Und dann war da noch… (39)

… die alte Dame in Kittelschürze, mit Einkaufsroller.

Sie steht auf dem Bürgersteig vor einem schmalen Grünstreifen an einer Mauer, wo mehrere Rosenstöcke wachsen. Als ich vorbeikomme, hat sie gerade einen Zweig mit einer verblühten Blüte abgeschnitten und klemmt sich den Stengel unter ein Befestigungsgummi auf ihrem Einkaufsroller.

Sie sieht mich und erklärt: „Das ist schon mein dritter Versuch. Ich will die nachzüchten, aber bisher sind die immer eingegangen. Diese Rose ist nämlich besonders. Das ist eine alte Sorte, die gibt’s gar nicht mehr zu kaufen. Die hier [weist auf die Rose daneben, vollere Blüten mit kräftigerer Farbe] sind neugezüchtet, die brauche ich nicht. Aber die hier [wieder ihre alte Sorte]…“

Es folgt ein mehrminütiger Monolog über diese schöne alte Rosensorte, die verschiedenen Rosensorten, die Schwierigkeiten beim Ablegerziehen, usw.


Und dann war da noch… (23)

…der Mann in, sagen wir, müder Bürokleidung, der beim Überqueren eines großen Parkplatzes unvermittelt anfing, schwungvoll Tanzschritte zu üben.


Lächeln und freuen

laecheln_freuen

Was soll das denn? Glauben die ernsthaft, jemand würde gegen einen Strommast rennen und anschließend lächeln und sich des Lebens freuen, bloß weil ein anonymer Aufkleber dazu auffordert? Wer Lebensfreude verbreiten will, soll schöne, interessante oder witzige Dinge an Strommasten kleben statt bräsiger Gutgemeintheiten in stümperhaftem Grafikdesign.

Meine Zahnschmerzen, meine Arthritis, mein Darmkrebs (alle zum Glück nur illustrationshalber ausgedacht) werden sicher sofort besser, ebenso das schmuddelige Wetter und der chronische Parkplatzmangel, wenn ich schnell des Lebens freue und lächle. So ein nutzloser Quark!

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