Rattenfängertage

Was ich überhaupt nicht mag, ist, auf der Straße angesprochen zu werden. Damit meine ich nicht Leute, die nach dem Weg oder der Uhrzeit fragen oder einen Euro „für die Fahrkarte nach Hause“ schnorren wollen, sondern Leute mit, sagen wir, organisierten Absichten.

Dabei ist es mir egal, ob mir jemand politische oder religiöse Pamphlete in die Hand drücken will, gern meine Unterschrift für eine Petition hätte oder mich von den Vorteilen egal welcher Organisation, Partei, Kirche, Freizeitaktivität überzeugen möchte, mir ein Abo verkaufen oder mich in einen bestimmten Laden locken will. (Mir sind die aggressiven Pressgangs des Bertelsmann Buchclubs in den späten 80ern noch unangenehm in Erinnerung, die haben bei uns eine Weile lang systematisch die Fußgängerzone dichtgemacht. War wirklich nicht schön.)

Wenn ich durch die Stadt gehe, möchte ich Den Rest des Beitrags lesen »


Wie handgeschöpft

Manchmal kommt die Frage auf, ob Handarbeit oder Maschinenarbeit die besseren Produkte hervorbringt. Das ist gar nicht so trivial wie man glauben könnte – man muss ja überhaupt erst definieren, was unter „besser“ zu verstehen ist. Preis, Zuverlässigkeit, Haltbarkeit, Qualität sind naheliegende Kriterien. Das Spektrum zwischen Gleichförmigkeit und Einzigartigkeit. Sinneseindrücke und die Bedeutung, die man ihnen beimisst.

Der Blickwinkel ist für die Beurteilung auch noch wichtig – Hersteller werden Den Rest des Beitrags lesen »


Espresso unterwegs

Ein Automat auf dem Bahnsteig hält verschiedene Heißgetränke vor – Kaffee, heiße Schokolade, Zitronentee, außerdem diverse Suppen. Jahrelang bin ich dran vorbeigelaufen, jetzt habe ich mir das doch mal angeschaut. Unter den vielen Permutationen von Filterkaffee (schwarz, weiß, jeweils mit oder ohne Zucker, dazu eine Reihe anderer „Kaffeespezialitäten“) fällt der einsame Espresso auf, den gibt es nur schwarz mit Zucker:

espresso_unterwegs_detail

Gut, schwarz mit Zucker wird die am Häufigsten nachgefragte Darreichungsform sein, und wer auf echten Espresso Wert legt, ist an dieser Art Automat sowieso falsch. Hier kauft man wohl vor allem aus Zeitgründen. Vor dem Sprung auf den schon anfahrenden Zug noch schnell Den Rest des Beitrags lesen »


Träume vom Unmöglichen

Neulich habe ich eine Tüte Bio-Falafel-Chips gekauft. Ich mag Falafel, ich mag Chips, und ich dachte, wer weiß was die Kombination hergibt. Außerdem stand auf der Tüte ein ziemlich eindrucksvolles Stück Verkaufsprosa. Da hat jemand offensichtlich mit Leidenschaft PR gemacht.

Es handelt sich um die Organic Original Falafel Chips – The Chip For Hummus Dip! von Flamous Brands aus Pasadena, CA. Die holen uns das Unmögliche vom Himmel. Auf der Rückseite der Tüte steht:

We All Dream of the Impossible

Building a time machine, obtaining superpowers, finding a snack that’s both healthy and tasty. Oddly enough, that last one sometimes seems the most out-of-reach.

At Flamous Brands, we’ve done the hard work for you. We make chips that are truly healthy and tasty. Scratch that, delicious! With 21 herbs, vegetables, spices and legumes, our chips are packed with essential nutrients and contain ounce-per-ounce more antioxidants than green tea.

Our products bring you balanced nutrition that you can fully enjoy. So leave the hard work to us and indulge guilt-free.

Auf Deutsch Den Rest des Beitrags lesen »


STREE_WEAR

Als ich den Laden letztes Jahr zum erstenmal bewusst wahrnahm, dachte ich noch, die würden das Schild sicher bald ausbessern. Es sah zwar nicht so aus, als hätte da je ein T zwischen dem STREE und dem WEAR gehangen, aber das musste doch. Ich meine, wer macht so einen coolen Laden auf und schreibt dann den Namen auf dem Ladenschild falsch? Das wäre doch fast so, als würde einer Den Rest des Beitrags lesen »