Mein Leben mit Milch

Milch. Immer wieder Milch. Am Anfang direkt von der Mutter. Später künstlicher Ersatz aus der Flasche, im Lauf der Zeit dann weniger Flaschenmilch und mehr Brei und der Umstieg auf die hierzulande übliche Kuhmilch. Damals immer Vollmilch mit 3,5% Fett. Gelegentlich Vorzugsmilch, wenn die Oma zu Besuch war und uns was Gutes tun wollte. Der Umstieg auf fettarme Milch kam später, da war ich schon erwachsen.

Anfangs in – wenn ich mich recht erinnere – Halbliterflaschen vom Milchmann, das Leergut abends vor die Tür gestellt. Wenn in den nächsten Tagen mehr oder weniger Milch als gewöhnlich benötigt wurde, kam ein Zettel mit der entsprechenden Bestellung an die Flaschen. Später kam dann der unsägliche Ausgießschlauch, im Prinzip ein Gefrierbeutel mit einem Liter Volumen, den man in einen speziellen Becher stellte, die Ecken abschnitt und beim Eingießen fast zwangsläufig die Hälfte verschüttete, weil das ganze so labberig war. Das war wahrscheinlich ein raffinierter Schachzug, um den Markteinstieg des anfangs auch nicht besonders benutzerfreundlichen Tetrapaks zu erleichtern. Noch später kam die Glasflasche zurück, diesmal vorwiegend als Literflasche, blieb aber in einer kleinen Nische.

Als Kind habe ich Milch geliebt und in großen Mengen getrunken, bis man mir das Zeug rationierte. (Fleisch auch, konnte ich nicht genug von kriegen, gab es aber viel zu selten und immer zu wenig, aber das ist eine andere Geschichte.) Irgendwann Den Rest des Beitrags lesen »


Essen, Bier, Musik, Puff…

Bahnhofsvorplatz, ein milder Nachmittag im Spätherbst. Unter dem Vordach sitzt eine Gruppe Punks auf einer Decke – eine handvoll Leute und zwei Hunde. Ein paar Rucksäcke, eine Musikkiste, viel Bier, ungenierte Unterhaltungen und Verrichtungen. Vor der Decke eine Reihe von Betteldosen, jede einzeln beschriftet: Essen, Bier, Musik, Puff, die anderen kann ich im Vorbeigehen nicht lesen.

Zweckgebundenes Schnorren also, fein ausdifferenzierte Prioritäten, alles sauber kontiert. Ich muss grinsen, und im Weggehen Den Rest des Beitrags lesen »


Ansteckend

Es ist schon fast dunkel und ich bin froh, aus dem Schneeregen in die helle, warme Straßenbahn zu steigen. Die ersten Läden schließen, die Bahn ist ziemlich voll. Ich sehe viele müde Gesichter, ein paar gelangweilte, ein paar schlechtgelaunte. Irgendwo unterhalten sich welche angeregt über irgendwas. Ich habe es nicht weit, ein paar Stationen nur, und bleibe im Gang stehen.

Ein Stück weiter sitzt eine alte Frau allein, neben sich im Gang einen vollgepackten Hackenporsche, auf dem Sitz neben sich eine Handtasche. Sie ist einfach und etwas altmodisch gekleidet, Mantel und Kopftuch. Nicht abgerissen, aber ihre Sachen sind sichtbar nicht neu.

Sie löffelt Den Rest des Beitrags lesen »


Morgen ohne Tee

Manche Leute brauchen morgens ihren Kaffee, um in die Gänge zu kommen, manche brauchen eine Zigarette, manche auch ein Bier oder eine kalte Dusche. Bei mir ist es Tee. Morgens trinke ich immer Tee. So gut wie immer. Jeden Morgen, spätestens beim Frühstück. Eine Tasse schwarzen Tee mit Milch und Kandis.

Es kommt aber vor, dass es nicht klappt mit dem Tee. Ganz selten zwar, aber es gibt sie, die Morgen ohne Tee. Wenn ich krank bin und mir der Magen allzu schräg hängt zum Beispiel. Oder wenn ich so gründlich verschlafe, dass ich beim Aufwachen dann jäh aus dem Bett springe, mir im Tiefflug meine Klamotten greife und mich auf dem Weg zum Bahnhof im Laufen umziehe (und auf dem Bahnsteig merke, dass mir eine Socke fehlt). Da ist für Tee natürlich keine Zeit.

Oder wenn ich unterwegs bin und in der jeweils verfügbaren Gastronomie die üblichen merkwürdigen Vorstellungen von der Zubereitung schwarzen Tees herrschen, sodass ich mir das Gebräu nicht antun mag. (Obwohl, Den Rest des Beitrags lesen »


Wein to go

wein_to_go

Was man am Strand eben so braucht: Getränke, Kaffee, Eis, Süßigkeiten (letztere hier gar nicht beworben, sondern wohl als selbstverständlich vorausgesetzt). Und eben Wein.

Ich habe dort niemanden tatsächlich Wein to go kaufen sehen, aber irgendwie sehe ich vor meinem inneren Auge jemanden mit einem Pappbecher im Strandkorb sitzen. In dem Becher schwappt statt Milchkaffee eben Schwarze Mädchentraube oder Gimmeldinger Meeresspinne unter dem Plastikdeckel. Die Alternative – Den Rest des Beitrags lesen »


… aber fein!

Vor einer Weile hatte ich darüber geschrieben, wie man Tee kocht. Also nicht so sehr, wie andere Leute Tee kochen oder Getränke, die sie Tee nennen (die Problematik hatte ich natürlich gestreift), sondern wie ich das mache. Eben über die alleinrichtige Art, Tee zu kochen.

Nun bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass nicht nur die Temperatur des Wassers beim Aufgießen für den Geschmack relevant ist, sondern angeblich auch der Sauerstoffgehalt. Sauerstoff kann sich in Wasser lösen. Je heißer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Je länger man das Wasser kocht, desto mehr Sauerstoff verflüchtigt sich also. Wasser, das gerade erst anfängt zu kochen, müsste demnach mehr gelösten Sauerstoff enthalten, und das soll den Tee aromatischer machen als zu lange gekochtes Wasser, das erheblich weniger oder fast gar keinen gelösten Sauerstoff mehr enthält.

Bei Wikipedia ist man ebenfalls dieser Meinung. Tee, der mit sauerstoffarmem Wasser aufgegossen wird, schmecke leblos und fade, heißt es da. Wie schnell sich der Sauerstoff beim Erhitzen des Wassers verflüchtigt, weiß ich natürlich nicht. Kann gut sein, dass beim Erreichen des Siedepunktes schon gar keine nennenswerten Mengen Sauerstoff mehr gelöst sind. Ich habe ein bisschen herumgesucht, aber nichts Relevantes dazu gefunden.

Egal, es hat mich natürlich interessiert, ob es diesen geschmacklichen Unterschied tatsächlich gibt. Und wenn es ihn gibt, würde ich natürlich auch gleich Den Rest des Beitrags lesen »


Riesig nicht…

Ich liebe schwarzen Tee. Kaffee ist zwar auch ganz nett, aber morgens sollte es schon Tee sein. Schwarzer Tee mit Milch und braunem Kandis. Mein Tag fängt erst mit einer Tasse Tee richtig an.

Angefangen hat das vor ungefähr 30 Jahren. Damals haben srilankische Bürgerkriegsflüchtlinge bei uns im Haus gewohnt und in unserer bis dahin Filterkaffee und Kräutertee trinkenden Familie den schwarzen Tee eingeführt. Das war immer Ceylon-Tee mit Milch und (zuviel) Zucker. Die Gewohnheit, den Tee mit Milch zu trinken, habe ich beibehalten. Ohne Milch finde ich schwarzen Tee witzlos. Statt normalem Zucker nehme ich ein kleines Stück Kandis. Dann ist nur der letzte Schluck süß, und das gefällt mir.

Wo immer ich kann, nehme ich losen Tee, der schmeckt fast immer besser als Teebeutel. (Wer weiß schon, was da für fein vermahlener Dreck drinsteckt, man sieht das ja nicht. Und selbst wenn tatsächlich guter Tee abgefüllt wird, Aufguss aus Teestaub ist anders als aus Teeblättern.) Aromatisierter Tee kommt mir nicht in die Tasse. Wenn ich Bonbonwasser will, Den Rest des Beitrags lesen »