Pragmatisch

Ich laufe einen dieser schmalen Fußwege entlang, die manchmal zwischen zwei bebauten Grundstücken hindurchführen. Zwei, vielleicht zweieinhalb Meter breit, zu beiden Seiten Gartenzäune und Hecken.

Von hinten ruft es: Tüt-tüt, können wir mal vorbei!

Ich trete an die Seite und ein Rudel Kinder stiebt vorbei. Fünf Kinder, wohl zwischen vier und sieben, auf drei Fahrräder verteilt. Die älteste ruft mir im Vorbeifahren erklärend zu: Weil wir nämlich keine Klingeln haben!


Dingding, ein Fahrrad kommt

Naherholungsgebiet. Auf einem Weg steht eine Gruppe Leute und organisiert, wo sie jetzt hinwollen. Eine handvoll Erwachsene mit einem Kinderwagen und mehreren Kleinkindern auf Laufrädern. Ein Hund war auch noch dabei, glaube ich. Während sie also am Verhandeln sind, kommt eine Frau mit zwei etwa zweijährigen Kindern im Fahrradanhänger den Weg entlang, klingelt einmal, rollt kurz vor der Gruppe aus. Die schauen zwar in ihre Richtung, reagieren aber nicht.

Die Frau spricht die Gruppe an, aber bevor die Den Rest des Beitrags lesen »


Ausgeschlossen

Vor dem Kindergarten steht ein Fahrrad mit Kinderanhänger. In dem Anhänger sitzt angeschnallt ein kleiner Junge, wohl drei Jahre alt. Der Vater schließt vorn das Fahrrad an und sagt seinem Sohn, er möge doch schonmal aussteigen. Der Junge, nach einem Blick auf den Anschnallgurt und einer kurzen Denkpause: Aber du hast mich doch noch gar nicht… ausgeschlossen!


Am Strand

Am Strand. Ich baue an einer recht großen begehbaren Sandburg (meine Mädchen eigentlich auch, die sind aber grad unterwegs, Wasser holen, Muscheln suchen, irgendwas in der Art). Das Ding ist noch ziemlich unfertig, besonders prächtig ist der Rohbau jedenfalls nicht.

Drei Jungs in Badehosen kommen vorbei, bleiben stehen und schauen mir beim Bauen zu. Sie sind sehr interessiert, voller Energie, erinnern von der Ausstrahlung eindeutig an Michel von Lönneberga. Der jüngste mag 11 sein, der älteste 13, und der hat eine ziemlich gute Systemkamera umhängen.

Er (in breitem Dialekt): Was wird’n das?
Ich: Ne Sandburg, wo man reingehen kann, mit Sitzbank und Tisch.
Er: Darf ich Den Rest des Beitrags lesen »


Kein Glas

mohrrübe

Nicht mein Rucksack, nicht meine Mohrrübe.

** * **

Ein paar Sitzreihen hinter mir Den Rest des Beitrags lesen »


Hosentasche

hosentasche

Der gesammelte Inhalt der Taschen einer Kinderhose nach Durchlauf der Waschmaschine…


Und dann war da noch… (15)

… das gut einjährige Mädchen in Windel und Sonnenhut auf der Liegewiese im Freibad. Der Vater liegt ein paar Meter von uns entfernt auf dem Badetuch und döst. Die Kleine kommt und führt meiner Tochter Vaters riesiges Smartphone vor: klappt die Hülle auf, wischt mit dem Finger über den Bildschirm und begeistert sich für die Bildchen, die da plötzlich auftauchen. Bevor sie groß was in Gang setzen kann greife ich ein und klappe die Hülle wieder zu. Mittlerweile ist der Vater aufgewacht und kommt halb amüsiert, halb erschreckt, um sein Töchterchen samt Telefon einsammeln.

Mir ist es übrigens ein Rätsel, dass so viele Leute ihre Telefone offenbar standardmäßig nicht sperren. Ich sehe immer wieder, wie Leute ihre Telefone greifen und offensichtlich ohne Eingabe einer PIN oder eines Passworts auf Apps zugreifen. PIN-Eingabe beim Hochfahren reicht nicht – was machen solche Leute, wenn die ihr Telefon mal verlieren oder irgendwo liegenlassen? Völlig unverständlich…


Der Tortendieb schleicht weiter

Die Zeit der improvisierten Gutenachtgeschichten ist bei uns vorbei. Räuberspiele und Anekdoten vom Tortendieb sind Vergangenheit. Auch Schulgeschichten spielen wir nicht mehr (das war eine Reihe von Klassenausflügen mit einer Art zeit- und raumreisetauglichem Klassenzimmer, ein bisschen wie Das magische Baumhaus, aber unabhängig davon erfunden).

Eine Weile war ich in Sachen Phantasie etwas ausgebrannt. Dann hatten wir Phasen, wo das Ins-Bett-Bringen zäh und kräftezehrend war und sich jeden Abend wahnsinnig lang hinzog. In der Zeit hatte ich weder den Nerv noch die Zeit, viel zu erzählen, weil sich das Ganze sich Abend für Abend sowieso schon endlos Zeit fraß. (Es wundert mich immer noch, dass die dadurch verursachte allabendliche Verzerrung des Raum-Zeit-Kontinuums niemandem aufgefallen ist, wo sie doch am CERN ständig Den Rest des Beitrags lesen »


Und dann war da noch… (14)

… der kleine Junge am Eingang der Stadtbibliothek, vielleicht vier Jahre alt. Er teilt uns mit großem Ernst mit: Man kann die Bücher da aber nicht kaufen.

Ich: Ah, nur ausleihen?

Er nickt: Ja.


Und dann war da noch… (11)

… das kleine Mädchen in der Straßenbahn, frühes Kindergartenalter. Sie unterhält die Fahrgäste mit ihrem ganz unbefangen abgelieferten laufenden Kommentar zum Weltgeschehen.

Wir fahren in eine Haltestelle ein, wo eine Frau mit grellbunten Haaren steht. Das Mädchen kräht durch den Zug: Kuck mal Mama, die Haare von der Frau sind angemalt!