Das Gespenst der Freiheit

Die hierzulande übliche Toilette mit Wasserspülung ist eine großartige Erfindung, ich will sie eigentlich nicht missen. Trotzdem ist die Benutzung von Toiletten unterwegs nicht unproblematisch. Man weiß nie, was die vorigen Besucher da getrieben haben, und oft genug will man das so genau auch nicht wissen. Wenn sie wenigstens die Spuren beseitigt hätten! Haben sie aber nicht. Kann man sich drauf verlassen, wenn’s am nötigsten gewesen wäre haben sie nicht.

Herkömmliche öffentliche Bedürfnisanstalten und traditionelle Bahnhofstoiletten gehören für mich zu den unangenehmsten Örtchen im Land, dicht gefolgt von dem, was manche Kneipen so als Toilette anbieten. Manches Mal hätte ich einen klassischen Donnerbalken in einem zugigen Schuppen hinterm Stall vorgezogen.

Aber auch in vermeintlich gepflegteren Umgebungen ist die sozialverträgliche Benutzung der Toiletten bei weitem nicht so selbstverständlich, wie man das gern hätte. Viel zu oft hinterlassen Benutzer dort mutmaßliche Kunstwerke oder tatsächliche Schweinereien, was dann bei nachfolgenden Benutzern auf Missbilligung stößt und gelegentlich entsprechende Aufrufe zur Sauberkeit nach sich zieht.

Und auch abseits unangenehmer Hinterlassenschaften kann man im Zusammenhang mit Toilettenbesuchen Den Rest des Beitrags lesen »

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Überflüssig

Eben lese ich in Lobes Digitalfabrik, dass der High-Tech-Höhenflieger Elon Musk und der Historiker Yuval Noah Harari alle beide befürchten, der Mensch werde sich durch den technischen Fortschritt v.a. im Bereich künstliche Intelligenz selbst überflüssig machen. Wir stünden Gefahr, nicht mehr „die ausgefeiltesten Datenverarbeitungssysteme im Universum“ zu sein. Und das, meinen sie, mache uns dann überflüssig oder wenigstens irrelevant.

Das will mir nicht recht einleuchten. Soweit mir bekannt ist, hat die Menschheit insgesamt keinen definierten Daseinszweck. Das biblische seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht (…) beschreibt nur, was im Prinzip jede Spezies tut, weil und soweit sie es kann – anfangs irgendwelche Mikroben, später die Dinosaurier und jetzt eben der Mensch. Außerdem wäre das ein wenig visionäres Mandat – nach Erreichen des vollständigen Beherrschens gäbe es dann ja keine Ziele mehr, wir müssten nach vergleichsweise kurzem Anlauf nur Den Rest des Beitrags lesen »


Kein Sardellenschlecken

Beim Kollegen nömix wird gerade über das Leben diskutiert, also wie oder was das Leben ist, sein könnte, sein sollte oder eben nicht. Es sind u.a. die Stichwörter Ponyhof und Schachtel Pralinen gefallen. Und Ritter Sport. Und Sardellenschlecken. (Danke, knoedelmoedel, für die großartige Inspiration zur Überschrift dieses Artikels!).

Um diese bedeutsame Frage einer Klärung wenigstens ein bisschen näherzubringen habe ich die seinerzeit beim lexikographieblog abgekupferte Idee nochmal aufgewärmt und die deutschsprachige Fachwelt für Leben und Befindlichkeit einschlägig befragt. Den Experten zufolge ist das Leben mit großem Abstand vor allem schön und, deutlich abgeschlagen, zu kurz und unfair/nicht fair.

Im Detail Den Rest des Beitrags lesen »


Ein seltsamer Ort

Inspiriert von das leben ist… auf dem lexikographieblog habe ich vor Jahren nachgeschaut, was deutschsprachige Liederschreiber so über die Welt zu sagen haben. Ich habe damals auf Google nachgeschaut und das ganze, weil da so viel kam, gleich erstmal auf Eis gelegt – ich bin ja nicht zum Arbeiten hier. Nun schlingert die Welt immer noch so wild durch die Zeit, dass manchen davon ganz schwummrig wird, und da wäre es vielleicht ganz nett, wenn man das Ding wenigstens poetisch ein bisschen festklopfen könnte. Also habe ich mich nochmal drangemacht und ein paar Erwähnungen der Welt in der zeitgenössischen deutschsprachigen Musik zusammengetragen.

Aus Bequemlichkeit habe ich mich bei der Suche auf songtexte.com beschränkt (Google-Suche nach „die welt ist“ site:songtexte.com/songtext). Wer wissen will, ob andere Seiten wie lyrics.com o.ä. mehr zu bieten haben, muss das selbst nachrecherchieren. Außerdem habe ich nach den ersten 31 Trefferseiten abgebrochen, da fing nämlich alles an, sich zu wiederholen, und es wurde auch ein bisschen langweilig.

Die gesammelten Aussagen über die Welt tauchen hier in der Reihenfolge ihres ersten Erscheinens in der Trefferliste im Format Attribut [Band/Interpret] auf. Wenn mehrere Autoren dieselbe Beschreibung bringen, liste ich die Namen der Reihe nach hinter dem betreffenden Stichwort auf. Doppelnennungen desselben Liedes habe ich ausgelassen, außer bei Coverversionen.

Wie zu erwarten war gibt es viele, viele widersprüchliche Aussagen. Die Welt wird beschrieben als gut und (wunder)schön, andererseits als schlecht. Als bunt und als grau. Voll Licht und dunkel, groß und klein, ein Zuhause und nicht gemacht für uns. Voll Güte, aber hart, gemein und ungerecht. Komplex und kompliziert und so einfach, du glaubst es nicht. Nicht verloren, aber fertig und gefickt.

Einigkeit scheint nur bezüglich der Form und des Ortes zu bestehen – ich finde nichts, das gegen rund und hier spricht (außer hier, aber das ist kein Lied). Immerhin. Den Rest des Beitrags lesen »