Eigentlich egal

Viele Leute sagen Café ([kaˈfeː]), wenn sie das Getränk meinen. Besonders in der Werbung wird das oft gemacht, so ziemlich bei allen klassischen in Deutschland vertriebenen Kaffeemarken war das jedenfalls üblich, Dallmayr, Eduscho, Hag, Jacobs, Melitta und was es sonst noch alles gibt. Man glaubt wahrscheinlich, das klinge distinguiert und betone die Exklusivität, Verzeihung, Exclusivität des so beworbenen Stoffs, auch wenn es sich um ein industriell gefertigtes Massenprodukt handelt, das allermeistens auf Knopfdruck aus immer den gleichen Vollautomaten läuft.

Ich bin mit der Aussprache Kaffee ([ˈkafeː]) aufgewachsen, gelegentlich hieß es auch Kaffe mit kurzem e ([ˈkafə]) und manchmal fast ins Stimmhafte spielenden f. Nur manche, aus meiner damaligen Sicht feinen Leute sagten Café ([kaˈfeː]). Vielleicht klingt deshalb diese Aussprache in meinen Ohren immer noch ziemlich affektiert.

Dabei wird Kaffee laut Duden zumindest in Österreich immer auf der letzten Silbe betont. Das dürfte sich bis weit nach Bayern hinein bemerkbar machen, und im restlichen deutschen Sprachraum ist diese Aussprache auch nicht wirklich selten.

Falsch ist es also nicht. Kann es eigentlich auch nicht sein – anders als die Rechtschreibung lassen sich Sprachgebrauch, Grammatik und Aussprache kaum Den Rest des Beitrags lesen »

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Und dann war da noch… (19)

… der Multitasker auf dem Bahnhofsvorplatz. In der linken Hand die glimmende Kippe, rechts am Ohr das schokoladentafelgroße Telefon. Ebenfalls in der rechten Hand einen halbvollen Pappbecher Kaffee, und da wird es interessant. Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (12)

… der Kollege, der morgens um kurz nach neun aus der Kaffeeküche kam. Zwei Kaffeetassen in der Hand. Aus der einen war er am Trinken, und der Pott war keine zehn Meter von der Kaffeemaschine entfernt schon halb leer. Unter den Umständen hat es der zweite Kaffee sicher nicht bis ins Büro geschafft, außer er war für jemand anders bestimmt…


Espresso unterwegs

Ein Automat auf dem Bahnsteig hält verschiedene Heißgetränke vor – Kaffee, heiße Schokolade, Zitronentee, außerdem diverse Suppen. Jahrelang bin ich dran vorbeigelaufen, jetzt habe ich mir das doch mal angeschaut. Unter den vielen Permutationen von Filterkaffee (schwarz, weiß, jeweils mit oder ohne Zucker, dazu eine Reihe anderer „Kaffeespezialitäten“) fällt der einsame Espresso auf, den gibt es nur schwarz mit Zucker:

espresso_unterwegs_detail

Gut, schwarz mit Zucker wird die am Häufigsten nachgefragte Darreichungsform sein, und wer auf echten Espresso Wert legt, ist an dieser Art Automat sowieso falsch. Hier kauft man wohl vor allem aus Zeitgründen. Vor dem Sprung auf den schon anfahrenden Zug noch schnell Den Rest des Beitrags lesen »


Kleider machen Leute

Bäckerei mit angeschlossenem Steh-Café. Ein Mann hatte wohl irgendwelchen Kaffee bestellt. Als ich den Laden betrete, ist die Verkäuferin dabei, den Kaffee fertigzumachen.

Kunde: Ist das eigentlich Espresso?

Verkäuferin: Nö, wir müssen aus der Kanne hier nehmen [schwenkt die klassische gläserne Filterkaffeemaschinenkanne, aus der sie gerade eingegossen hat], weil die Maschine [weist mit der Kanne auf den Alleskönner-Kaffeespezialitäten-Vollautomaten hinter der Theke] kaputt ist.

Kunde, etwas zweifelnd (keine Ahnung, was der bestellt hat): Aha…

Verkäuferin, mit Blick auf den Viertelliterhumpen, den sie dem Mann fertigmacht: Espresso ist ja auch so’ne kleine Tasse, nicht wahr.


Blümchenkaffee

Kaffee ist hierzulande sehr beliebt, für viele praktisch unverzichtbar. Der Kaffeeverbrauch stagniert auf einem recht ansehnlichen Niveau. Es gibt an allen Ecken Cafés, und mittlerweile hat fast jeder Friseur, Optiker und Schreibwarenladen zur Versorgung der Kundschaft einen Kaffeevollautomaten, der die gängigen sogenannten Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck brauen kann. Damit man nie ohne Kaffee sein muss und damit dieser Kaffee überall, außer vielleicht in den allerfeinsten Cafés und Restaurants, möglichst gleich schmeckt. Mit H-Milch. Oft auch mit Schimmel in den nicht vom Kaffee durchlaufenen Ecken des Brühwerks. Aber egal, die Leute trinken’s reichlich und anscheinend gerne.

Auch im privaten Bereich sind diese Superkaffeemaschinen weit verbreitet. Die Dinger werden gelegentlich schon von Discountmärkten für niedrige dreistellige Eurobeträge verkloppt, der Markt dürfte bald gesättigt sein. Mit so einem Apparat kann man Den Rest des Beitrags lesen »