Waschgelegenheit

Alles da, was man zum Händewaschen braucht, aber trotzdem ist die Installation nicht recht. Entweder hätte der Seifenspender an die rechte Seite gehört, oder der Wasserhahn hätte für rechtshändige Bedienung ausgelegt sein müssen. Wie man’s auch dreht und wendet, mit der Installation in dieser Form ist die Händewaschgelegenheit kaum unverkrampft nutzbar.

Man muss nur Den Rest des Beitrags lesen »

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Hörensagen

hoerensagen_elefant_rechts_portrait

Ganz offensichtlich war der Steinmetz, der die Fauna am Chor des Basler Münsters gestaltet hat, nie im Leben selbst in Afrika oder Indien und hat nie einen Elefanten gesehen. Das Gastspiel von Hannibal mit seinen Kriegselefanten hatte sich lange vor seiner Zeit (und außerdem viel weiter südlich) zugetragen. Fundierte naturkundliche Literatur oder gar brauchbares Bildmaterial über afrikanische Wildtiere wird es damals nicht gegeben haben, ebensowenig zeitgenössische Berichte von Reisenden, die selbst solche Tiere gesehen hatten. Niemand in Europa wird damals eine Ahnung gehabt haben, wie diese Tiere in Wirklichkeit aussahen. Für Löwen gilt das wahrscheinlich genauso, die sind am Münster auch vertreten.

(Noch vor zweihundert Jahren zogen Schausteller mit Panoramakästen über die Jahrmärkte und zeigten gegen Bezahlung Bilder von fremden Orten. Da die überwiegende Mehrheit der einfachen Leute kaum je über einen Umkreis von ein paar Dutzend Kilometern um ihre meist verschnarchten und sterbenslangweiligen Heimatorte hinauskamen, wussten sie fast nichts von der weiten Welt, und deshalb waren solche Bilder von woanders eine sehr beliebte Unterhaltung. Eine einfache Postkarte vom Hof des Zaren oder aus Venedig muss damals für viele ungefähr so aufregend gewesen sein wie die Mondlandung Ende der 60er Jahre. Vor dem Hintergrund der heute allgegenwärtigen Bilderflut kann man Den Rest des Beitrags lesen »


Potemkinsche Flughäfen

Die Geschichte des neuen Berliner Flughafens BER ist ja nicht neu. Das zieht sich ja seit Jahren hin. Wir erinnern uns, ein paar Wochen vor dem ursprünglich angepeilten Eröffnungstermin (3. Juni 2012, obwohl die Inbetriebnahme eigentlich schon für 2007 vorgesehen war und man, wenn Wikipedia die Wahrheit schreibt, ganz ursprünglich sogar 1997 hätte eröffnen wollen) wurden technische Probleme geltend gemacht, der Termin sei nicht zu halten, man müsse sich bis November 2012 gedulden. Der Termin wurde natürlich auch bald wieder verworfen.

Seitdem fallen die Termine wie die Dominosteine, immer rechtzeitig vor dem gerade aktuellen Eröffnungstermin werden neue (oder verdrängte und wieder hochgekommene oder nur zum Spaß wieder neu aufgegossene alte) Probleme ruchbar und die nächste Verschiebung hängt in der Luft.

Jetzt hat anscheinend die deutsche Tochter von Imtech Insolvenz angemeldet. Imtech ist die Baufirma, die sich beim Bau des Berliner Flughafen seit Jahren mit Ruhm und Ehre bekleckert und technisch wie organisatorisch brilliert. Näheres dazu entnehme man der Tagespresse. Natürlich wird aus Anlass dieser Insolvenz der Eröffnungstermin mal wieder in Frage gestellt. Seit Jahren übliche Unkereien, der Flughafen werde sicher noch zu Lebzeiten unserer Kinder fertiggestellt oder alternativ bei Leipzig ganz neu gebaut, verlieren mehr und mehr an Witzigkeit. Wenn es so weitergeht, geht auch unsere Rente für das Projekt drauf. BER frisst den Bundeshaushalt still und heimlich auf.

Und mit Projekt habe ich jetzt auch endlich mein Stichwort erreicht. Das ganze, ist mir heute aufgegangen, ist nämlich gar kein Bauprojekt. Niemand Den Rest des Beitrags lesen »


Alles für die Kunst

Klar, war ja nur eine Frage der Zeit, bis es mich treffen würde. Jetzt hat mir Carmen von UmamiBücher ein Blogstöckchen hingeworfen. In einem Kommentar. Öffentlich. (Und völlig off topic noch dazu!)

Meine erste Reaktion: Oh Schiet, hat jemand einen Eimer Sand, wo ich den Kopf reinstecken kann? Zweiter Gedanke: Löschen, bevor das jemand sieht. Aber Carmen wüsste dann doch bescheid, und ich will ja keine befreundeten Bloggerinnen vergrätzen.

Hätte ich, wie manche Blogger, alle Kommentare in die Moderation laufen lassen und nach Einzelprüfung freischalten sollen? Dann könnte ich jetzt so tun, als ob das Stöckchen im Spamordner gelandet wäre und ich es gar nicht gesehen hätte. Da ich bei Carmens Blog gelegentlich und gern vorbeischaue, es aber nicht ständig lese, könnte ich den Artikel über das Blogstöckchen dort auch gut übersehen. Und wenn ich sowas sehe, lese ich es meistens gar nicht. Naja, manchmal schon, aber das weiß ja auch wieder niemand. So tun als wäre nichts gewesen wäre also durchaus einigermaßen plausibel machbar.

Das wäre allerdings ausgesprochen stillos. Und davon abgesehen wäre eine Kommentarpolitik, wo alle erstmal in die Moderation kommen, auch diskussionshemmend. Nicht, dass bei mir besonders viel diskutiert wird, aber trotzdem, glimmender Docht und so. Moderation für alle würde das Blog, sagen wir, abweisender machen, weniger einladend. Bisher hatte ich auch keinen rechten Anlass, so restriktiv dranzugehen, etwa wegen ausufernder Trollerei und so. Und in Sachen Blogstöckchen würde es ja sowieso erst beim nächstenmal greifen, dieses Kind liegt ja jetzt schon im Brunnen, sozusagen.

Vielleicht lässt sich schon erahnen, dass ich kein großer Freund von Blogstöckchen bin. Ich mag die nicht, finde sie fast immer doof. Schon das Wort ist bescheuert. Blogstöckchen, blärgs. Klar, das ist eine gute Gelegenheit, neue Besucher abzukriegen, und man kann gleichzeitig Den Rest des Beitrags lesen »


Mal keine Banane

Dass Leute (mehr oder weniger stilisierte) Bananen per Schablone an Hauswände sprühen oder pinseln, ist ein alter Hut. Auch wenn das mal als eine Art Kunstprojekt angefangen hatte, gibt es mittlerweile so viele Bananenbilder an Hauswänden, dass es banal und nichtssagend geworden ist. Nichts gegen diese Bananenbilder, die sind oft ganz witzig und lockern so manche dröge Fassade ein wenig auf. Aber mit der Zeit wird es langweilig. Banane, Banane, Banane.

Darum begrüße ich es sehr, dass hier tatsächlich mal jemand keine Banane an die Wand gemalt hat:

mal_keine_banane_ueberblick

Drei rosarote Elefanten (obwohl die Farbe eigentlich eher eine Art deep purple ist, aber um Musik soll es hier jetzt nicht gehen). Aus der Nähe betrachtet Den Rest des Beitrags lesen »


Bananenschale, motorisiert

Nach mehrmonatiger Pause ist der unbekannte Bananenschalenkünstler endlich wieder mit einer neuen Installation in Erscheinung getreten:

bananenschale_motorisiert
(Einen Blick aus der Nähe gibt es hier)

Diesmal verlässt er den sterilen weißgekachelten Kontext seiner ersten beiden Werke und begibt sich in den öffentlichen Raum. Die Bananenschale versteckt sich nicht mehr an verschämten Örtchen, sie geht an die frische Luft („Stadtluft macht frei“), sie wird gewissermaßen mobil.

Der Künstler beweist hier ein einzigartiges Gespür für den sense of place, den er dem Betrachter mit hintergründigem Witz nahebringt. Bei allem Charme  Den Rest des Beitrags lesen »


Die zweite Bananenschale

Der unbekannte Bananenschalenkünstler hat wieder zugeschlagen. Dankenswerterweise hat er nicht dieselbe Bananenschale wie neulich genommen, sondern eine neue. Trotzdem ist die neue Installation offensichtlich als Folge der ersten gemeint, diese Bananenschale ist nicht so frisch wie die letzte: Den Rest des Beitrags lesen »


Bananenschale

Früher war es in der Kunstszene schon aufsehenerregend, eine Banane an Gebäude zu malen, die irgendwie mit Kunst zu tun hatten. Der Bananensprayer Thomas Baumgärtel hat sich damit im Rahmen seiner Bemühungen um die Kultivierung der Bananenschale einen Namen gemacht. Seine Bananen waren für Eingeweihte mal eine Art Hinweis auf einen kunstaffinen Ort. Mittlerweile gibt es aber wohl jede Menge Trittbrettfahrer, und die gesprühte Banane findet sich als Massenware an gefühlt jeder zweiten Hauswand.

Ein Nachwuchskünstler hat jetzt Joseph Beuys‘ Arbeit mit vergänglichen Materialien („Fettecke“) und Thomas Baumgärtels gesprühte Bananenbilder in einem einzigen, in seiner Einfachheit genialen Werk zusammengeführt und an einem Ort, der eigentlich einer ganz anderen Art der künstlerischen Betrachtung dient, Den Rest des Beitrags lesen »