Und dann war da noch… (17)

…Frau Hildegard Rosenschrot, née Weißchen, das brüdergrimmsche Pendant zu Robert Louis Stevensons Dr. Jekyll und Mrs. Hyde, verheiratet mit dem schönen Prinzen, der gleichzeitig sein eigener Bruder, ein gefürchteter Straßenräuber, war.

Als der Mann sich – wie bei Märchenprinzen üblich – einmal verkleidet und unerkannt unters Volk mischte, wurde er unterwegs von seinem verbrecherischen Alter Ego ausgeraubt. In der Folge sah er sich in der zwickmühligen Lage, über sich selbst zu Gericht sitzen zu müssen. Drei Seelen stritten, ach, in seiner Brust – als Geschädigter wollte er Den Rest des Beitrags lesen »

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Picknick 2.0

Neulich beim Essen haben wir uns über Märchensachen unterhalten. Unter anderem kam die Rede auf das Tischlein-deck-dich. Sehr praktisch, sehr nützlich, aber doch eher unhandlich. Ich meine, wer schleppt schon überall ein Tischchen mit sich herum, und wenn es nur ein kleiner Beistelltisch ist. Das ist so 18. Jahrhundert, das geht heute nicht mehr.

Wir haben dann gemeinsam eine neue Version entwickelt. Man hätte statt eines Tisches den Korb von Rotkäppchen. Auf den Zuruf Körbchen fülle dich würde sich das Ding mit den Speisen füllen, die sonst auf dem Tischlein zu stehen gekommen wären. Man hätte also immer ein gepflegtes Fünf-Sterne-Picknick inklusive Decke, Geschirr und Besteck dabei und wäre damit von Einzel und Gastronomie unabhängig. Man könnte auf die Weise sogar die Polizeistunde in Baden-Württemberg umgehen und auch nach 22 Uhr noch Den Rest des Beitrags lesen »


Rotkäppchen und der böse Baum

Das Nebeneinanerher, oft Mit- oder Gegen- und manchmal auch Ineinander von Menschengemachtem und Natur bringt hin und wieder interessante oder skurrile Dinge hervor, die einen manchmal an Stellen überraschen, wo man nichts besonderes zu sehen erwartet hätte.

Wer auf dem Land wohnt oder sich gelegentlich dort aufhält, kennt sicher Weidezäune, die aus rohen Holzpfählen und Stacheldraht gebaut werden. Wenn so ein Weidezaun an einem Waldrand entlanglaufen soll, spart der Bauer sich gern den einen oder anderen Pfosten und nagelt den Draht stattdessen einfach an Bäume, die dort stehen, wo der Zaun hinsoll. Anders als die Pfosten wachsen die Bäume natürlich weiter, werden Jahresring für Jahresring kräftiger, und mit der Zeit umschließt der Baum solche Drähte, verschluckt sie gewissermaßen.

Neulich ist mir sowas ähnliches begegnet, nur ist nicht der Stacheldraht eines Zauns betroffen, sondern Den Rest des Beitrags lesen »