Verspiegelt

Schicke Regionalbahn mit schicker Innenausstattung. Die Details wirken durchaus so, wie das auf Architekturzeichnungen immer aussieht: Hell, luftig, großzügig dimensioniert, elegant. Als ganzes betrachtet ist der Innenraum aber ziemlich zerklüftet und zusammengewürfelt, ein bisschen wie eine große Abstellkammer, die mit ein paar Sitzmöbeln und anderem Inventar vollgestellt wurde.

In der Mitte des Wagens ist ein großer ebenerdiger Raum für Fahrräder und großes Gepäck, mit Sitzen entlang der Fenster, durch eine riesige Toilette ungünstig unterteilt. An den Enden des Wagens, über den Radsätzen, sind die gewohnten Vierersitzgruppen, allerdings nur über mehrere Stufen zu erreichen. Die Sitze sind im Prinzip die gleichen, die man aus anderen Regionalzügen kennt. Insgesamt finde ich die Züge eher ungemütlich. Aber immerhin funktionieren sie, und ich muss in so einem Wagen ja nicht Den Rest des Beitrags lesen »


Ausfahrt freihalten! verboten!

ausfahrt_freihalten_verboten

Hält sich natürlich wieder kein Schwein dran…


Der richtige Ort

Neulich in der Bahn. Genauer gesagt, in der Toilette eines handelsüblichen IC. An der Wand ein Spiegel, darunter Seifenspender, Handtuchspender, Knopf zum Starten des Wassers, Wasserrohr. Darunter das Waschbecken. In der Nähe der Bedienelemente jeweils ein Aufkleber mit einem erklärenden Piktogramm. Soweit so gut, alles wie gewohnt. Tausendmal gesehen:

zugtoilette

Wenn man aber nicht mit den Augen sehen kann? Für diesen Fall hat die Bahn die Piktogramme sinnvollerweise um Braillebeschriftungen ergänzt:

piktogramm_kein_trinkwasser piktogramm_handtuecher

Da steht dann wie zu erwarten Seife, Kein Trinkwasser und Handtücher drauf, sodass auch Blinde wissen, was es da gibt. Der Knopf zum Einschalten des Wassers trägt zwar ein Piktogramm, aber kurioserweise keine Braille-Beschriftung. Dass man dort das Wasser einschaltet, muss man raten, wenn man nicht visuell sieht. Aber gut, was soll es da schon geben als einen Wassereinschaltknopf?

Was mich an den Beschriftungen stutzig macht Den Rest des Beitrags lesen »


Ungefähr

ungefaehrer_standort

„Sie sind ungefähr hier“


Idiotensicher

Ich bin ein großer Fan davon, Sachen nach Möglichkeit idiotensicher zu gestalten. Texte sollten möglichst präzise formuliert werden, um Missverständnisse und Fehlinterpretationen wenn nicht auszuschließen dann doch wenigstens so unwahrscheinlich wie möglich zu machen. Das ist gerade bei Bedienungsanleitungen einigermaßen wichtig, weil schlechte, miss- oder gar unverständliche Bedienungsanleitungen zu Bedienungsfehlern und Unfällen führen können. Das ist für die Betroffenen natürlich irgendwo zwischen unangenehm und schlimm, und so etwas zieht dann oft ärgerliche Schadenersatzansprüche gegen den Hersteller nach sich.

Geräte und Benutzungsoberflächen sollten erstens so konzipiert werden, dass Fehlbedienungen so selten wie möglich passieren. Und zweitens sollten sie so gebaut werden, dass die dann letztlich doch unvermeidlich vorkommenden Fehlbedienungen möglichst keine Schäden verursachen oder wenigstens keine ernsthaften Schäden. Gleichzeitig soll dabei natürlich die Bedienbarkeit nicht über Gebühr beeinträchtigt werden.

Der vielgenannte Dümmste Anzunehmende User (DAU) sollte Den Rest des Beitrags lesen »


Aufgerüttelt

Einkaufzentrum, Ansage über die Lautsprecher:

Der Fahrer des Wagens mit dem amtlichen Kennzeichen AB – CD 5678, bitte kommen Sie zu Ihrem Fahrzeug. Es brennt [kurzes Zögern] das Licht.

Den Satzschnipsel es brennt habe ich noch zwanzig Minuten lang mehrmals von Passanten zitiert gehört. So erreicht man die Leute…


Die Lampe

Heutzutage begegnen einem im Alltag überall Piktogramme, stilisierte Darstellungen von allem möglichen. In Handys und Computern werden Icons verwendet, deren Inhalt wegen Platzmangel oft sehr stilisiert daherkommt. Oft geht das auf Kosten der Verständlichkeit.

Meine Jüngste unternimmt seit einiger Zeit erste Gehversuche am PC. Wir haben da ein paar Spiele, die sie gelegentlich spielt. Neulich hat sie mir ganz erfreut und etwas aufgeregt mitgeteilt: Wenn man auf die Lampe drückt, kann man ohne Ton spielen!

Die Sorte Lautsprecher, die in Windows auf der entsprechenden Drucktaste abgebildet ist, kommt im Alltag so nur selten vor, gerade in der Erlebniswelt einer Sechsjährigen, und ich kann Den Rest des Beitrags lesen »


Hier könnte Ihr Plakat hängen

Es wird ja häufig die in Deutschland vorherschende Verbotskultur beklagt. Alles und jedes ist verboten. Und wenn nicht verboten, dann doch grotesk überreguliert. Man kann hier kaum atmen, heißt es dann, es sei spießig und eng, zumal die Durchsetzung der Verbote mit der angeblich typisch deutschen ruthless efficiency durchgezogen wird. Die Ordnungsämter, weiß man, kennen (fast) keinen Spaß.

Dabei gibt es auch Lücken, etwa dass auf Autobahnen zunächst keine Geschwindigkeitsbegrenzung herrscht. Man kann fahren, was die Kiste hergibt, wenn der Verkehr das erlaubt, was er angesichts des unaufhaltsam wachsenden Verkehrsaufkommens nur selten tut, aber das ist ein anderes Thema; und natürlich wenn nicht aus diesen oder jenen Gründen für ein paar Kilometer dann doch eine Geschwindigkeitsbegrenzung verhängt wurde, was immer häufiger geschieht, sodass die geschwindigkeitsunbeschränkten Autobahnabschnitte schrumpfen. Man darf dort also vom Grundsatz her rasen, wenn das auch längst nicht (mehr) überall tatsächlich möglich oder erlaubt ist.

Aber trotzdem, es gibt sie, diese riesige, weltberühmte Verbotslücke. (Angeblich sollen sogar Reiseveranstalter in China, den USA und anderswo Den Rest des Beitrags lesen »


Wenn einer eine Reise tut…

So, jetzt bin ich wieder zurück, natürlich nicht ohne was zum Erzählen, zum Beispiel von der Bahn.

In den großenteils ziemlich ältlich gewordenen Intercity-Zügen der Deutschen Bahn gibt es zwischen den Waggons diese hübschen Automatiktüren. Wenn man den Türgriff zur Seite drückt, wird eine hydraulischer Apparatur aktiviert, und die Tür gleitet wie von Zauberhand geöffnet auf. Das wirkt nur deshalb nicht elegant, weil in dem kurzen Gang zwischen den beiden Waggons unten nur ein Blech und an den Seiten eine Art Lkw-Plane zwischen dem Fahrgast und der Außenwelt ist und einem beim Öffnen der Türen der harte, alles übertönende Lärm der Stahlräder auf den Schienen entgegenschlägt.

Aber egal. Die Tür wird also maschinell geöffnet, wenn man über den Türgriff die Automatik aktiviert („Automatik“ wahrscheinlich deshalb, weil die Tür nach einer Weile von selbst wieder zugeht; in den 80er Jahren war das in Deutschland neu und ziemlich cool – ich erinnere mich noch an die oft ziemlich nervtötenden, entweder klemmenden oder völlig ungehemmt auf- und zurutschenden Schiebetüren in den alten D-Zügen). Die Schiebetür läuft dabei offen und ungeschützt vor der „Giebelwand“ des Waggons, also zwischen dem Durchgang zum nächsten Waggon und der Tür, durch die man den Zug verlässt. An diese Wand soll man sich deshalb nicht anlehnen.

Logisch, denn wenn die staubige, u.U. ölige Gummidichtung der aufgehenden Schiebetür jemandem den feinen Zwirn verschmutzt oder zerreißt, gibt es für alle Beteiligten nur Ärger. Erst recht natürlich, wenn sich jemand dabei verletzt. Finger oder lange Haare könnten leicht zwischen Schiebetür und Wand geraten, und das kann schmerzhafte bis schlimme Folgen haben – die Gummidichtung ist je nach Alter ziemlich griffig, und die Hydraulik ist sehr robust ausgelegt und duldet keinen Widerstand.

Um diese Art Ärger zu vermeiden, Den Rest des Beitrags lesen »


Im Brunnen

Manchmal denken die Leute schon in die richtige Richtung, kriegen dann aber ganz kurz vor dem Ziel die entscheidende Kurve nicht. Neulich habe ich an einem Automaten Geld abgehoben, der in der Vorhalle einer Bankfiliale hängt. Die Eingangstür öffnet man mit der ec-Karte, das kennt man ja:

im_brunnen

Drinnen hängt neben dem Automaten dann die folgende Warnung:

SICHERHEITSHINWEIS

Beim Betreten der Bank/des SB-Centers
ist außerhalb der üblichen Öffnungs-
zeiten nur die BANKCARD/Kreditkarte
erforderlich.

Die PIN (ec-Geheimzahl) ist zum Eintritt
keinesfalls einzugeben.

Sehr wichtige Information, nur leider an der falschen Stelle. Wenn ich am Geldautomaten stehe und das lese, Den Rest des Beitrags lesen »