Buchstabiert

Irgendwie waren wir auf das Suchen von Namen im Telefonbuch gekommen. Ich glaube, in dem Buch, das ich gerade vorlas, hatte es geheißen, dass die Oma jemandem erklärt habe, wie man Namen im Telefonbuch sucht.

Meine Jüngste fand das zunächst trivial, man wisse doch, wie man Namen findet. Ich meinte darauf, dass man ja schon wissen müsse, wie man da vorgeht, immerhin seien die Telefonbücher großer Städte ziemlich dick.

Sie darauf: Aber die Namen sind doch im Telefonbuch, also, nicht nummeriert, sondern – buchstabiert.

Das muss die schönste Zweckentfremdung eines bereits vorhandenen Wortes seit langem sein. An solchen Stellen wird sichtbar, wie zusammengestoppelt, inkonsistent und lückenhaft unser Wortschatz so ist. Und genau das, finde ich, macht Sprache so spannend.


Ohne Tür

Ein UPS-Zusteller ist in der Nachbarschaft unterwegs, mit einem von diesen komischen braunen Lieferwagen, die so eine Art Markenzeichen von UPS sind. Er hat in der Gegend eine Reihe von Adressen anzufahren, ein paar Geschäfte, dazwischen Privatleute. Um die alle zu Fuß abzuklappern, sind sie gerade zu weit auseinander, aber die Fahrzeit ist jedesmal nur ein paar Sekunden. Er verbringt gewöhnlich mehr Zeit mit Aus- und Einsteigen als mit Fahren. Und die Beifahrertür bleibt, sofern es das Wetter erlaubt, bei solchen Touren die meiste Zeit offen. Das sind diese Schiebetüren, die nach hinten geöffnet im Gehäuse des Lieferwagens verschwinden.

Eine Frau mit einer etwa vierjährigen Tochter kommt die Straße entlang. Das Mädchen beobachtet den UPS-Wagen, wie er an ihr vorbeifährt und in der nächsten Einfahrt hält. Den Rest des Beitrags lesen »


Was ist viel?

Neulich im Zug. In der Vierersitzgruppe auf der anderen Seite des Gangs sitzt ein Vater mit seinem etwa zweijährigen Sohn.

Sohn: Ist zwei richtig viel?

Vater: Ne, eigentlich nicht.

Sohn: Und drei, ist drei aber richtig viel? Den Rest des Beitrags lesen »


Feindselig?

Neulich bei gnaddrig in der Küche: Meine Jüngste will wissen, was feindselig ist. Ich erkläre ihr, dass jemand als feindselig beschrieben werden kann, der einem feindlich gesinnt ist, der sich wie ein Feind benimmt.

Kurze Denkpause.

Jüngste: Wieso heißt das dann nicht feind-zählig?

gnaddrig: ??

Jüngste: Ja, weil der dann doch zu den Feinden zählt?

 


So gesehen

Efeu rankt sich gern an Hauswänden hoch. Dabei krallt er sich in der Regel sehr fest. Wenn man den Efeu vom Haus entfernt, nimmt er schon mal Farbe oder sogar Putz mit. Das kann interessante Effekte zur Folge haben:

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