Achtung Zugbetrieb!

Seit einiger Zeit gibt es bei der Bahn eine neue Ansage an den Bahnsteigen:

Achtung Zugbetrieb. Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante und betreten Sie den gekennzeichneten Bereich erst nach Halt des Zuges.

Das klingt zunächst mal vernünftig. Auf kleinen Bahnhöfen an Strecken mit IC-Verkehr kommen ja dauernd schnelle Vorbeifahrten vor, und die können gefährlich sein. Da ist eine solche Warnung auf jeden Fall sinnvoll. Das Problem ist, dass diese Ansagen bisher einen allenfalls losen Zusammenhang mit den tatsächlichen Zugbewegungen erkennen lassen. Oft kommt eine Ansage, wenn fahrplanmäßig eigentlich ein Zug einfahren sollte. Nicht selten kommt der Zug aber ein paar Minuten zu spät, pünktlich ist dann nur die Ansage und hängt in der Luft. Oder die Ansage erklingt, wenn der Zug eben zum Stehen gekommen ist und eigentlich keine Gefahr mehr darstellt. Häufig ist auch Minuten vor und nach der Ansage weit und breit kein Zug in Sicht, oder Intercitys donnern ohne jede Ansage durch den Bahnhof.

Der erste Reflex ist natürlich, Den Rest des Beitrags lesen »

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Höhenflug und Absturz bei Google

Im Dezember hatte Geoffrey K. Pullum in einem Beitrag auf dem Language Log dafür geworben, das Wort „Assholocracy“ möglichst häufig zu verwenden. Er wollte damit erreichen, dass das Wort möglichst viele Google-Treffer erreicht und so Chancen hätte, von der American Dialect Society im Januar zum Word of the Year gewählt zu werden. Das hat – wie wohl zu erwarten war – leider nicht geklappt, aber immerhin hat es zum most outrageous word gereicht.

Seit Mitte Dezember habe ich die Entwicklung der Google-Treffer für das Suchwort Assholocracy hier ein wenig verfolgt. Zunächst stieg die Trefferzahl sehr schnell, am 20. Dezember war sie schon bei 41.500. Dann kam der Absturz Den Rest des Beitrags lesen »


Schaum undos

Mit Kaffeemaschinen kann man immer wieder merkwürdige oder witzige Dinge erleben. Oft ist es das Umfeld, das heiter stimmt, wenn etwa der Betreiber wohlgemeinte aber unbeholfen formulierte und übersetzte Mitteilungen an die Maschine hängt (wie z.B. hier oder hier). Manchmal ist aber auch die Maschine selbst des Pudels Kern.

Vor ein paar Jahren ist mir eine Maschine der Marke bremer begegnet, wo das Wort Café im Display sinnigerweise mit Caf. abgekürzt worden war. Wohlgemerkt: das war eine Flüssigkristall-Matrixanzeige, die eine Festbreitenschrift mit 6×7 Punkten pro Buchstabe verwendet. Da verbraucht jedes Zeichen eine Stelle, egal ob es ein W ist, ein i, ein é oder eben ein Punkt. Durch die Abkürzung wurde also genau gar kein Platz auf dem Display gespart. Der einzige Effekt war die schlechtere Lesbarkeit, weil man die Abkürzung im Kopf erst auflösen musste.

Dazu war in diesem Fall zwar keine große Gehirnakrobatik nötig, aber trotzdem: Den Rest des Beitrags lesen »


Bleischwer

Kleine Kinder stellen ihre Gläser erfahrungsgemäß fast immer zu nahe an den Rand des Esstisches und meistens auch in den Schwenkbereich der Ellenbogen. Das führt immer wieder zu Unglücken, die eigentlich vermeidbar sind: Gläser werden umgestoßen (natürlich vorzugsweise volle), fluten den Esstisch und verderben Essen (wer mag schon Kartoffelbrei mit Apfelsaft oder Salat mit Milch). Oder sie werden vom Tisch gefegt und zerschellen am Boden.

Es ist erstaunlich, wieviel Aufwand es kosten kann, alle Scherben und klebrigen Stellen zu entfernen, vor allem, wenn ein aufgeregtes, wütendes, weinendes oder erschrockenes Kind auf dem Stuhl herumflattert und entweder sofort getröstet werden muss oder unbedingt mithelfen will (aber natürlich wieder keine Hausschuhe anhat). Esstische mit kleinen Kindern sind Murphys Spielplatz und Finagles Paradies.

In diesem Zusammenhang ist mir eine zusätzliche Verwendungsmöglichkeit für meine Magnetschwebetechnik am Esstisch eingefallen: Durch einfaches Den Rest des Beitrags lesen »


Variable Allwetterjacke

Der Herbst ist mittlerweile schon recht fortgeschritten, das Wetter ist unberechenbar. Manchmal scheint die Sonne und man kann fast im T-Shirt auf dem Balkon sitzen, manchmal ist es nasskalt, dass man mit Wollpullover noch friert. Oder es wechselt im Lauf des Tages vom einen zum anderen Extrem. Wie zieht man sich da an? Die morgens noch unverzichtbare dicke Jacke kann nachmittags viel zu warm sein. Oder der morgens noch völlig ausreichende Pullover ist nachmittags zu dünn, nicht wind- oder wasserdicht genug und man holt sich eine Erkältung. Aber ich habe auch keine Lust, ständig Ersatz- und Ergänzungskleidung mit mir herumzuschleppen. Eine dünne Regenjacke oder ein zusätzlicher Pullover geht, aber mehr ist nervig. Man müsst irgendwie regeln können, wie warm die Kleidung ist.

Was macht Kleidung eigentlich warm? Soweit ich weiß, sorgt die Luft zwischen den Fasern für Isolierung und damit für Wärme. Viel Luft bedeutet gute Isolierung und ergibt viel Wärme. Wenig Luft bedeutet weniger Isolierung und weniger Wärme. Nun gibt es natürlich schon Jacken mit herausnehmbaren Innenjacken. Gute, simple Idee, aber dann habe ich ja doch wieder ein Kleidungsstück, das ich mitschleppen muss oder das ich im Zweifelsfall vergessen habe. Man müsste das anders regeln können. Ohne Schnickschnack, ohne viel Zubehör usw.

Wie wäre es mit Den Rest des Beitrags lesen »


Mit dem Rollstuhl ins Grüne

In welche Läden kommt man mit dem Rollstuhl überhaupt rein? Und wie kommt man zu dem Laden hin? Wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, kann meistens nicht so unbeschwert losziehen. Längst nicht alle Busse, Straßenbahnen und Züge sind für Rollstuhlfahrer geeignet, und selbst wenn Niederflurbusse und –bahnen eingesetzt werden, sind die Haltestellen oft genug nicht barrierefrei. Unter- oder Überführungen ohne Fahrstuhl sind unüberwindbar. Schon ein normaler Bordstein kann das Ende der Fahrt bedeuten, wenn einem niemand drüberhilft. (Außerdem dürfte es nerven, ständig Leute um Hilfe bitten zu müssen. Man will ja als erwachsener Mensch selbstbestimmt und unabhängig agieren können.)

Aber angenommen, man hat es in die Stadt geschafft. Bleibt die Frage, welche Läden überhaupt rollstuhltauglich sind. Stufen am Eingang, Treppen im Laden oder enge und vollgestellte Gänge sind meist unüberwindliche Hindernisse. Was also tun? Natürlich wird jeder Den Rest des Beitrags lesen »


Nai hämmer gsait

Anlässlich der Katastrophe in Fukushima wird jetzt gern von einer Zäsur gesprochen. Alles habe sich geändert, heißt es, und der Atomausstieg ist neuerdings wieder in Mode. Sogar hartgesottene Befürworter der Kernkraft wie Volker Kauder denken um. Aber hat sich wirklich etwas geändert? Die Kernkraftwerke in der Welt sind jetzt nicht sicherer oder unsicherer als vor dem Erdbeben in Japan. Die Sicherheitsanforderungen sind jetzt nicht weniger angemessen oder unzulänglich als vorher. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein schweres Erdbeben oder ein Tsunami ereignet, dürfte auch grundsätzlich unverändert sein. So gesehen hat sich nichts geändert, es gibt jetzt nicht mehr Grund zur Panik als vorher.

Was sich geändert hat ist die Wahrnehmung. Die Mehrheit der Kernkraftbefürworter hätte das, was jetzt in Fukushima passiert ist, überhaupt nicht für möglich gehalten. Man hat gedacht, dass die Kraftwerke so ausgelegt sind, dass sie die zu erwartenden Naturkatastrophen auch aushalten. Gerade Japan hat ja auch erheblichen Aufwand getrieben, um das Land soweit wie möglich erdbeben- und tsunamifest zu machen. Außerdem hat man angenommen, dass die Sicherheitsrichtlinien angemessen sind und ihre Einhaltung von den zuständigen Behörden überwacht wird.

Dass ausgerechnet in Japan – quasi dem Mutterland der Gewissenhaftigkeit – so blatant gepfuscht wurde, hätte niemand zu träumen gewagt. Man stelle sich das vor: Den Rest des Beitrags lesen »


Waschbar bei 40°

Meine Tochter hat ein elektronisches Spieledingens in Form eines Mobiltelefons, das bei irgendeinem Heft als Gimmick dabeiwar. Da ist eine Art Tetris drauf und noch ein, zwei Spiele. Seit einer Weile hat das Ding nicht mehr funktioniert. Ich habe neulich neue Batterien reingemacht, aber das hat auch nicht geholfen. Also hatte ich mich schon darauf vorbereitet, meiner Tochter schonend beizubringen, dass ihr geliebtes Spielhandy leider das Zeitliche gesegnet hat.

Heute ist das Gerät versehentlich mit der Jacke in der Waschmaschine gelandet. Ich dachte, jetzt können wir es wohl wirklich wegschmeißen.

Überleben Batterien eigentlich einen Waschgang? Zufällig Den Rest des Beitrags lesen »


Virtuell…

Virtuelle Meetings gehören in international tätigen Firmen zum Alltag. Netmeeting, Telefon- und Videokonferenzen legen uns die weite Welt zu Füßen. Wir können am eigenen Schreibtisch bleiben und brauchen trotzdem nicht auf den persönlichen Kontakt zu Kollegen in China, Indien, den USA oder Südafrika zu verzichten. Wir machen virtuelle Meetings, und es ist fast so, als wäre man tatsächlich in einem Raum, heißt es.

Dabei ist es nicht ganz so einfach: Funktionieren solche Meetings genauso wie herkömmliche Besprechungen, wo alle Teilnehmer in einem Raum sitzen? Kaum jemand hat eine Ahnung, wie bestimmte Verhaltensweisen über Telefon und Video wirken, besonders wenn man es mit Kollegen aus den verschiedensten Kulturen zu tun hat. Das kann sehr leicht sehr peinlich werden. Man kann schneller als man denkt Kollegen oder Kunden vergrätzen.

Und die Technik hat natürlich auch ihre Tücken. Schon die Konfiguration von vergleichsweise simplen Tools Den Rest des Beitrags lesen »


„We have voices over the phone!“

Neulich erlebt: Termin mit ein paar Dutzend Teilnehmern an drei Standorten, Netmeeting mit Telefonkonferenz. Ein Kollege trägt per Telefon was vor, und immer wieder sind Gesprächsfetzen zu hören, die nicht zu seinem Vortrag gehören und offensichtlich nicht von seinem Telefon kommen. Wiederholte Aufrufe an die Teilnehmer, doch bitte die Telefone stummzuschalten. Es trillert und piepst vom vielen Tastendrücken, als die Leute versuchen, dem nachzukommen.

Das Fremdgespräch geht unbeeindruckt weiter. Der Vortrag wird unterbrochen, eine Diskussion über mögliche Maßnahmen bricht aus. Jemand sagt mit großer Dringlichkeit: We have voices over the phone! (Als wäre das mit den Stimmen nicht der Hauptzweck des Telefons überhaupt.)

Nach ein paar Minuten einigt man sich, trotz Störgeräuschen den Vortrag wieder aufzunehmen. Mittlerweile sind es zwei Gespräche, die wir mithören. Dazu kommt noch der Lärm von einem, der auf sein Mikrofon atmet und es ständig irgendwo gegenschlägt. Wiederholte Aufrufe an die Teilnehmer, doch bitte die Telefone stummzuschalten. Et cetera ad nauseam.