Übergewichtig, geschieden, versoffen

In einem Buch, das ich vor einer Weile mal gelesen habe, liest der Protagonist nicht gerne Krimis, weil er die jeweiligen Ermittler nicht mag. Die seien nämlich allesamt übergewichtig, geschieden und depressiv und hätten Alkoholprobleme. (Ich glaube, das war Scott Manson in False Nine von Philipp Kerr, bin mir aber nicht sicher und habe das Buch auch nicht mehr greifbar. Egal.)

Der Gedanke war mir auch schon mal gekommen, es gibt bei Krimipolizisten auffallende Gemeinsamkeiten. Mir fallen jedenfalls aus dem Stand ein paar Polizisten aus Büchern ein, die Den Rest des Beitrags lesen »

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Ellenbogengesellschaft

Immer wieder gibt es Werbeanzeigen für Notebooks, Internetprovider, Immobilienportale o.ä., wo eine glückliche Benutzerin oder Kundin dem Publikum vormacht, wie toll das alles ist. Ein typisches Szenario: Junge Frau liegt auf dem Bauch, die Ellenbogen aufgestützt, das Notebook vor sich und strahlt den Bildschirm oder die Kamera an. Gerne wird das in einem leeren, sonnendurchfluteten Zimmer auf glänzendem Parkett arrangiert, manchmal auf einem Designersofa, gelegentlich auch auf einer Terrasse, auf dem Rasen oder am Strand.

Gibt es überhaupt jemanden, der in dieser Position tatsächlich mehr als fünf Minuten surft? E-Mails liest und beantwortet? Sich gar ganze Filme so anschaut? Kann ich mir kaum vorstellen, dazu ist es doch viel zu unbequem. Da tun mir jedenfalls in Nullkommanix die Ellenbogen und der Rücken weh, und ich kriege einen steifen Nacken. Könnte ich nicht.

Schon als Kind habe ich es selten mehr als ein paar Minuten so ausgehalten (schlimmer ist nur Schneidersitz). Und wenn man sich auf die Ellenbogen stützt, ist die Bewegungsfreiheit der Arme deutlich eingeschränkt, da dürfte es dann eher anstrengend sein, den Touchpad zu bedienen, vom Tippen auf einer normalgroßen QWERTZ-Tastatur mal ganz abgesehen. Außerdem Den Rest des Beitrags lesen »


Werbepause

Dass ich Werbung doof finde, ist hier schon mehrfach angeklungen. Ich finde Werbung doof. Also fast immer. Es gibt natürlich welche, die witzig, originell oder sonst irgendwie gut ist. Aber das ist die Ausnahme, gerade in Deutschland, wo Werbung für meine Begriffe überwiegend dämlich ist, alle nur vorstellbaren Klischees bedient, je abgelutschter desto penetranter, und in aller Regel eher einen Brechreiz als einen Haben-wollen-Reflex auslöst. Generell fühle ich mich durch Werbung belästigt.

Natürlich ist es legitim, auf Produkte aufmerksam zu machen, die Vorzüge des Produktes oder die Neuerungen öffentlichkeitswirksam darzustellen und die potenzielle Kundschaft zu umwerben. Es ist sogar legitim, Leute ungefragt anzusprechen, auch wenn ich das unangenehm finde. (Wer mich in der Fußgängerzone oder im Bahnhof anspricht, blitzt bei mir grundsätzlich ab, ganz unabhängig vom Anliegen. Ich kaufe nicht auf der Straße, was man mir hinhält. Ich suche mir lieber selbst aus, wann, wo, wie und was ich kaufe.) Ein gewisses Maß an Ungefragtheit lässt sich bei Werbung nicht vermeiden, da ja sogar die Frage, ob man sich vielleicht ein bisschen Werbung ansehen (oder an einer „Umfrage“ teilnehmen) mag, schon eine kleine Verletzung der Privatsphäre darstellt.

So weit so nervig. Was mich an Werbung aber grundsätzlich stört, ist ein systembedingter und meiner Meinung nach kaum heilbarer Mangel: Den Rest des Beitrags lesen »


Vom Wesen der Dinge

Vor ein paar Tagen auf dem Weihnachtsmarkt im Vorbeigehen aus einer Gruppe teils Glühwein teils Bier trinkender Mittfünfziger gehört:

Eierpunsch, des is doch schwul, des trinkich net.

Jetzt ist ja wieder für ein Jahr Ruhe mit Eierpunsch, da muss der gute Mann erstmal keine Angst mehr um seine fragile Heteromännlichkeit haben.


Autofrei

Nachdem die letzte Woche hier recht autolastig war, geht es jetzt erstmal mit dem Fahrrad weiter. Das Fahrrad ist aus guten Gründen ein recht beliebtes Fahrzeug, es soll in Deutschland über 70 Millionen Stück geben. Die meisten Fahrräder sind erschwinglicher als die meisten Autos, sie gelten als deutlich umweltfreundlicher, verbrauchen weniger Platz in den Städten und verhelfen den Leuten zu mehr Bewegung an der frischen Luft.

Der ehrenwerte Freiherr von Drais hätte sich sicher nicht träumen lassen, auf welche technischen Höhen man seine Erfindung dermaleinst bringen würde. Eine ganz großartige Verbesserung war natürlich der Schritt vom Laufrad zum eigentlichen Fahrrad mit Pedalen, Ritzeln und Kette. Ein weiterer großer Sprung kam mit der Erfindung der Gangschaltung. Und dann Den Rest des Beitrags lesen »


Das Cabrio

Neulich gesehen:

Hm, Golf Cabrio, Metallica, Kinder. Wie passt das zusammen? Dieses Cabrio ist doch eigentlich Den Rest des Beitrags lesen »


Wenn Du kucken willst…

Gestern habe ich auf den Bildschirmen, die neuerdings überall  im Bahnhof hängen, einen Spot für Voltaren Schmerzgel gesehen. Das Werk kann man sich auch hier direkt beim Hersteller anschauen. Die Geschichte ist denkbar einfach: Anzugträger begegnet auf der Rolltreppe eleganter, lächelnder Frau. Will sich im Vorbeifahren nach ihr umsehen, kann aber nicht – Nackenschmerzen. Frau schaut pikiert. Sonore Stimme aus dem Off intoniert: Wenn Du kucken willst, aber nicht kannst – Voltaren Schmerzgel wirkt effektiv innerhalb einer Stunde. (…) Dann geht derselbe Anzugträger auf dieselbe Rolltreppe zu und begegnet dort einer anderen eleganten, lächelnden Frau. Jetzt kann er sich schmerzfrei nach ihr umdrehen und ihr ganz ungeniert hinterherstrahlen.

So gehört das auch! Wo kämen wir denn hin, wenn Männer nicht Frauen hinterherstarren könnten? Die ganzen hübsch verpackten Kurven müssen doch Den Rest des Beitrags lesen »