damit zum Arzt sollte bzw. wann man Gegenmaßnahmen ergreift wie Wadenwickel, Ibuprofen u.ä. Zu hoch soll das Fieber ja nicht werden, schon damit die Patienten und auch die betreuenden Erwachsenen einigermaßen schlafen können.

Messen tut man sowas üblicherweise mit einem Fieberthermometer. Früher mit dem klassischen gläsernen Quecksilberröhrchen, heutzutage eher mit einem ähnlich geformten elektronischen Gerät, das es für ein paar Euro in jeder Drogerie oder Apotheke zu kaufen gibt. Wer’s extravagant mag, legt sich eines von diesen schicken Infrarotthermometern zu, die sehr schnell Den Rest des Beitrags lesen »


Räuberspiele

Wenn ich meine Töchter abends ins Bett bringe, folgt das fast immer einem weitgehend geregelten Ablauf, der sich im Lauf der Zeit entwickelt hat. Diese Rituale sind aber nicht notwendigerweise statisch und langfristig stabil. Bei uns entwickeln sie sich kontinuierlich weiter, und manchmal kommt es zu recht plötzlichen Änderungen. Vorlieben und Interessen ändern sich und entwickeln sich weiter. Etwas, das monatelang unverzichtbar war, ist auf einmal passé, dafür wird anderes gefragt. Oder das ganze ufert aus und verbraucht soviel Zeit, dass wir den Ablauf umbauen und straffen, nach Möglichkeit halbwegs einvernehmlich, manchmal aber auch par ordre du mufti.

Jedes Kind hat bei uns sein eigenes Ritual, oder besser gesagt, wir haben ein komplexes Geflecht aus Elementen, das beide Kinder und beide Elternteile involviert, und die Parts der Kinder greifen dabei ineinander.

Ein Ding, das meine Älteste immer wieder gern hat, sind Räuberspiele. Entwickelt haben sich die aus dem alten Kommt ein Mann die Treppe hoch, klingelingeling, klopfklopf, Guten Tag Herr Nasemann (verschiedene Versionen gibt es hier). Als sie ungefähr drei war, fing das an, ihr langweilig zu werden, und so haben wir daraus das Genre Räuberspiel entwickelt. Das ist jetzt, fünf, sechs Jahre später, immer noch aktuell und sieht ungefähr so aus:

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Der Tortendieb schlägt wieder zu

Zu den Feiertagen haben sie in dem etwas abgelegenen Einfamilienhaus wieder eine schöne große Torte gemacht, und auf die hat unser Räuber natürlich ein hungriges Auge geworfen. Am Vorabend des großen Festessens zieht er deshalb los. Wie gehabt: Schwarzer Hut auf dem Kopf, Messer und Pistole im Gürtel, Tuch vor dem Gesicht. Mit dem Schloss an der Kellertür ist er per Du, das macht keine Probleme mehr. Also Tür auf, leise die Treppe hoch, durch die Küche in die Speisekammer, die Torte geschnappt, und ab durch die Mitte.

Die Torte ist diesmal besonders prächtig. Riesengroß, zweistöckig, mit viel Buttercreme und farbigen Verzierungen. Er trägt sie wie ein Kellner sein Tablett auf einer Hand, in der anderen hat er die Taschenlampe. Als er die ersten Stufen der Kellertreppe hinabsteigt, Den Rest des Beitrags lesen »


Neues vom Tortendieb

Nach Monaten ohne Sahnetorte hat sich für unseren Räuber endlich wieder eine Gelegenheit zum Tortenklau ergeben. Er steigt also mit seiner gewohnten Ausrüstunng (schwarzer Hut, Messer und Pistole im Gürtel, Tuch vor dem Gesicht) auf dem gewohnten Weg in das etwas abgelegen stehende Einfamilienhaus ein.

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Der Tortendieb wieder

In dem etwas abgelegen stehenden Einfamilienhaus wird wieder Besuch erwartet, und es steht wieder eine Torte bereit. Unser Räuber zieht also los, mit dem schwarzen Hut auf dem Kopf, dem Messer und der Pistole im Gürtel und einem Tuch vor dem Gesicht. Das Schloss der Kellertür kennt er jetzt schon, das macht keine Probleme mehr. Er schleicht die Treppe hoch und in die Küche, aber auf dem Tischchen in der Speisekammer steht keine Torte. Im Kühlschrank auch nicht. Aber irgendwo muss die Torte sein, denn wenn Besuch kommt, gibt es hier immer Torte. Aber wo?

Vielleicht im Wohnzimmer, dort soll die Torte dann ja gegessen werden. Und wirklich, auf dem Wohnzimmertisch steht sie, unter einer Glasglocke, damit die Katze nicht drangeht. Der Räuber stellt also den Glasdeckel beiseite, greift sich den neuen Tortenteller und schleicht sich zurück in Richtung Keller. Die Katze liegt auf dem Sofa, da muss er diesmal Den Rest des Beitrags lesen »


Der Tortendieb

Ein Räuber, ganz klassisch unter schwarzem Hut, mit Messer und Pistole im Gürtel und Tuch vor dem Gesicht, bricht in ein etwas abgelegen stehendes Einfamilienhaus ein. Er kommt von hinten durch den Garten, knackt das Schloss der Kellertür, schleicht sich die Treppe hinauf in die Küche und klaut dort eine schöne, große Sahnetorte. Die war eigentlich für den Besuch einer Großtante am nächsten Tag vorgesehen, aber daran stört sich der Räuber nicht, dafür ist er ja Räuber. Er holt sich also die Torte, denn Sahnetorte mag er für sein Leben gern.

Mit dem Tortenteller in den Händen schleicht er zurück in Richtung Keller. Dabei stolpert er über Den Rest des Beitrags lesen »