Immer wieder

Manchmal gibt es in einem Buch Wörter oder Ausdrucksweisen, die zu oft vorkommen. Ein flapsiger Ausdruck, eine phantasievoll treffende Formulierung, ein eher seltenes Wort – beim ersten Mal ist sowas oft klasse. Beim zweiten Mal, naja. Beim dritten Mal fällt es auf, danach fängt es an, mir den Lesefluss zu stören. Schlimmstenfalls sehe ich der nächsten Verwendung augenrollend beim ungeschickten Anschleichen zu.

Beispiel? Ich lese eben Children of the Revolution von Peter Robinson. Das ist der 21. Band der Serie mit DCI Banks als Hauptfigur. Banks, Kriminalpolizist in den Yorkshire Dales, wohnt allein in einem abseits gelegenen Haus. Der schon etwas wackelige Wintergarten dient ihm als Wohn- und Arbeitszimmer. Das eigentliche, auch als solches eingerichtete Wohnzimmer kommt praktisch nur als Standort der Stereoanlage vor und läuft im Buch als entertainment room.

Der Ausdruck ist mir schon bei der ersten Verwendung aufgefallen – es ist eine vergleichsweise junge und nicht besonders häufige Bezeichnung für ein Zimmer in einer englischen Wohnung. Der Zusammenhang legt nahe, dass es bei der Benennung tatsächlich um Entertainment im Sinne von Heimkino (bzw. -konzertsaal) geht und nicht um das, was auf Englisch auch to entertain heißt – jemanden zu sich einladen, bewirten, unterhalten. Banks wohnt allein und hat eher nicht so oft Besuch. Partys o.ä. scheint er keine zu geben. Entertainen in diesem Sinn tut er also selten bis nie.

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