Alle Jahre wieder

Manche Sachen macht man nie rechtzeitig. Man rafft sich nicht auf, schiebt es vor sich her und fängt dann immer zu spät an. Dann wird es eng, knapp und stressig.

Es gibt die Art gerade noch rechtzeitig, wo man genau weiß: Jetzt muss jeder Handgriff sitzen, darf kein Fehler passieren, dann reicht es punktgenau. Wie bei der Formel 1, wo der ideale Motor das Rennen über volle Leistung bringt und auf der Ziellinie zerfällt.

Die Steuererklärung zum Beispiel. Jedesmal denke ich, nächstes Jahr fängste rechtzeitig an. Im Frühjahr, sobald die Bescheinigung vom Arbeitgeber da ist. Ist ja eigentlich auch kein Ding – den nötigen Papierkram sammele ich ja sowieso immer an einer Stelle, das ist also alles griffbereit. Das Elster-Update ist auch in Minuten runtergeladen. Ein Bier, eine CD, mein PC und ich, und das Ding ist im März im Kasten. Also, könnte. In echt schaffe ich die Steuererklärung manchmal sogar vor Ende Mai, öfter aber zu spät (obwohl, in aller Regel vor der ersten Mahnung).

Oder der Urlaub. Diesmal Den Rest des Beitrags lesen »

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Ganz in Ruhe

Neulich im Supermarkt. Am Packtisch sind zwei Frauen zusammen damit beschäftigt, ihren umfangreichen Einkauf in zwei Fahrradkörben und einer Tasche zu verstauen. Das ist schwierig, weil es viel Einkauf und wenig Platz gibt. Außerdem haben sie anscheinend einen nicht ganz angenehmen Tag hinter sich. Sie tauschen jedenfalls Berichte über unangenehme Erlebnisse, Missgeschicke und Nervigkeiten des Tages aus.

Der dabeistehende Mann, wohl der Freund einer der beiden, liefert am laufenden Band seltsam unbeteiligt wirkende Kommentare, dass ja alle heute einen Scheißtag gehabt hätten, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können und dass überhaupt alles ganz kacke sei. Sie beachten ihn nicht, während sie Den Rest des Beitrags lesen »


Am Strand

Vor kurzem ist die Sprottendeern bei mir im Blog aufgetaucht. Sie hat selbst auch mehrere Blogs, eines davon ist sprottendeern, ein anderes lästerliches. Auf lästerliches gibt es Anmerkungen zur Welt an sich, Gedankenspielereien und Verwunderungen, die mir vom Stil sehr liegen, und auf sprottendeern stellt sie alle möglichen netten Basteleien vor. Das heißt nicht unbedingt, dass ich mit den einzelnen Dingern viel anfangen kann, aber die Art, einfach so Sachen zu machen, gefällt mir.

Die auf sprottendeern vorgestellten Handarbeiten sind nämlich allesamt zweckfrei, und das finde ich gut. Ich mache auch gern Dinge, die zweckfrei sind oder wenigstens keinem offensichtlichen oder sinnvollen Zweck dienen. Meine Kuckucksmaschine etwa, die habe ich wirklich gebaut, und sie ist absolut nutzlos. Mir gefällt die Grundhaltung, Dinge einfach nur zu machen, weil es Spaß macht, weil sie schön sind, oder weil das Material eben da ist und zum Interagieren einlädt. Da muss gar nichts wie auch immer Benutzbares bei herauskommen.

Vor Jahren waren meine Frau und ich mal mit Bekannten aus Uni-Tagen, nennen wir sie Robert und Alicia, für einen Tag am Strand. Es war ein fauler Tag im Sommer, unter strahlender Sonne bei angenehmem leichtem Wind. Wir haben geredet, gelesen, gedöst, gelesen, gegessen, gedöst usw. Am Nachmittag bin ich dann ans Wasser und habe ungefähr einen Meter vom Meer entfernt angefangen, ein Loch zu graben, ungefähr 80 mal 80 cm, einen halben Meter tief. Die Idee war, Den Rest des Beitrags lesen »